Neujahrslied

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Johann Wolfgang Goethe: Neujahrslied (1767)

1
Wer kömmt! Wer kauft von meiner War'!
2
Devisen auf das neue Jahr,
3
Für alle Stände.
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Und fehlt auch einer hie und da,
5
Ein einz'ger Handschuh paßt sich ja
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An zwanzig Hände.

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Du Jugend, die du tändelnd liebst,
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Ein Küßchen um ein Küßchen gibst,
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Unschuldig heiter.
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Jetzt lebst du noch ein wenig dumm;
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Geh nur erst dieses Jahr herum,
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So bist du weiter.

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Die ihr schon Amors Wege kennt
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Und schon ein bißchen lichter brennt,
15
Ihr macht mir bange.
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Zum Ernst, ihr Kinder, von dem Spaß!
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Das Jahr! zur höchsten Not noch das,
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Sonst währt's zu lange.

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Du junger Mann, du junge Frau,
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Lebt nicht zu treu, nicht zu genau
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In enger Ehe.
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Die Eifersucht quält manches Haus
23
Und trägt am Ende doch nichts aus
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Als doppelt Wehe.

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Der Witwer wünscht in seiner Not,
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Zur sel'gen Frau durch schnellen Tod
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Geführt zu werden.
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Du guter Mann, nicht so verzagt!
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Das, was dir fehlt, das, was dich plagt,
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Findst du auf Erden.

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Ihr, die ihr Misogyne heißt,
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Der Wein heb euern großen Geist
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Beständig höher.
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Zwar Wein beschwöret oft den Kopf,
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Doch der tut manchem Ehetropf
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Wohl zehnmal weher.

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Der Himmel geb zur Frühlingszeit
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Mir manches Lied voll Munterkeit,
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Und euch gefall es.
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Ihr lieben Mädchen, singt sie mit,
41
Dann ist mein Wunsch am letzten Schritt,
42
Dann hab ich alles.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wolfgang von Goethe
(17491832)

* 28.08.1749 in Frankfurt am Main, † 22.03.1832 in Weimar

männlich, geb. Goethe

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker (1749–1832)

(Aus: Wikidata.org)

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