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Hier herrschet nicht die Liebe, die dort verehret war;
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Der Gott der Zärtlichkeit erregt hier wilde Triebe;
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Sein Reich ist Sklaverey, und Wollust heißt hier Liebe.
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Todt zum Gefühl der Tugend, in Weichlichkeit ersäuft,
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Reißt seine Hand den Sklaven, den seine Wuth ergreift,
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Im Taumel niedrer Lust, verliebt in seine Bande,
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Vom Schmachten zum Genuß, und vom Genuß in Schande.
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Unmännlich sinkt der Jüngling im Arm der Buhlerinn,
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Und schmelzet in dem Schooße der Weichlichkeit dahin;
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Verehrt ein falsches Weib, das seine Schätze liebet,
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Und ihn geplündert dann dem Elend übergiebet.
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Am Rande des Verderbens empfängt ihn dann die Wuth,
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Und Raserey vollendet, was nicht die Wollust thut.
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Gepeinigt, in den Schimpf der Armuth tief versunken,
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Entfliehet dann der Rausch; er sieht, nicht mehr betrunken,
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Die Blumenvollen Thäler, wo alles sonst gescherzt,
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Von keinem Strahl erleuchtet, tief, wie die Nacht, geschwärzt.
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Die Wälder die ihn sonst an ihrer Brust umfingen,
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Die Büsche, die ihr Laub um seine Laster hingen,
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Der Bach, an dem die Wollust die Träume zu ihm rief,
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Wenn er hier saß, und staunte, wenn er auf Blumen schlief,
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Erinnern ihn an Schimpf; er sieht, sich stets verhaßter,
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Statt seiner Freude, nichts, als Zeichen seiner Laster.
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Da schütteln Furien die Fackeln in der Hand;
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Da sieht er seine Schmach: dann pocht, von Angst zerrissen,
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Sein Herz Verzweifelung, dann stürmet sein Gewissen;
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Bis sein erzürntes Schicksal, das schon den Dolch entblößt,
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An seiner Qual gesättigt, ihn in sein Opfer stößt,
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Und der verjagte Geist, der diese Welt verfluchet,
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Zur Höllen niederfährt, und dort die Ruhe suchet.
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So herrschet hier die Liebe: die Wollust, und die Schmach,
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Und Reue, und Verderben schleicht ihren Tritten nach.
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Hier malt romantischer die Gegend ihre Bilder
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Dem scheuen Auge vor, und die Natur ist wilder.
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Es läuft nicht über Flächen, vom Himmel nur umgränzt,
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Die hier ein niedrer Hügel, und dort ein Wald bekränzt:
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Im Schwindel stürzt der Blick von abgerißnen Höhen,
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Die ein versenktes Thal gigantisch übersehen.
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Der Wald an ihrer Stirne verweilt den Mittagsstrahl,
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Und gießet Nacht und Kälte ins wilde finstre Thal.
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Die Eiche drohet hier, der Winde Raub zu werden;
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Die Wurzeln starren schon, wie Adern aus der Erden.
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Ein Strom, in dessen Welle der Sand des Ufers schmelzt,
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Der unter Felsen naget, und sie dann niederwälzt,
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Gießt donnernd seine Fluth durch zitternde Gesträuche
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Der über seinen Strom herabgesunknen Eiche.
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Der Vogel eilt von dannen, durch sein Geräusch verjagt,
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Der Wiederhall entsetzt sich, und das Gebüsche klagt.
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Die Furcht sträubt hier das Haar; von wütenden Gedanken
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Pocht hier des Wandrers Herz, und seine Füße wanken;
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Wenn über seinem Haupte, zum Himmel aufgethürmt,
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Um des Gebirges Stirne der ganze Buchwald stürmt.
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Nie schaut in dieses Thal der hellste Frühlingsmorgen;
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Der Argwohn wohnet hier, die Reu, und finstre Sorgen,
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Der Abscheu für das Leben, der Grimm, die Rachbegier.
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Ein sanftrer Himmel decket ein stilleres Revier,
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Wo bald ein Mirthenhain des Thales weite Fläche
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Mit dunklern Schatten bricht, und bald geschlungne Bäche.
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Hier athmet man die Wollust; die Adern schwellen hier
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Von einer matten Sehnsucht, und trunkener Begier.
