Ich kehrte nun zurücke

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Johann Jakob Dusch: Ich kehrte nun zurücke Titel entspricht 1. Vers(1756)

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Ich kehrte nun zurücke;
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So sehr beflügelt kaum, den Lorber zu erjagen,
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Die Hoffnung, und der Stolz die Rosse vor dem Wagen,
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Wenn der erhitzte Führer durch Staubgewölbe jägt,
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Die schlaffen Zügel schüttelt, und ihren Rücken schlägt.
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Die Liebe, die mich trieb, erlaubte an der Quelle
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Des
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Wohlthätge, milde Quelle, sprach ich, sey mir gegrüßt!
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Schützt ewig, kühle Schatten, den Strand, wodurch sie fließt.
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Nehmt hier den Wandrer auf, der müde niedersinket,
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Erfrischt ihn, wenn sein Durst aus euren Strömen trinket;
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Gießt Schlummer auf ihn nieder, wenn er in eurem Schooß
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Die matten Glieder strecket, und legt sein Haupt aufs Moos!
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Dann segnet er den Ort, an dem er Ruh gefunden,
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Kein Blitz wird eur Gebüsch, kein sträflich Beil verwunden!
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O Vater dieser Ströme, der oft an seinem Strand
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Den unglückselgen
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Als seine Laute schwieg, und ihren Klang versagte,
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Und um
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Empfang noch einen Flüchtling, der ohne Hoffnung liebt,
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Und deine heitern Wellen mit einer Zähre trübt:
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Vergönne, daß dein Strom sein schmachtend Herz erfrische,
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Und gieb ihm eine Ruh im Schooße deiner Büsche.
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So grüßt ich diese Quelle, und segnete den Strand.
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Hier wars, wo
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Hier wuchsen erst in ihm die strafenswerthen Triebe.
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Wie manche Thräne floß nach der verhaßten Liebe!
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Doch oftmals hat die Göttinn der Freud an Thränen Lust!
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Die Schönheit dieser Nymphe goß Feur in seine Brust.
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– Er fliegt ihr seufzend nach, und Thal, und Flur vermissen,
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Indem sie von ihm flieht, die Spur von ihren Füssen;
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Doch ihre zarte Ferse verletzt ein Schlangenstich;
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Sie flieht, und statt der Tritte befärbt sie hinter sich
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Die Bahn der Flucht mit Blut; der Gift dringt durch die Glieder;
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Sie taumelt, und erblaßt, und seufzt, und sinket nieder.
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Tod fand sie ihr Geliebter, er weint, er seufzete,
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Und des Gebüsches Echo mit ihm,
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Die Nymphen jammerten, und klagten tausendmale
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Ich gieng von seinem Ufer, und flohe nach
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Gieng wieder unter Segel, und kam nach
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Mich trieb die Ungeduld, die Hoffnung, das Verlangen,
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An diesen Strand zurück,
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Vergebliches Verlangen! Ein thörichtes Gesicht.
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Ein eitler Traum der Göttin! ich kam, und fand sie nicht!
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Wie oftmals hab ich schon die Gegenden durchsuchet,
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Bald zärtlich sie gewünscht, bald Hoffnungslos verfluchet!
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In Thälern, in den Hainen war alles todt, und leer:
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Die Ufer, wo wir saßen, schmückt fast kein Blühmchen mehr.
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Die Büsche, die uns oft vertraut umfangen hatten,
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Stehn ohne Leben da, und werfen schwärzre Schatten,
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Erstorben, leer, zerstöret traurt nun der schönste Ort,
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Die Bäche murmeln tiefer, der West braust wie der Nord.
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So ist jetzt mein Geschick, gequält, unruhig, flüchtig,
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Fast ganz von Hoffnung leer, und dennoch eifersüchtig,
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Noch stets ein Raub der Liebe ernähr ich meinen Schmerz,
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Und Denken, und Empfinden, sind Dornen für mein Herz.
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Voll Schaam, so schwach zu seyn, betrogen, und verlassen,
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Liebt doch mein schwaches Herz, und wünscht nicht einst, zu hassen.
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Grausamer Gott der Liebe! du hast an Thränen Lust:
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Den schrecklichsten der Pfeile warfst du in meine Brust!
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Nichts löschet seinen Brand, und doch soll ich nichts hoffen!
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Kein Wunsch, kein Traum, kein Wink, nichts ist mir eingetroffen.
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Doch liebt ich noch so heftig, und brächte das Geschick
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Was sag ich? hätte sie ihm einen Kuß erlaubet,
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Hätt er ihn nur erfleht, ja, hätt er ihn geraubet:
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Bey
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Und den Verwegnen zeichnet, der falsch, und treulos schwört!
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Nie nähm ich ihre Hand, und fiel sie auf die Knie,
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Des Todes will ich seyn, wofern ich ihr verziehe,
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Ich schwieg.
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Ihr schöner Busen hob sich, sie drückte mir die Hand:
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Ein leiser Seufzer floß von ihrem Rosenmunde,
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Die Wange färbte sich: Ich schone deiner Wunde,
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(sprach sie, mit falscher Wehmuth:) im allertiefsten Schmerz
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Ist auch der leichtste Zweifel noch Trost für unser Herz.
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Ach
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Auch den elenden Trost hat sie mir nicht gelassen!
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Nein, nein, ich darf nicht hoffen – verlange nicht von mir
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Ein schreckliches Geheimniß, dein Zweifel nützet dir.
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O! rief ich, gnug ist schon mein Busen wund gerissen;
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Der Zweifel ist der Tod, laß mich mein Schicksal wissen!
