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Ein Aug, das Unschuld lügt, und Blicke, die verführen.
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Sie herrschte, wenn sie wollte; ihr Kummer oder Scherz
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War einer ihrer Pfeile, und einer traf das Herz.
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Und richtete den Pfeil, den
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Schnell liebte sie, und heftig; ein Funken, den sie fing,
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Griff um sich, wurde Feuer, schlug Flammen, und verging.
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Der Kampf erhitzte sie, der Streit maß ihr Vergnügen;
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Dieß wuchs durch Wiederstand, und starb gleich nach den Siegen.
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Dann liebte sie wahrhaftig, wenn sie mit Eifer rang;
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Und ließ die Herzen bluten, die ihre Kunst bezwang.
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So folgt die Waldgöttinn der Lust zu neuen Siegen,
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Und läßt den ersten Raub in seinem Blute liegen.
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So bald sie siegen wollte, war auch kein Widerstand,
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Kein Hinderniß zu mächtig, das sie nicht überwand.
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Die Liebe, und der Stolz, dem sie zu schmeicheln suchte,
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Riß sie in Laster hin, die sie hernach verfluchte.
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Die Freundschaft, ihr Versprechen, Gelübde am Altar,
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Die Pflicht und ihre Tugend gerieth dann in Gefahr.
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So eilig liebte sie, und ward der Liebe müde;
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Wie oftmals klagte mirs der zärtliche
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Wie oft bat er mit Thränen die Göttinn beym Altar,
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Als gegen seine Flammen
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Soll eine Sterbliche mit deinen Ketten spielen,
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Und dir, o Göttinn, gleich, verwunden, und nicht fühlen?
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Umsonst nahm ich im Tempel das Herz der Schönen an,
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Das du mir geben konntest, und sie mir nehmen kann;
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Umsonst verbindet uns die feyerlichste Stunde;
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Leichtsinnig reißet sie den Pfeil aus ihrer Wunde,
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Wirft von den schönen Händen die Fessel wieder ab,
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Und nimmt ein Herz zurücke, das deine Macht mir gab!
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O rette deinen Ruhm, gewähr sie meinen Thränen,
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Und wirf noch einen Pfeil ins Herz der kalten Schönen.
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Schon damals wand sie sich vom zärtlichen Verlangen
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Ich hätt es sehen müssen, daß sie mich lieb gewann:
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Zu neidisch, von der Zeit der Liebe zu verliehren,
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War, was ich dacht, und sah, und redte, von
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Sie lieben, ihr gefallen war meiner Wünsche Ziel,
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Und alle Neubegierde, ob ich nur ihr gefiel!
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Wie wenig dacht ich es, daß sie den Schatz mir raubte,
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Sie, die ich viel zu groß für solch ein Laster glaubte!
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Doch da riß Schmerz mich nieder, und Wuth betäubte mich.
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Der Streich, der, wie ein Blitz, mich ohne Warnung rührte,
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Traf sichrer, und verbarg den Mörder, der ihn führte.
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Wie künstlich war die Thräne, die ihre Wange trug,
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Und die der Freude Hohn sprach, wovon ihr Herz doch schlug!
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Wie schön vergiftete, wie sinnreich mich zu quälen,
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Ihr künstlicher Verdacht, das Innre meiner Seelen!
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Ihr Trost riß in Verzweiflung, ihr Mitleid zeugte Schmerz,
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Und wenn sie mich beweinte, durchbohrte sie mein Herz.
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Ich, den die Eifersucht von allem überzeugte,
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Verschlang den stillen Gift, den mir
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Durch sie verführt für Laster, und für Verrätherey;
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Ich Unvorsichtiger, beschuldigte
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Der niederträchtigsten Entweihung heilger Schwüre.
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So war ich hintergangen, als ich den Schluß ergriff,
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Den Räuber zu verfolgen, und Erd, und Meer durchlief.
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Mein Herz, zu voll von Qual, kann sie nicht länger fassen,
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Ich hasse dieses Leben unstät, und voll Verdacht –
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Die Tage sind mir schrecklich, so schrecklich, wie die Nacht –
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Nicht Ruh in meine Brust, nein, Flammen aus der Hölle. –
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Ich will die Falsche suchen, und ihr Verbrechen sehn,
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Mich rächen; oder endlich in Wellen untergehn.
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Vergiß nur deinen Freund – so wahr an allen Enden
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So sprach ich voll von Grimme, und wußt nicht, was ich sprach,
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Erschrocken stand sie da, schwieg, warf die Augen nieder:
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Und seufzt – ich sah sie an, und faßte mich nun wieder:
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Ehrwürdig war der Kummer – ich stand, und wurde roth,
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Und ehrete die Thräne, die Mäßigung geboth.
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Den Stürmen Stille zu, wenn sie zur Unzeit toben;
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In eines Westes Athem erstirbt der Ungestüm,
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Das Meer fällt wieder eben, und schauert unter ihm.
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Sie bat, sie flehete, sie wollte mich nicht lassen,
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Sie weinte; ihre Liebe, die nun den Zwang durchbrach,
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Goß sich in allen Blicken und Worten aus, und sprach.
