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So seufzt ich unbedachtsam mein Unglück über mich,
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Und sagte Lästerungen, und
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Ich ging in ihren Hain: hier wirst du von
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Wenn dich die Göttinn liebt, dein künftig Schicksal hören:
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Ach unglückseelger Flüchtling, zur Qual mach dich gefaßt!
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Du wirst dein Schicksal hören, wenn dich die Göttinn haßt. –
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Was willst du wissen? gnug,
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Ist falsch, hat sich entehrt, –
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Und kehrt auch mit der Reue die erste Zärtlichkeit
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In ihre Brust zurücke – verlangst du sie entweiht? –
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Nein, nein, dann ist die Reih an ihr umsonst zu schmachten,
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Zu leiden, was ich litt; an dir – sie zu verachten!
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Was soll denn ein Orakel? ach! den elenden Rest
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Der Hoffnung dir zu rauben, den noch ein Zweifel läßt?
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Es sey! und würde mir der kleine Rest entrissen,
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Und hört ich meinen Tod, so ists doch Trost, zu wissen.
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Den Zweifel will ich los seyn, der über Meer und Land
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Mich rastlos fortgegeißelt – will mit entschloßner Hand
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Den tiefgepflanzten Pfeil, mein Unglück, mein Verderben,
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Aus meinem Busen ziehn, und ruhen oder sterben.
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So dacht ich, und gieng weiter; mein Haar empörte sich,
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Die Nacht des Cederwaldes goß einen Schaur auf mich;
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Den kalten wilden Schaur, der durch den Frevler fähret,
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Wenn sein verwegner Fuß ein Heiligthum entehret.
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Und dennoch gieng ich tiefer, drang durch die Schrecken ein;
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Doch stumm war das Orakel, und todt der Cedernhain.
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Ich kehrte wieder um, und wollte von
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Im Tempel, am Altar mein letztes Schicksal hören,
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Ich gieng bis in den Vorhof, und fand bereits die Schaar,
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Ich sah der Jugend Kern, der Insel junge Schönen,
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Die mütterliche Huld noch unachtsamen Söhnen,
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Wie Pflanzen für die Nachwelt, in ihrem Arm erzieht,
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Bis diese sich empfinden, und jene aufgeblüht,
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Mit Rosen um die Stirn, in unschuldvollen Reihen,
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Gleich jungen Grazien, aus Körben Blumen streuen.
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Hier giengen zwanzig Bräute, die durch der Mutter Hand
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Der Weichlichkeit entzogen, das rohe
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Sie flohen ihrer Stadt entheiligte Altäre,
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Und brachten itzt ihr Herz mit Opfern nach
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Schön, wie die Halbgöttinnen; auf ihrem Angesicht
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Fand ich die frechen Züge der weichen Sehnsucht nicht,
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Nicht dieses wilde Feur, worinn die Wollust lodert,
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Die stille Mattigkeit, den Blick, der selber fodert.
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Sittsame, holde Züge, die schöne Blödigkeit,
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Ihr Anstand, ihre Stellung, ihr ungekünstelt Kleid,
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Ihr leicht geschürztes Haar, die Furchtsamkeit, die Jugend,
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Der Augen sanfters Feur versprach ein Herz voll Tugend.
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Von Töchtern, und von Söhnen mit Opfern zum Altar,
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Das siebente Geschlecht von tugendhaften Saamen,
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Von Helden, die hieher von
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Vielleicht durch diesen Trotz, des Kriegesgotts Verbrechen,
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Zwar strafte sie die Göttinn für den erlittnen Hohn:
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Sie wurden unerträglich, und ihre Männer flohn;
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Sie sahn den kalten Mann sein Ehebett verlassen,
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Und mit verliebtern Arm die Thracerinn umfassen.
