Psalter, singe dem Herrn! geuss Silbertöne

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Psalter, singe dem Herrn! geuss Silbertöne Titel entspricht 1. Vers(1753)

1
Psalter, singe dem Herrn! geuss Silbertöne,
2
Laute Jubel herab! und ruf zur Stimme
3
Deiner Feyer Gedanken,
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Welche Jehova, den Schöpfer, erhöhn!

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Du bist herlich und mild! Du gabst, du Geber!
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Uns, dem glücklichen Volk, in deinen Gnaden
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Einen weisen Beherscher,
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Dass er die Ehre der Menschlichkeit sey!

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Preis und Jubel und Dank dem grossen Geber!
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Heil dem Könige! Heil dem Gottgegebnen!
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Segn' ihn, wenn du herabschaust,
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Schau unverwandt, o Jehova, herab!

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Schau herunter, und gieb ihm langes Leben,
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Sanftes Leben, du Gott der Menschenfreunde!
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Giebs dem Theuren, dem Guten,
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Ihm, der die Wonne der Menschlichkeit ist!

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Den wir lieben! er ist, er ist der Jubel
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Unsrer Seele! dir rinnt die Freudenthräne!
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Heil dir! Weh dem Erobrer,
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Welcher im Blute der Sterbenden geht,

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Wenn die Rosse der Schlacht gezähmter wüten,
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Als der schäumende Held nach Lorbern wiehert!
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Stirb! so tief sie auch wuchsen,
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Fand sie des Donnerers Auge doch auf!

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Flüche folgen ihm nach! Ein lauter Segen
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Jauchzt dem edleren zu, der dieses Nachruhms
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Schwarze Freuden verabscheut,
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Sich zu der bessern Unsterblichkeit schwingt!

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Dann bald höher empor zum Gipfel aufsteigt,
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Spricht zum Ruhme: Du kenst die Aussenthat nur!
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Edel handelt! zum Lohne
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Selbst nicht das Lächeln des Weisen begehrt!

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Reines Herzens, das seyn! es ist die letzte,
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Steilste Höhe vom dem, was Weis' ersannen,
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Weisre thaten! Der Zuruf
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Selber des Engels belohnet nicht ganz

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Einen König, der Gott sein Herz geweiht hat!
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Kaum vom Tage bestrahlt, lalt's Kind von ihm schon!
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Und, entglimmender Sonnen
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Seher, erlöschender nent ihn vor Gott!

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Einen Christen, ich sah den Weisen sterben,
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Einen Christen, zur Zeit der neuen Heiden!
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Liebend wandt‘ er sein Auge
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Gegen den Enkel, und lächelte so:

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Erst sey dieses mein Dank, der ewig daure,
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Dass mein Schöpfer mich schuf, und nun mich wegwinkt,
47
Von der Schwelle des Lebens,
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An dem unsterblichen Leben empor!

49
Und dann bet‘ ich ihn an, dass diess mein Auge
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Noch den Menschenfreund sah, den uns sein Gott gab!
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Gott, Gott segne, ja segn‘ ihn!
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Wende dich nicht, ach und weine nicht, Sohn!

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Gott, Gott segn' ihn! Hier wird der Tod mir bitter,
54
Hier nur! Denn nun erblickt mein todtes Auge
55
Meinen König, den besten,
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Ach den geliebtesten König, nicht mehr!

57
Du, mein glücklicher Sohn, du wirst ihn lange,
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Lange wirst du ihn sehn, noch, wenn das Alter
59
Ihn, mit silbernen Haaren,
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Und mit der Wonne des Lebens bedeckt,

61
Ach der Wonne, vor Gott gelebt zu haben!
62
Gute Thaten um sich, in vollen Schaaren,
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Zu erblicken! Sie folgen,
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Jüngling, ihm nach in das ernste Gericht!

65
Vieles sah ich. Ich weiss, was gross und schön ist
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In dem Leben! Allein das ist das höchste,
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Was des Sterblichen Auge
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Sehn kann: Ein König, der Glückliche macht!

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Sey du würdig, von ihm gekannt zu werden,
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Lern bescheidnes Verdienst; er wird dich kennen.
71
Nun ... Gott segne, ja segn‘ ihn!
72
Segne der Könige Besten! Er starb.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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