Sie kommen, Cramern gehet in Rythmustanz

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Sie kommen, Cramern gehet in Rythmustanz Titel entspricht 1. Vers(1763)

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Sie kommen, Cramern gehet in Rythmustanz,
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Mit hochgehobner Leyer Iduna vor!
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Sie geht, und sieht auf ihn zurücke,
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Wie auf die Wipfel des Hains der Tag sieht.

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Sing noch Beredtsamkelten! die erste weckt
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Den Schwan in Glasor schon zur Entzückung auf!
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Sein Fittig steigt, und sanft gebogen
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Schwebet sein Hals mit des Liedes Tönen!

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Die deutsche Nachwelt singet der Barden Lied,
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(wir sind ihr Barden!) einst bey der Lanze Klang!
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Sie wird von dir auch Lieder singen,
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Wenn sie daher zu der kühnen Schlacht zeucht.

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Schon hat den Geist der Donnerer ausgehaucht,
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Schon wälzt sein Leib sich blutig im Rheine fort,
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Doch bleibt am leichenvollen Ufer
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Horchend der eilende Geist noch schweben.

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Du schweigest, Freund, und siehest mich weinend an.
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Ach warum starb die liebende Radikin?
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Schön wie die junge Morgenröthe,
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Heiter und sanft, wie die Sommermondnacht.

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Nim diese Rosen, Gieseke; Velleda
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Hat sie mit Zähren heute noch sanft genässt,
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Als sie dein Lied mir von den Schmerzen
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Deiner Gespielin der Liebe vorsang.

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Du lächelst! Ja, dein Auge voll Zärtlichkeit
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Hat dir mein Herz schon dazumal zugewandt,
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Als ich zum erstenmal dich sahe,
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Als ich dich sah, und du mich nicht kantest.

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Wenn einst ich todt bin, Freund, so besinge mich!
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Dein Lied voll Thränen wird den entfliehenden
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Dir treuen Geist noch um dein Auge,
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Das mich beweint, zu verweilen zwingen.

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Dann soll mein Schutzgeist, schweigend und unbemerkt,
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Dich dreymal segnen! dreymal dein sinkend Haupt
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Umfliegen, und nach mir, der scheidet,
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Dreymal noch sehn, und dein Schutzgeist werden.

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Der Thorheit Hasser, aber auch Menschenfreund,
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Allzeit gerechter Rabner, dein heller Blick,
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Dein froh und herzenvoll Gesicht ist
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Freunden der Tugend, und deinen Freunden

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Nur liebenswürdig; aber den Thoren bist
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Du furchtbar! Scheuche, wenn du noch schweigst, sie schon
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Zurück! Lass selbst ihr kriechend Lächeln
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Dich in dem rügenden Zorn nicht irren.

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Stolz, und voll Demuth, arten sie niemals aus!
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Sey unbekümmert, wenn auch ihr zahllos Heer
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Stets wüchs', und wenn in Völkerschaften
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Auch Philosophen die Welt umschwärmten!

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Wenn du nur Einen jedes Jahrhundert nimst,
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Und ihn der Weisheit Lehrlingen zugesellst;
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Wohl dir! Wir wollen deine Siege
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Singen, die dich in der Fern erwarten.

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Dem Enkel winkend stell' ich dein heilig Bild
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Zu Tiburs Lacher, und zu der Houyhmess Freund;
55
Da sollst du einst den Namen (wenig
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Führeten ihn) des Gerechten führen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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