An Johann Heinrich Merck

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Johann Wolfgang Goethe: An Johann Heinrich Merck (1773)

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Schicke dir hier in altem Kleid
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Ein neues Kindlein wohl bereit,
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Und ist's nichts weiters auf der Bahn,
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Hat's immer alte Hosen an.
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Wir Neuen sind ja solche Hasen,
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Sehn immer nach den alten Nasen,
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Und hast ja auch, wie's jeder schaut,
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Dir Neuen ein altes Haus gebaut.
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Darum, wie's steht sodann geschrieben
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Im Evangelium da drüben,
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Daß sich der neu Most so erweist,
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Daß er die alten Schläuch zerreißt. –
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Ist fast das Gegenteil so wahr,
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Das Alt' die jungen Schläuch reißt gar.
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Und können wir nicht tragen mehr
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Krebs, Panzerhemd, Helm, Schwert und Speer
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Und erliegen darunter tot
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Wie Ameis unterm Schollenkot,
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So ist doch immer unser Mut
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Wahrhaftig wahr und bieder gut.
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Und allen Perrückeurs und Fratzen
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Und allen literar'schen Katzen
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Und Räten, Schreibern, Mädels, Kindern
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Und wissenschaftlich schönen Sündern
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Sei Trotz und Hohn gesprochen hier
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Und Haß und Ärger für und für.
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Weisen wir so diesen Philistern,
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Kritikastern und ihren Geschwistern
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Wohl ein jeder aus seinem Haus
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Seinen Arsch zum Fenster hinaus.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wolfgang von Goethe
(17491832)

* 28.08.1749 in Frankfurt am Main, † 22.03.1832 in Weimar

männlich, geb. Goethe

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker (1749–1832)

(Aus: Wikidata.org)

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