So warfen die Gedanken, wie ein Orkan das Meer

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Johann Jakob Dusch: So warfen die Gedanken, wie ein Orkan das Meer Titel entspricht 1. Vers(1756)

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So warfen die Gedanken, wie ein Orkan das Meer,
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Mein Herz, in stetem Kampfe, gewaltsam hin und her.
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Ich konnte nicht mehr fliehn, der Zwang ward mir verhaßter,
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Und was ich um mich sah, verführete zum Laster;
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Nur schwach bestritt die Unschuld den Aufstand der Begier,
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Und selbst die heiße Liebe der Tugend starb in mir.
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Ach! seufzt ich oft in mir, ach! die Tyranninn Tugend,
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Streut nichts, als Sorgen aus, und schleppet unsre Jugend,
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Vielleicht durch Vorurtheile, aus Neid, und Eigensinn,
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In unsern Blumenpfaden auf lauter Dornen hin!
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Ists Ruhm, in seiner Brust, Natur, dich zu bekriegen?
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Worinn besteht der Ruhm? – In Pein, und Misvergnügen.
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Vielleicht ersann das Alter, das nun der Lust entschlief,
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Uns Jünglinge zu quälen, den künstlichen Begriff;
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Und Greise hießen uns, die uns ihr Glück misgönnen,
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Unschuldge Freude fliehn, die sie nicht fühlen können!
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Oft schlug mein Blut von Hitze, die ich sonst nie gefühlt;
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Dann wünscht ich sie auf Kosten der Tugend selbst gekühlt.
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Mein Herz schwoll stürmisch auf, und pochte nach
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Und fluchte oft dem Trotz, den ihr mein Stolz bewiesen.
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O! hätte mich das Schicksal damals so sehr gehaßt,
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Ich wäre demuthsvoll, von kühner Wollust trunken,
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Unmännlich, und beschimpft vor ihr dahin gesunken.
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Oft, gieng ich, sie zu suchen, ein Opfer der Begier;
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Allein, die guten Götter verbargen sie vor mir.
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Einst folgt ich meiner Wuth, die der Tumult empörte,
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Als ich den wilden Tanz von fern her stürmen hörte.
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Die Schatten wurden tiefer, der Schauplatz der Natur
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Floß dunkel in einander, und schlummernd schwieg die Flur,
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Da mich der ferne Schall, dem ich zu folgen dachte,
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Weit von dem Tempel fort, in ein Gebüsche brachte.
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Ein Schaur, der mit der Kühlung dem dichten Wald entfloß,
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Und den der wildre Schatten der Nacht herunter goß,
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Indem sie mich empfing, lief über meine Glieder;
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Ich bebte schüchtern fort, und warf die Augen nieder,
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Bis ich durch enge Pfade, den
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Von meiner Furcht gejaget, vor einer Grotte stand.
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Ich hielt sie für den Sitz der
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Die Rebe schlung um sie den Schutz der breiten Blätter.
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Ich stand, und sah die Gegend, in der ich mich verlor;
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Der Schauplatz wurde heiter, und
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Ich sah ihr Silberlicht auf regen Wellen spielen,
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Und Schatten, die ins Thal von alten Mauren fielen.
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Ich nahte mich voll Ehrfurcht dem heiligen Ruin,
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Den halb die Nacht verfinstert, und halb der Mond beschien;
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Ein wild, und grob Gemisch von Finsterniß, und Lichte;
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Gigantisch wallte hier der Schatten einer Fichte
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Weit hin ins Thal geworfen, so oft ein Westwind ging,
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Und ihr Gesträuch bewegte, das um die Mauren hing.
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Es deckte manche Wand, hier ganz und dort zerrissen,
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Mehr, als das halbe Thal, mit tiefen Finsternissen;
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Da eines Thurmes Schatten bis an der Berge Wand
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Die lange Fläche schwärzte, sich bog, und aufwärts stand.
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Die Pfeiler, die zu schwach, ihr Haupt empor zu tragen,