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Du folterst mich aus Mitleid; das Mitleid sey verflucht,
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Das dem die Qual verlängert, der schnell zu sterben sucht!
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Wenn alles mich verläßt, wenn alles neues Feuer
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In meinen Busen gießt, so sey doch du getreuer!
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Stumm waren dir Orakel, stumm, wie der Tod, für mich!
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O sey mitleidiger! weg mit den Finsternissen,
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Worein sich
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Die Göttinn, sprach
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Hat niemals uns getäuschet, mit jenem oder hier.
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Ich wagt es am Altar, um mein Geschick zu fragen,
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Ich ward dafür gestraft – was soll ich dir noch sagen!
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Dieß, Freund, war meine Antwort: das mächtige Geschick
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Zerreisset eure Fessel; nehmt nur eur Herz zurück;
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Die falschen Flüchtigen hält eine neue Kette; –
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Sie sprachs; wie wünscht ich nicht, daß sie geschwiegen hätte!
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Ihr Wort war mir ein Donner, der mich zu Boden schlug.
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Wie hab ich es beweinet, daß ich die Göttinn frug!
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Kalt stand ich am Altar, sank auf die Knie nieder,
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Und bath: o gieb mir nur den süßen Irrthum wieder!
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Laß mich nur zweifeln können, du, die sein Herz mir gab,
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Sonst tilg auch meine Liebe, nimm mir die Fesseln ab!
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Dieß Herz, das sich betrog, wünscht niemals mehr zu brennen;
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Nein, laß es nur verzeihn, und nur vergessen können!
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So täuschte mich
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Mein Herz, durch Gram gelähmet, zur Unempfindlichkeit.
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Die Tage strichen fort; ich lernte mit den Tagen
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Ich dachte nur zuweilen, und ohn Gefühl an sie.
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Mein Herz schwoll nicht mehr auf, mein Blut schlug nicht so flüchtig,
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Auch treulos dacht ich sie, und ward nicht eifersüchtig:
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Kaum zeigte mein Gedächtniß Empfindungslos, und kalt,
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Mir noch erstorbne Züge der reizendsten Gestalt.
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Mein Herz war ohne Wunsch, gleichgültig war mein Wille;
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Es hatte ausgestürmt; nun folgte seine Stille.
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Zum Kummer abgehärtet, und ohne Wunsch nach Lust,
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Lag jetzo die Empfindung im Schlummer in der Brust.
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So scheint ein Feur gelöscht, da durch Gewalt bekämpfet,
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Zuletzt der Luft beraubt, die Last des Schuttes dämpfet;
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Und frißt im Stillen um sich, mit Asche überhäuft;
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Bis es, vom Wind erwecket, den nächsten Baum ergreift;
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Dann strömt die Gluth umher, verzehret mit Getümmel
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Den Blätterreichen Hain, und braust, und flammt gen Himmel.
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Schon hatt ich angefangen, mit größerer Begier
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Mehr als Gewogenheit, und Zärtlichkeit beynahe,
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Erheiterte mein Herz, wenn ich sie kommen sahe;
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Ich fühlt in mir das Leere; Gram, und Melancholie
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Zog mir die Stunden länger, und ich vermißte sie;
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Ich suchte sie so gar, wenn mich des Haines Schatten
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In todter Einsamkeit zu lang umfangen hatten.
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Verlangen zu erwecken, und erst vermißt zu seyn.
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Mein Herz, wenn sie erschien, fing an, froh aufzuwallen,
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Ihr Auge, schön zu seyn, ihr Reden, zu gefallen.
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Oft sagt ich ihr vertraulich: auch du verlässest mich;
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Wie öde sind die Stunden, wie öde, ohne dich!
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Ich fühle, ohne dich, in mir das finstre Leere;
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O! wenn mein stürmisch Herz doch einmal ruhig wäre!
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Verlaß mich nicht,
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Den Rest der alten Liebe, und wenn du willst – mein Herz!
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O! wenn uns
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So, wie der Zufall jetzt, vorher verbunden hätte!
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Sie schlug die Augen nieder, die Röthe im Gesicht;
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Sie schwieg, wenn Blicke schweigen: mein Wunsch misfiel ihr nicht.
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Ich sahe Tag vor Tag dieselbe Gegend wieder,
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Bald einsam, bald bey ihr, und sah mich täglich müder.
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Das Thal, und diese Fluren, Denkmäler unsrer Pein?
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Ist keine Gegend sonst, kein anderes Gefilde,
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Worinn sich unser Herz nichts vom Vergangnen bilde?
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Der Ort, den unser Auge vor dem mit Wollust sah,
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Ist jetzo unsre Hölle, die Schrecken wohnen da!
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Ein jeder andrer Grund, der kleinste Fleck der Erden,
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Den dieses Bild nicht schwärzt, muß uns ein Himmel werden.
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Hinweg aus dieser Wüste! hinweg! dort wollen wir
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Den Gram vergessen lernen. Was hält uns auch wohl hier?
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Die Göttinn hasset uns! sie hat noch mehr Altäre,
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In
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Vielleicht ists ein Verbrechen, ihr dort kein Opfer weihn!
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Sie wird vielleicht hier härter, in
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Was dort die Lieb erfleht, ein feurig Herz voll Triebe,
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Gewährt sie, saget man, dem Herzen, und der Liebe.
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Ich ließ mich gern bereden. Wir wechselten den Ort;
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Ich gieng mit ihr nach

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Jakob Dusch
(17251787)

* 12.02.1725 in Celle, † 18.12.1787 in Hamburg

männlich

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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