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Doch alles, was sie sprach, indem wir endlich schieden,
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Schrieb ich der Freundschaft zu, und Liebe zu
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Und in dem Augenblicke, da ich sie wiederfand,
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War ich zu sehr zerstreuet, als daß ich sie verstand.
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Es hatte Phöbe kaum zweymal von ihren Höhen
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Ihr volles Silberlicht im Ocean gesehen,
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Als ihr leichtsinnig Auge schon wieder überwand,
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Und ihrer Ehrbegierde ein neues Opfer fand.
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Jetzt, da ich wieder kam, gieng ihre alte Liebe
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In neuen Flammen auf, und dämpfte diese Triebe.
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Ward auch von ihr verfolget, vergessen, und gequält.
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War jetzo emsiger, mich stärker zu vergiften;
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Bewaffnete von neuem die schöne Mörderhand,
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Zuerst in meiner Brust den Argwohn fest zu gründen,
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Mich zu beruhigen, und dann zu überwinden.
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Ihr Herz kannt nicht die Zähre, die auf der Wange hing,
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Gab nicht den tiefen Seufzer, der durch die Lippen ging.
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Woher dann nahm sie doch, entheiligte
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O! darf denn die Verstellung, sich unsers Falls zu freun,
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So heilge Waffen nehmen, und die Natur entleihn!
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Oft sagte sie zu mir: dahin ist unser Glücke,
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Und keine Stund, o Freund, kehrt aus der Nacht zurücke!
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Nimmt wohl in seine Schatten die Ungetreuen ein –
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Hier hat er, hier im Busch, oft neben mir gesessen –
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Nun ist der Busch verwelkt, und seine Braut vergessen!
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In einem andern Himmel, an einer andern Brust,
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In andern Büschen ruht er, berauscht in süßer Lust!
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O! ungetreuer Freund, hier seufzt noch deine Schwüre
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Des Baumes Dryas nach! –
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Wie liebten wir einander! konntst du so untreu seyn,
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Zween Freunde zu verrathen? – das konntest du nicht, nein!
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Der Hain vernahm die Klagen, die ich hier still vergoß,
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Wie oftmals wünscht ich es, die Untreu nicht zu sehen;
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Doch viel zu kalt war er, mich still zu hintergehen;
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Zu kalt, für meine Liebe, wenn er
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Den Dolch mir zu verbergen, womit er mich durchstieß.
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Ich hielt die Furcht geheim, die mancher Tag erregte,
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Und Zweifel, die er mir zu ungern widerlegte;
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Verbarg vor meinen Augen den sichtbaren Betrug,
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Und hatt, ihn zu erforschen, nicht Herz, und Stärke gnug:
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Genug, ergoß sich schon die Lieb, und das Entzücken,
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Was sollt ich ihn erforschen? sein redendes Gesicht
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Verbarg mir sein Geheimniß, und mein Verhängniß nicht.
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Wie oftmals riß er sich, die Schöne zu begleiten,
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Der ich ein Opfer ward, auf eins von meiner Seiten!
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So heiß war seine Liebe, so frey, so offenbar –
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Die Flucht hat uns gewiesen, daß sie nicht kälter war!
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Mit Thränen wollt ich dich gern um Vergebung flehen!
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Und wäre nur dein Fehler die Flucht, die Flucht allein,
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Wie gern würd diesen Fehler, wie gern
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Doch welch ein Gott vereint die Herzen, die sich schieden?
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Gebirge stehn in Mittel, ein Meer rauscht zwischen her,
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Und trennet uns – und Laster noch weiter, als das Meer.
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So unterhielt sie mich, und zog mich durch die Schatten
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Durch alle Gegenden, die wir besuchet hatten.
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Freund, sprach sie, diese Buche, und dieser kühle Bach,
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Rauscht ehmals unsre Liebe, nun unsre Seufzer nach!
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Unnütze Seufzer, ach! und leer vergoßne Zähren,
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Um Falsche, die mit Recht von uns vergessen wären! –
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Wir kamen in die Thäler – Freund, kennst du dieses Thal,
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Und diese Rosenbüsche, die oft dein Geiz bestahl?
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Am Morgen pflagst du hier der blühenden Themiren
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Mit Blumen voller Thau den Busen auszuzieren.
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Wie sprang sie dir entgegen, und lohnte deine Müh,
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Und nahm von dir die Blumen voll Dank, und küßte sie!
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Dann lächelte sie dir, und ließ sich gern umfangen,
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Und ein entzückend Roth ergoß sich in die Wangen –
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Wer hat in andern Thälern jetzt dieß misgönnte Glück?
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Wer reicht ihr nun die Blumen, und nimmt den Lohn zurück –
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So gab sie mir den Gift; ich trank mit starken Zügen
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Den Argwohn tiefer ein, und trank ihn mit Vergnügen.
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Sie loszusprechen stellte, den schärfsten Dolch in mich.
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Am besten war ich selbst das Werkzeug, mich zu quälen;
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Ich sprach von meiner Fahrt, und mußte sie erzählen;
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Mein Kummer suchte Luftung. Ein volles Herz ist froh,
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Sich einmal zu ergießen, und meins ergoß sich so.