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Doch diese Rach erweckte, und reizte nur zur Wuth;
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Sie rasten, und vergossen der Männer falsches Blut;
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Nur noch Hypsipile entflohe den Gestaden,
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Und wollte nicht die Hand im Blut des Vaters baden,
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Ans männerlose Ufer, und rettete das Land:
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Verliebt empfingen sie die kühnen
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Die bald in ihrem Arm die bessre Nachwelt bauten.
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Der Enkel hat vergessen, was ehedem geschehn,
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Ich sah, nach dieser Schaar,
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Vor allen andern kenntlich; man sah, daß ihre Schaar
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Von Grazien gebildet, und selbst erzogen war.
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Sie unterrichten sie in Anstand, Min und Blicken,
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Zum mütterlichen Dienst die würdigsten zu schicken.
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Denn hier rauscht am Gebirge der angenehmsten Stadt,
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Hier steht ihr alter Sitz, der Wohnplatz ihrer Ehre,
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Und manch geweihter Hain, und Tempel, und Altäre.
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Die Majestät der Bildung, die keine Min entstellt,
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Das Grübchen, das im Lächeln in ihre Wangen fällt,
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Der Augen stilles Feur, der Silberton der Stimmen,
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Die Backen, die herab um Marmorschultern schwimmen,
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Die Rosenvollen Wangen, die feine, schönste Haut,
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Die von dem hohen Busen den zarten Flor durchschaut,
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Der Augenlieder Fall, die Harmonie der Mienen,
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Versprechen Göttinnen, wenn Göttinnen erschienen.
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Ihr Reiz war mir zu mächtig; den Schönen gar zu nah,
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Empfand ich, was ich fühlte, wenn ich
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Mein Auge ward nicht satt, mein Herz schwoll auf, und pochte;
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Geschwinde Wasser rollet, und
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Und wo er Städte tränkt, und wo er sich verliehret;
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Indem er unterm Meer sich durch Canäle windet,
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Der tugendhaften Bräute der Weihrauch hergesandt.
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Ich sah die sittsamen; sie hielten sich zurücke,
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Und schöne Blödigkeit beherrschte alle Blicke.
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Bey jedem Gruß des Jünglings, den er der Schönen both;
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Durchströmte ihre Wangen das allerschönste Roth;
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Stets fertig floh die Hand, die Lippen zu bedecken,
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Und hustend suchten sie die Röthe zu verstecken
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Schön fand ich alle Bräute, die diese Gegend nährt;
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Doch ihrer Unschuld wegen schätzt ich sie liebenswerth.
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Die keusche Mutter pflanzt die Zucht der
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Von zarter Kindheit an der Tochter in den Busen;
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Sie ahmen ihrer Tugend, und ihrer Strenge nach,
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Und einen Blick voll Sehnsucht bestrafet ewge Schmach.
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Vom fruchtbarn Orient, und von des Niles Strande,
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Der fernen Abendländer, wo sich der Erdkreis schließt,
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Versammleten sich hier der Städte Schmuck und Ehre,
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Und warteten zum Dienst der Ankunft der
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Ein göttliches Entzücken gieng itzt durch die Natur,
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Und Harmonie, und Feyer beseelten Hain, und Flur.
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Die sanfte Frühlingsluft starb im Gebüsch der Quellen;
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Die Bäche murmelten, und spielten kleinre Wellen;
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Der Vogel schlug die Flügel und tausendstimmig drang
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Durch die geheimsten Schatten Entzückung, und Gesang,
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Ein silbernes Gewölk von Frühlingsdüften tragen,
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Die ihr ein Heer von Zephyrs aus Thälern voller Pracht,
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Von Rosen, und Jesminen, und Veilchen zugefacht.
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Die Dryas zitterte, da auf der Bäume Gipfel
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Der Fuß der Göttinn trat, und schüttelte den Wipfel,
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Der unter ihm sich beugte, und grünt, und düftete.
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Und seine Göttinn fühlte, und Ehrfurcht rauschete.
