Der Fischer

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Johann Wolfgang Goethe: Der Fischer (1778)

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Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
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Ein Fischer saß daran,
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Sah nach dem Angel ruhevoll,
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Kühl bis ans Herz hinan.
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Und wie er sitzt und wie er lauscht,
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Teilt sich die Flut empor;
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Aus dem bewegten Wasser rauscht
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Ein feuchtes Weib hervor.

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Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
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»was lockst du meine Brut
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Mit Menschenwitz und Menschenlist
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Hinauf in Todesglut?
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Ach wüßtest du, wie's Fischlein ist
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So wohlig auf dem Grund,
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Du stiegst herunter, wie du bist,
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Und würdest erst gesund.

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Labt sich die liebe Sonne nicht,
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Der Mond sich nicht im Meer?
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Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
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Nicht doppelt schöner her?
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Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
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Das feuchtverklärte Blau?
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Lockt dich dein eigen Angesicht
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Nicht her in ew'gen Tau?«

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Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
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Netzt' ihm den nackten Fuß;
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Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll,
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Wie bei der Liebsten Gruß.
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Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
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Da war's um ihn geschehn:
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Halb zog sie ihn, halb sank er hin,
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Und ward nicht mehr gesehn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wolfgang von Goethe
(17491832)

* 28.08.1749 in Frankfurt am Main, † 22.03.1832 in Weimar

männlich, geb. Goethe

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker (1749–1832)

(Aus: Wikidata.org)

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