Christel

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Johann Wolfgang Goethe: Christel (1773)

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Hab oft einen dampfen, düstern Sinn,
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Ein gar so schweres Blut!
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Wenn ich bei meiner Christel bin,
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Ist alles wieder gut.
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Ich seh sie dort, ich seh sie hier
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Und weiß nicht auf der Welt,
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Und wie und wo und wann sie mir,
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Warum sie mir gefällt.

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Das schwarze Schelmenaug dadrein,
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Die schwarze Braue drauf,
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Seh ich ein einzig Mal hinein,
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Die Seele geht mir auf.
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Ist eine, die so lieben Mund,
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Liebrunde Wänglein hat?
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Ach, und es ist noch etwas rund,
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Da sieht kein Aug sich satt!

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Und wenn ich sie denn fassen darf
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Im luft'gen deutschen Tanz,
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Das geht herum, das geht so scharf,
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Da fühl ich mich so ganz!
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Und wenn's ihr taumlig wird und warm,
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Da wieg ich sie sogleich
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An meiner Brust, in meinem Arm;
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's ist mir ein Königreich!

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Und wenn sie liebend nach mir blickt
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Und alles rund vergißt,
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Und dann an meine Brust gedrückt
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Und weidlich eins geküßt,
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Das läuft mir durch das Rückenmark
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Bis in die große Zeh!
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Ich bin so schwach, ich bin so stark,
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Mir ist so wohl, so weh!

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Da möcht ich mehr und immer mehr,
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Der Tag wird mir nicht lang;
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Wenn ich die Nacht auch bei ihr wär,
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Davor wär mir nicht bang.
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Ich denk, ich halte sie einmal
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Und büße meine Lust;
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Und endigt sich nicht meine Qual,
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Sterb ich an ihrer Brust!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wolfgang von Goethe
(17491832)

* 28.08.1749 in Frankfurt am Main, † 22.03.1832 in Weimar

männlich, geb. Goethe

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker (1749–1832)

(Aus: Wikidata.org)

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