Selbst der Engel entschwebt Wonnegefilden, lässt

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Selbst der Engel entschwebt Wonnegefilden, lässt Titel entspricht 1. Vers(1750)

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Selbst der Engel entschwebt Wonnegefilden, lässt
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Seine Krone voll Glanz unter den Himlischen,
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Wandelt, unter den Menschen
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Mensch, in Jünglingsgestalt umher.

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Lass denn, Muse, den Hain, wo du das Weltgericht,
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Und die Könige singst, welche verworfen sind!
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Kom, hier winken, dich Thäler
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In ihr Tempe zur Erd' herab.

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Kom, es hoffet ihr Wink! Wo du der Ceder Haupt
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Durch den steigenden Schall deines Gesangs bewegst,
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Nicht nur jene Gefilde
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Sind mit lachendem Reiz bekränzt;

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Auch hier stand die Natur, da sie aus reicher Hand
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Über Hügel und Thal lebende Schönheit goss,
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Mit verweilendem Tritte,
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Diese Thäler zu schmücken, still.

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Sieh den ruhenden See, wie sein Gestade sich,
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Dicht vom Walde bedeckt, sanfter erhoben hat,
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Und den schimmernden Abend
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In der grünlichen Dämrung birgt.

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Sieh des schattenden Walds Wipfel. Sie neigen sich,
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Vor dem kommenden Hauch lauterer Lüfte? Nein,
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Friedrich kömt in den Schatten!
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Darum neigen die Wipfel sich.

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Warum lächelt dein Blick? warum ergiesset sich
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Diese Freude, der Reiz heller vom Aug' herab?
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Wird sein festlicher Name
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Schon genannt, wo die Palme weht?

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»glaubest du, dass auf das, so auf der Erd' ihr thut,
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Wir mit forschendem Blick wachsam nicht niedersehn?
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Und die Edlen nicht kennen,
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Die so einsam hier unten sind?

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Da wir, wenn er kaum reift, schon den Gedanken sehn,
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Und die werdende That, eh sie hinübertrit
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Vor das Auge des Schauers,
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Und nun andre Geberden hat!

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Kann was heiliger uns, als ein Gebieter seyn,
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Der zwar feurig und jung, dennoch ein Weiser ist,
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Und, die höchste der Würden,
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Durch sich selber, noch mehr erhöht?

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Heil dem König! er hört, rufet die Stund' ihm einst,
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Die auch Kronen vom Haupt, wenn sie ertönet, wirft,
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Unerschrocken ihr Rufen,
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Lächelt, schlummert zu Glücklichen

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Still hinüber! Um ihn stehn in Versamlungen
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Seine Thaten umher, jede mit Licht gekrönt,
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Jede bis zu dem Richter
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Seine sanfte Begleiterin.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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