Lasst dem Erhalter unsers Geliebten uns freudig danken!

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Lasst dem Erhalter unsers Geliebten uns freudig danken! Titel entspricht 1. Vers(1759)

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Lasst dem Erhalter unsers Geliebten uns freudig danken!
2
Du hasts allein gethan, o du des Lebens
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Herr! und Herr des Todes!
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Dir sey der Ruhm, der Dank, der Preis, die Ehre,
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Grosser Erhalter unsers Geliebten!

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Thränen der Wonne, dankende Thränen seyn unser Opfer!
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Mit diesem Opfer fallet tiefanbetend
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Vor dem Throne nieder,
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Von dem des Rettenden Befehl' erschollen:
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Leben, ja leben soll mein Gesalbter!

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Wunderbar hast du, Vater des Schicksals, uns ihn erhalten!
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Zu viel, zu viel Barmherzigkeit, o Vater,
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Hast du uns gegeben!
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Steig oft, und stark, Gebet, viel ist der Gnade!
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Steige mit Wonne auf zu dem Geber!

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Mengen erlagen, aber ihn rührte sanft deine Hand nur,
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So sanft, dass wir sogar, wer kan hier danken?
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Nicht einmal erschraken!
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Zu viel, zu viel Barmherzigkeit, o Vater,
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Gab uns die Stunde deiner Errettung!

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Ach, den wir lieben, Vater, er lebet! und auch wir leben!
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Denn in der Stunde deiner reichen Gnade,
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Da du ihn erhieltest,
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Da rührtest du auch uns mit sanfter Hand an.
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Vater, die Erde bebt', und wir leben!

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Herr! da die Erde unter uns bebte, scholl deine Stimme,
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Nicht deines Zornes, deiner Liebe Stimme
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Scholl, uns aus dem Staube
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Zu rufen, und gen Himmel schaun zu lehren,
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Auf zu des Lebens Herrn, und des Todes!

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Noch mit Entzückung hör' ich der Erde gelindes Rauschen!
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Des Richters Arm, der über andre Völker
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Fürchterlich sich ausstreckt,
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Die Städt' erschüttert, dass sie voll Entsetzens
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Donnern, und fallen, unterzugehen!

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Der jetzt die Völker, dass es sie würge, dem Schwerte zuführt,
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Der Arm wird über unserm Haupt erhoben,
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Ach, damit er segne!
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Und dass wir auf des Segens Fülle merken,
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Wecket er sanft uns auf von dem Schlummer.

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Fallet mit Jauchzen vor dem Erbarmer aufs Antlitz nieder!
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Lasst Aller Herz das Halleluja singen!
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Herr, Herr, Gott, barmherzig!
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Du Dulder, du Getreuer! Gnadevoller!
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Ehre dir! Preis dir! Dank dir, Erbarmer!

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Ging nicht des Herschers Herlichkeit sichtbar vor uns vorüber?
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Lasst uns anbetend ihr von ferne nachsehn!
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Ja, in unsrer Seele
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Soll dieses Heils Erinnrung ewig bleiben,
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Bleiben, ein Nachhall dessen, was Gott that!

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Sagt es den Enkeln, Väter, und lehrt sie gen Himmel schauen!
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Vernims, der Enkel Sohn, und lerne danken!
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Und kein Greis entschlumre,
54
Der nicht noch Einmal Dank, wenn er entschlummert,
55
Gott aus des Herzens Innerstem stamle.

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Dass wir dir danken, Vater, o gieb uns auch diese Gnade!
57
Herr, Herr! Preis, Ehr', und Ruhm sey, und Anbetung
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Deinem grossen Namen!
59
Im Himmel oben hubst du deinen Arm auf,
60
Herr! uns zu segnen, Herr! uns zu segnen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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