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Vergessenheit der Scham, Einschläferung der Tugend,
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Beschleichen hier das Herz der aufgefeurten Jugend.
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Hier feyret man der Göttinn ein ärgerliches Fest,
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Wo alles sich den Flammen der Wollust überläßt;
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Nichts ist dann untersagt; und
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Der Unschuld, und der Scham, begeistert seine Priester.
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Die Herzen schlagen wilder, man liebet, tanzt, und trinkt.
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Hier sah ich einen Schwarm von
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Ihr Auge flog umher, um Herzen zu gewinnen.
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Beladen mit der Beute, die ihren Schimpf bezahlt,
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Erschienen sie voll Reichthum, gesalbet, und gemalt;
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Stolz schien die volle Brust, die Last empor zu heben,
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Die eine halbe Welt zum Schmucke hergegeben.
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Ihr Gang war frey, und reizend; ein leicht und flatternd Kleid
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Verrieth die schönen Füsse, und machte Lüsternheit.
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Ich sah von jedem Tritt ihr Kopfgeschmeid erschüttern,
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Und wie ihr Busen gieng, der Steine Strahlen zittern.
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Ein flüchtigs, brennend Auge, der Schimmer dieser Pracht,
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Die Sehnsucht ihrer Blicke, die Ueppigkeit der Tracht,
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Die wilde Zärtlichkeit, womit sie sich umfingen,
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Versammleten um sie den Schwarm von Wollüstlingen.
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Sie hingen ungesittet an ihrer Führer Hand;
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Die Wangen glühten feurig, ihr glänzend Auge brannt;
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Sie lachten, neigten sich, und husteten mit Willen,
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Und zwangen mit Gewalt, die Brust empor zu quillen.
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Sie zogen an dem Schleyer, und zeigten oft dem Blick
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Des Führers, was er suchte, und bogen sich zurück.
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Ihr fliegendes Gewand, das um die Glieder rollte,
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Verhüllte gar zu schlecht, was es verrathen sollte;
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Und ließ, der heißen Sehnsucht des Buhlers noch zu karg,
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Das übrige nur denken, was es nicht gern verbarg.
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Ich fühlte die Gefahr, und schlug die Augen nieder;
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Ein nie gefühltes Feur schlich sich durch meine Glieder;
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Mein Herz fing an zu klopfen;
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Hier kann nicht das Gebiethe von unsrer
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Ach! flieh mit mir die Luft! ich fürchte diese Erde;
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Ich fühle, daß ich hier nicht widerstehen werde.
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Sprach seufzend: das Gebiethe der Liebe willst du fliehn?
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Wenn willst du doch einmal, den Kummer zu entfernen,
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Das reizendste Gefühl der
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Du kanntest nur den Schatten. Du scheutest dich,
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Vergnügen zu empfinden, und Kummer war dein Lohn!
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Ach wie bedaur ich dich! dein Glück ist dir verborgen;
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Die Liebe willst du nicht, du willst nur ihre Sorgen!
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Was willst du, daß ich fühle? sprach ich, o willst du wohl,
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Daß meine Scham der Liebe ein Opfer werden soll?
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Willst du, daß ich mich frey der Flamme überlasse,
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Nicht mehr unschuldig sey, und mich dann selber hasse;
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Was soll ich mehr empfinden? Ich fühle, daß ich nie
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Von solchen Flammen brannte, und kaum bekämpf ich sie!
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Und jeder Blick auf mich sprach feuriges Verlangen.
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Hier, sprach sie, herrscht die Liebe, nicht, um bekämpft zu seyn;
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Verlacht den Stolz der Tugend, und strafet sie mit Pein.
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Ihr Stolz ist ihre Lust, besiegt seyn, und besiegen:
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Hier fesselt sie kein Zwang, sie nimmt und giebt Vergnügen.
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Ihr seufzt, ihr fleht um Liebe, und bethet ewig an.
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Der Abgott eurer Gluth verschmachtet nach Vergnügen,
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Und sieht euch mit Verdruß zu seinen Füssen liegen.
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Oft haßt er diese Demuth; und statt der Zärtlichkeit
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In Worten, oder Blicken, wünscht er Verwegenheit.
