Es tönet sein Lob Feld, und Wald, Thal, und Gebirg

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Es tönet sein Lob Feld, und Wald, Thal, und Gebirg Titel entspricht 1. Vers(1764)

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Es tönet sein Lob Feld, und Wald, Thal, und Gebirg,
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Das Gestad' hallet, es donnert das Meer dumpfbrausend
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Des Unendlichen Lob, siehe des Herlichen,
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Unerreichten von dem Danklied der Natur!

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Es singt die Natur dennoch dem, welcher sie schuf,
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Ihr Getön schallet vom Himmel herab, lautpreisend
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In umwölkender Nacht rufet des Strahls Gefährt
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Von den Wipfeln, und der Berg' Haupt es herab!

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Es rauschet der Hain, und sein Bach lispelt es auch
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Mit empor, preisend, ein Feyrer, wie er! die Luft wehts
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Zu dem Bogen mit auf! Hoch in der Wolke ward
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Der Erhaltung und der Huld Bogen gesetzt.

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Und schweigest denn du, welchen Gott ewig erschuf?
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Und verstumst mitten im Preis' um dich her? Gott hauchte
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Dir Unsterblichkeit ein! Danke dem Herlichen!
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Unerreicht bleibt von dem Aufschwung des Gesangs

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Der Geber, allein dennoch sing, preis' ihn, o du,
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Der empfing! Leuchtendes Chor um mich her, ernstfreudig,
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Du Erheber des Herrn, tret' ich herzu, und sing'
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In Entzückung, o du Chor, Psalme mit dir!

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Der Welten erschuf, dort des Tags sinkendes Gold,
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Und den Staub hier voll Gewürmegedräng, wer ist der?
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Es ist Gott! es ist Gott! Vater! so rufen wir;
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Und unzählbar, die mit uns rufen, seyd ihr!

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Der Welten erschuf, dort den Leun! Heisser ergiesst
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Sich sein Herz! Widder, und dich Kaprikorn, Pleionen,
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Skorpion, und den Krebs. Steigender wägt sie dort
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Den Begleiter. Mit dem Pfeil zielet, und blitzt

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Der Schütze! Wie tönt, dreht, er sich, Köcher, und Pfeil!
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Wie vereint leuchtet ihr, Zwilling', herab! Sie heben
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Im Triumphe des Gangs freudig den Strahlenfuss!
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Und der Fisch spielet, und bläst Ströme der Glut.

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Die Ros' in dem Kranz duftet Licht! Königlich schwebt,
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In dem Blick Flamme, der Adler, gebeut Gehorsam
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Den Gefährten um sich! Stolz, den gebognen Hals,
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Und den Fittig in die Höh, schwimmet der Schwan!

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Wer gab Melodie, Leyer, dir? zog das Getön
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Und das Gold himlischer Saiten dir auf? Du schallest
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Zu dem kreisenden Tanz, welchen, beseelt von dir,
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Der Planet hält in der Laufbahn um dich her.

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In festlichem Schmuck schwebt, und trägt Halm' in der Hand,
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Und des Weins Laub die geflügelte Jungfrau! Licht stürzt
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Aus der Urn' er dahin! Aber Orion schaut
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Auf den Gürtel, nach der Urn schauet er nicht!

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Ach gösse dich einst, Schaale, Gott auf den Altar,
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So zerfiel Trümmer die Schöpfung! es bräch des Leun Herz!
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Es versiegte die Urn'! hallete Todeston
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Um die Leyer! und gewelkt sänke der Kranz!

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Dort schuf sie der Herr! hier dem Staub näher den Mond,
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So, Genoss schweigender kühlender Nacht, sanft schimmernd
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Die Erdulder des Strahls heitert! in jener Nacht
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Der Entschlafnen da umstrahlt einst sie Gestirn!

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Ich preise den Herrn! preise den, welcher des Monds
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Und des Tods kühlender, heiliger Nacht, zu dämmern,
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Und zu leuchten! gebot. Erde, du Grab, das stets
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Auf uns harrt, Gott hat mit Blumen dich bestreut!

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Neuschaffend bewegt, steht er auf zu dem Gericht,
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Das gebeindeckende Grab, das Gefild der Saat, Gott!
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Es erwachet, wer schläft! Donner entstürzt dem Thron!
60
Zum Gericht hallts! und das Grab hörts, und der Tod!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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