Ein zärtlich jugendlicher Kummer

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Johann Wolfgang Goethe: Ein zärtlich jugendlicher Kummer (1772)

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Ein zärtlich jugendlicher Kummer
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Führt mich ins öde Feld; es liegt
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In einem stillen Morgenschlummer
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Die Mutter Erde. Rauschend wiegt
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Ein kalter Wind die starren Äste. Schauernd
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Tönt er die Melodie zu meinem Lied voll Schmerz,
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Und die Natur ist ängstlich still und trauernd,
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Doch hoffnungsvoller als mein Herz.

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Denn sieh, bald gaukelt dir, mit Rosenkränzen
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In runder Hand, du Sonnengott, das Zwillingspaar
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Mit offnem blauen Aug, mit krausem goldnen Haar
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In deiner Laufbahn dir entgegen. Und zu Tänzen
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Auf neuen Wiesen schickt
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Der Jüngling sich und schmückt
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Den Hut mit Bändern, und das Mädchen pflückt
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Die Veilchen aus dem jungen Gras, und bückend sieht
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Sie heimlich nach dem Busen, sieht mit Seelenfreude
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Entfalteter und reizender ihn heute,
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Als er vorm Jahr am Maienfest geblüht,
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Und fühlt und hofft.
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Gott segne mir den Mann
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In seinem Garten dort! Wie zeitig fängt er an,
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Ein lockres Bett dem Samen zu bereiten!
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Kaum riß der März das Schneegewand
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Dem Winter von den hagern Seiten,
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Der stürmend floh und hinter sich aufs Land
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Den Nebelschleier warf, der Fluß und Au
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Und Berg in kaltes Grau
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Versteckt, da geht er ohne Säumen,
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Die Seele voll von Ernteträumen,
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Und sät und hofft.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wolfgang von Goethe
(17491832)

* 28.08.1749 in Frankfurt am Main, † 22.03.1832 in Weimar

männlich, geb. Goethe

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker (1749–1832)

(Aus: Wikidata.org)

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