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Der göttliche Geruch ambrosialscher Düfte
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Floß von dem Lockenhaar der Göttinn durch die Lüfte.
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Die ganze Schöpfung sahe mit süßer Ehrfurcht zu,
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Und alles lebte, blühte, liebkoste, schöpfte Ruh.
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Die Nymphen legten schon das Opferholz zusammen,
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Und junge Grazien entzündeten die Flammen.
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Gerüche wallten wolkicht mit Jubeln in die Höh;
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Der helle Altar rauchte, der Tempel schimmerte.
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Dieß war ein Augenblick der Ruh bey meinen Wunden;
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Die Zeit, in der ich nichts von meinem Gram empfunden.
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War dieses die Minute, worinn ich sie vergaß.
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Doch zehnfach kam der Schmerz in meine Brust zurücke,
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Und bald empfand ich ganz mein schreckliches Geschicke.
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Ich ward mir meiner Wunde, und Einsamkeit bewußt,
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Und quälte mit dem Argwohn von neuem meine Brust.
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Ich einsam ganz allein, verrathen vom
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(so glaubt ich) sah die Braut den Jüngling neidisch führen;
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Ich, der an ihrer Seite sonst in Entzückung schwamm,
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Sog itzt aus fremder Freude nur Gift für meinen Gram.
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Zur Pein ward mir die Lust, die andere empfunden;
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Ihr grausam Lächeln riß mir Dornen durch die Wunden;
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Ich wünschte alles traurig, ihr Kuß, ihr süßer Scherz,
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Ihr Blick, voll Huld und Liebe, stieß mir ein Schwert ins Herz.
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Wer kann den stillen Neid im Unglück überwinden,
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Und ein Vergnügen sehn, das Glückliche empfinden?
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Der Anblick ihrer Freude beleidigt unsre Qual,
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Schwärzt unser Schicksal tiefer, schlägt, wie ein Donnerstrahl,
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Das Herz, das Schwermuth beugt, im Zirkel froher Brüder,
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Zu finster für die Lust, in seinem Elend nieder:
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Wie konnt ich mich wohl fassen? ach! alles, was ich sah,
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Vermehrte meine Unruh, ein Trost für mich war da;
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Doch ließ sich noch mein Herz von Hoffnungen verführen,
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Mein Auge suchete, wie thöricht! nach
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Es flohe durch die Menge, hing oft an ein Gesicht
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Den starren Blick, betrog sich, und fand
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Ich stand, und seufzete,
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Kein Herz ist misvergnügt, ich aber, wie verlassen,
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O Götter, wie verlassen! – warum erschien ich hier?
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Ich wollte noch einmal die Augen rückwerts drehen,
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Auf der verblichnern Wange, indem sie näher kam.
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Im Stillen freut ich mich an dem geheimen Leide,
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Das mir ihr Auge sprach. O! Götter, welche Freude!
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Ihr Unglück, das mit meinem aus einer Quell entsprang,
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Ein Gott, der mich verfolgte, und sie zu Thränen zwang.
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Ein gleicher Streich des Glücks, der sie von dem
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Und mich von meiner Braut verrätherisch geschieden,
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(ich wußte nicht ihr Laster, und kannte nicht ihr Herz.)
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Mit Zähren im Gesicht, das meine Blicke scheute,
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Kam die Verführerinn, und zog mich an die Seite:
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Betriegt mich nicht mein Auge, so sprach sie, und der Ton
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War, wie der Ton der Wehmuth, so seh ich dich,
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Und dieß erzürnte Glück, das unser Band geschieden,
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(sie trocknete die Augen, und seufzte,) dieses Glück,
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Bringt uns noch einst zusammen in dieses Land zurück!
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O! laß uns unsern Gram in jene Schatten tragen,
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Uns trösten – oder doch uns unbehorcht beklagen.
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Ich selbst verdiente Mitleid, und ich bedaurte sie.