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Den Schutt kaum übersahn, hier hingen, und dort lagen,
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So mancher Rest von Säulen, verstümmelt, abgekürzt,
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Manch umgekehrte Krone, vom Stamm herabgestürzt;
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Manch hängendes Gesims, das seine Last beschwerte,
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Der Pfost, der hingestürzt, den Fuß gen Himmel kehrte,
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Der ganze Schutt von Steinen, den ich hier vor mir fand,
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Bezeichnete die Stelle, wo sonst der Tempel stand.
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Ein süßes heiligs Graun floß sanft durch meine Glieder:
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Tiefsinnig warf ich mich auf eine Krone nieder,
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Die Zufall oder Bosheit dem Säulenstamm geraubt,
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Und stützt auf ihrem Fuße in meine Hand mein Haupt.
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Der Busch, der mit Geräusch hoch von den Mauren wallte,
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Das Echo, das des Bachs Gemurmel wiederhallte,
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Das blasse Licht, das
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Das auf der Quelle tanzte, die rieselnd niederfloß;
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Das schläfrige Geräusch sich regender Gebüsche,
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Des Lichtes, und der Nacht romantisches Gemische,
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Ernährte meinen Tiefsinn; bis der Gedanken wich,
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Und langsam meine Nerven der Schlummer überschlich.
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O! holder Gott des Schlafs! nie hat von dir verschicket!
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Die Glücklichsten der Welt ein süßrer Traum entzücket!
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Ja, dieser Ort war heilig, hier wohnt noch unsichtbar,
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Ein Gott bey seinem Schutte von Tempel, und Altar!
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Dem Tempel, den vielleicht, nichts von dem Gott zu wissen,
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In ihrer Raserey
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Weil hier ihr Busen pochte, und eine Macht empfand,
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Von deren stillen Schrecken ihr Haar gen Himmel stand.
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Vielleicht stand vormals hier, als noch der Göttinn Ehre
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In
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Vielleicht hat mich die Göttinn, mit unsichtbarer Macht,
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Der Wollust weggerissen, und selbst hieher gebracht.
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O! welch ein Gott es sey, von dem mein Traum erschienen,
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So seyd von mir geehrt, ihr heiligen Ruinen!
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Es steig aus diesem Schutte, wo sich sein Sitz verlor,
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Ein neuer ewger Tempel zu seinem Dienst empor!
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Mein Traum versetzte mich in jene Myrthenschatten,
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Die zu
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In angenehmen Tiefsinn der Liebe saß ich da,
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Als ich in aller Schönheit
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Wie schlug, bey jeglichem von ihren süßen Blicken,
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Mein tief durchdrungnes Herz von Liebe, und Entzücken!
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Nicht schöner kam
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Der Gottheit von sich legte) zum
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Nicht stärker fühlt
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Und ihren Rosenmund auf seine Lippen drückte.
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Ich wollte mit ihr zürnen; ohnmächtiger Versuch,
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Den ein entzückend Lächeln so gleich zu Boden schlug!
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Jetzt sah ich einen Pfeil, mit angenehmen Schrecken,
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Den ihre Hand geschickt, in meinem Busen stecken;
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Ach!
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Und sie ergriff den zweyten, und stieß ihn in ihr Herz.
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Dann floß der erste Traum in schönre Bilder über,
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Und jedes Bild der Lust gieng mir noch einst vorüber.
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Ich sah, bey meiner Schönen, die Unordnung, den Zwang,
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Die schöne Furcht der Unschuld, die mit der Liebe rang,
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Das Herz, von Kampfe voll, das Aug auf den Begleiter
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Mit Zärtlichkeit gewandt, und wie der Himmel, heiter;
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Ich fühlt aus ihrer Hand, die meine Hand umschloß.
