Der verkennet den Scherz, hat von den Grazien

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Der verkennet den Scherz, hat von den Grazien Titel entspricht 1. Vers(1752)

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Der verkennet den Scherz, hat von den Grazien
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Keine Mine belauscht, der es nicht fassen kann,
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Dass der Liebling der Freude
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Nur mit Sokrates Freunden lacht.

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Du verkennest ihn nicht, wenn du dem Abendstern,
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Nach den Pflichten des Tags, schnellere Flügel giebst,
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Und dem Ernste der Weisheit
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Deine Blumen entgegen streust.

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Lass den Lacher, o Gleim, lauter dein Lied entweihn!
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Deine Freunde verstehns. Wenige kennest du;
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Und manch lesbisches Mädchen
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Straft des Liedes Entweihungen!

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Lacht dem Jünglinge nicht, welcher den Flatterer
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Zu buchstäblich, erklärt! weiss es, wie schön sie ist!
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Zürnt ihn weiser, und lehrt ihn,
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Wie ihr Lächeln, dein Lied verstehn!

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Nun versteht ers; sie mehr. Aber so schön sie ist,
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So empört auch ihr Herz deinem Gesange schlägt:
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O so kennt sie doch Gleimen,
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Und sein, feuriges Herz nicht ganz!

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Seinen brennenden Durst, Freunden ein Freund zu seyn!
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Wie er auf das Verdienst dess, den er liebet, stolz,
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Edel stolz ist, vom halben,
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Kalten Lobe beleidiget!

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Liebend, Liebe gebeut! hier nur die zögernde
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Sanfte Mässigung hasst, oder, von Friederichs,
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Wenn, von Friederichs Preise!
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Ihm die trunknere Lippe trieft,

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Ohne Wünsche nach Lohn; aber auch unbelohnt!
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Sprich nur wider dich selbst edel, und ungerecht!
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Dennoch beuget, o Gleim, dir
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Ihren stolzeren Nacken nicht

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Deutschlands Muse! In Flug' eilend zum hohen Ziel,
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Das mit heiligem Spross Barden umschatteten,
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Hin zum höheren Ziele,
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Das der Himlischen Palm' umweht,

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Sang die zürnende mir; tönend entschlüpfete
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Mir die Laute, da ich drohend die Priesterin,
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Und mit fliegendem Haar sah,
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Und entscheidendem Ernst! sie sang:

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Lern des innersten Hains Ausspruch, und lehre den
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Jeden Günstling der Kunst; oder ich nehme dir
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Deine Laute, zerreisse
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Ihre Nerven, und hasse dich!

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Würdig war er, uns mehr, als dein beglücktester
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Freyheitshasser, o Rom, Octavian zu seyn!
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Mehr als Ludewig, den uns
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Sein Jahrhundert mit aufbewahrt:

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So verkündigte ihn, als er noch Jüngling war,
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Sein aufsteigender Geist! Noch, da der Lorber ihm
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Schon vom Blute der Schlacht trof,
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Und der Denker gepanzert ging,

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Floss der dichtrische Quell Friedrich entgegen, ihm
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Abzuwaschen die Schlacht! Aber er wandte sich,
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Strömt' in Haine, wohin ihm
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Heinrichs Sänger nicht folgen wird!

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Sagts der Nachwelt nicht an, dass er nicht achtete,
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Was er werth war, zu seyn! Aber sie hört es doch:
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Sagts ihr traurig, und fordert
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Ihre Söhne zu Richtern auf!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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