Willkommen und Abschied

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Johann Wolfgang Goethe: Willkommen und Abschied (1771)

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Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
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Es war getan fast eh gedacht;
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Der Abend wiegte schon die Erde,
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Und an den Bergen hing die Nacht:
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Schon stand im Nebelkleid die Eiche,
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Ein aufgetürmter Riese, da,
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Wo Finsternis aus dem Gesträuche
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Mit hundert schwarzen Augen sah.

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Der Mond von einem Wolkenhügel
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Sah kläglich aus dem Duft hervor,
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Die Winde schwangen leise Flügel,
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Umsausten schauerlich mein Ohr;
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Die Nacht schuf tausend Ungeheuer;
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Doch frisch und fröhlich war mein Mut:
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In meinen Adern welches Feuer!
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In meinem Herzen welche Glut!

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Dich sah ich, und die milde Freude
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Floß von dem süßen Blick auf mich;
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Ganz war mein Herz an deiner Seite
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Und jeder Atemzug für dich.
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Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
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Umgab das liebliche Gesicht,
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Und Zärtlichkeit für mich – ihr Götter!
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Ich hofft es, ich verdient es nicht!

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Doch ach, schon mit der Morgensonne
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Verengt der Abschied mir das Herz:
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In deinen Küssen welche Wonne!
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In deinem Auge welcher Schmerz!
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Ich ging, du standst und sahst zur Erden,
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Und sahst mir nach mit nassem Blick:
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Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
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Und lieben, Götter, welch ein Glück!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wolfgang von Goethe
(17491832)

* 28.08.1749 in Frankfurt am Main, † 22.03.1832 in Weimar

männlich, geb. Goethe

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker (1749–1832)

(Aus: Wikidata.org)

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