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Wie jeder Druck Entzückung in meine Seele goß;
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Die Trieb in ihrer Brust geriethen ins Gedränge,
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Die Liebe suchte Luft, das Herz ward ihr zu enge.
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Ich sahe, ach! ich sahe den tugendhaften Streit,
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Die mächtige Verwirrung, die schöne Aengstlichkeit;
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Ich sah die volle Brust, mit ungestümerm Wallen,
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Voll Leidenschaft für mich, sich flüchtig blähn und fallen.
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Und fühlte die Entzückung, mit der ich sie umfing,
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Und in dem langen Kusse an ihren Lippen hing.
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Wie schlug mein volles Herz, als ich vom Traum erwachte;
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Mein schlummerloses Auge, lief voller Neubegier,
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Vom Traume hintergangen, und suchte sie noch hier,
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Mich dünkt, ich fühlte noch, da mich der Morgen weckte,
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Die Wunde, wo der Pfeil in meinem Busen steckte!
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Das Traumbild von
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Rief wachend alle Liebe in meine Brust zurück.
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Ja, rief ich, sie ist treu; nie hätte mir
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Den süßen Traum gesandt, wenn sie ihr treulos wäre!
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Du Mutter der Entzückung, der süßen Harmonie
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In Unschuld vollen Seelen, o! sprich, wo find ich sie!
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Ach, willst du, daß ich sie in
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Dem Ort, der dich entehrt, dem Ort, den ich verfluche?
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Wünsch ich sie da zu finden? nein! große Göttinn, nein!
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Sie wäre nicht
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Ein niedrer Geist entweiht den schönsten Bau der Glieder;
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Unschuldig gieb sie mir, sonst wünsch ich sie nicht wieder!
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Themire – Ach! ihr Götter, wenn jemals sich in ihr
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Die Scham vergessen könnte, was würde wohl aus mir?
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O! wenn auch dann der Kampf mein Herz zerreissen sollte,
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Verachten sollt es sie, wenn es nicht hassen wollte!
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Wo wandelt jetzt die Schöne, und wo beseelt der Strahl
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Aus ihrem schönen Auge ein Blumenloses Thal?
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Wo eilt ihr leichter Fuß, wo sammlet sie von Sträuchen
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Sich Rosen, die nicht halb der Schönen Wangen gleichen?
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Wo bricht sie jetzt das Veilchen, das an dem Busen nicht
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So süße Düfte athmet, als sie, indem sie spricht?
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Doch sie verschönert wohl vielleicht noch keine Scene!
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Ihr Götter, schicket Freude, und Ruh in das Revier,
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Das diesen Schatz verwahret, und einen Traum von mir!
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Ach! aber pflügt sie jetzt, auf Gunst von Fluth und Wetter,
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Das ungetreue Meer, so schützt sie, all ihr Götter
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Der Tiefen, und der Winde! ein günstiger Zephyr
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Beflügle sanft die Segel, und führe sie zu mir!
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Gebieth, o Gott des Meers, daß mit der theuren Beute
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Das flügelschnelle Schiff sanft auf der Fläche gleite!
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Vielleicht hebt ihren Busen, in süßer Harmonie,
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Für mich jetzo ein Seufzer, wie meine Brust für sie.
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Ach! aber wenn vielleicht ihr Auge andern scherzet?
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Gedanke, der auf eins die ganze Seele schwärzet!
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Zu lang war dir die Ruhe, die ihr ein Traum gebracht,
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Du kömmst, sie zu verfinstern, und kehrst die Freud in Nacht.
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O! Göttinn, deren Stern, der jetzt dem Morgen winket,
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Noch freundlich auf mich strahlt, eh er hinunter sinket,
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Befiehlet seine Stunde ihm wieder, aufzugehn,
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So laß ihn bey

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Jakob Dusch
(17251787)

* 12.02.1725 in Celle, † 18.12.1787 in Hamburg

männlich

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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