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Chimerisch ist der Stolz, und Qual ein Zwang der Triebe!
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Ist nicht der Gott der Lust zugleich der Gott der Liebe!
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Sie sagts, ein Blick voll Sehnsucht, der durch die Seele fuhr,
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Erweckte alle Geister der stürmenden Natur.
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Ihr Götter! rief ich aus, du kannst die Tugend hassen?
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Mit Zittern trug mein Fuß mich von dem verwünschten Ort,
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Mein Herz flog, und ich seufzte; allein, ich riß mich fort.
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Dem Tempel gieng ich zu: hier sah ich ein Gedränge
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Von beyderley Geschlecht, und folgte dieser Menge.
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Itzt war ich in der Halle; was war es, was ich sah?
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Was für ein Dienst? ihr Götter! erschrocken stand ich da!
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Wie ist durch Barbarey der
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Ich sah die Wollust hier, statt
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Ich sah den Gott der Liebe, – den Gott der Liebe? ach!
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Ein Gott des Hasses war er, der Schrecken, und der Schmach!
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Der Maler stellt ihn hier auf umgestürzten Thronen,
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Die er zu Boden tritt, und seinen Fuß auf Kronen.
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Er schwingt, mit wildem Lächeln, die Fackel in der Hand,
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Das Schwert frißt hier die Menschen, die Städte dort der Brand.
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Den Kampfplatz decken Blut, und theure Niederlagen,
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Und Helden, die die Faust der Eifersucht erschlagen.
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Hier reißt der wilde Sieger entweihte Töchter fort,
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Und schleppet sie in Ketten, als Sklavinnen, an Bord.
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Ein ander schrecklich Bild malt
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Die Furie zerreißt des erstern
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Verwundet an der Erde; der Grimm, die Rachbegier,
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Erscheint ihm im Gesicht; er sinkt, und will sich halten;
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Und Blut strömt von der Stirn, die schon das Beil gespalten.
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Den Dolch in ihren Busen, der Unordnung entblößt.
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Auf schrecklichern Gemälden erscheint hier
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Das eine zeigt sein Laster, das andre seinen Haß.
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Die Wollust führet hier, an einer ehrnen Kette,
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Und halten, ihr zu leuchten, die Fakeln hoch empor.
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Dort fliegt sie voller Angst, und rettet kaum ihr Leben:
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Ihr Antlitz redet Furcht, und ihre Haare schweben
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Wild um die blassen Wangen: Grimm, Blutbegier und Haß,
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Durchfalten hier die Stirne des finstern
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Voll Wuth sein Schwert ergreift, und aus der Scheide reißet.
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Dort bildet dir der Pinsel, mit schandenfroher Kunst,
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Die Weichlichkeit auf Rosen, der Liebe letzte Gunst;
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Und um der Sittsamkeit das Laster zu verstecken,
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Dort wallt die ebne Fluth in Kreisen um
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Die, nicht belauscht zu seyn, sich unter Schatten baden:
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Womit der Strand ihn decket, voll Lüsternheit hervor.
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Dort läßt er von dem Hauch neugieriger Zephyren,
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Der schönen Schlummernden ihr ganz Gewand entführen.
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In mehr, als tausend Bildern, die sie zu Hülfe nahm,
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Bestreitet hier die Wollust die Unschuld, und die Scham,
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Und Opfern gnädig seyn, die ihr zur Schande brennen?
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Man kennt hier nicht der Seelen beglückte Harmonie;
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Man ehrt hier nicht die Liebe, nein, man entheiligt sie!
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Welch schrecklicher Betrug hat mich hieher gezogen!
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Ihr Götter! hat die Erde, die ich nun halb durchirrt,
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Kein Herz, das meiner Freundschaft nicht zum Verräther wird?
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Ich will den Boden fliehn; verderblich sind die Lüfte,
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Und Wollust, was man schöpft, die Rosen hauchen Gifte.
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So seufzt ich voller Schwermuth; und wünschte bald zu fliehn,
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Bald fühlt ich eine Trägheit, die mich zu halten schien.
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Oft gieng ich voll Entschluß; doch meine müden Glieder
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Versagten mir den Dienst, und matt sank ich darnieder.
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Sie einmal noch zu sehen, gewaltiger zu ihr.