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Die Lieb ist reich an Sorgen, Furcht ihre erste Frucht,
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Und Zärtlichkeit begleiten Verdacht und Eifersucht.
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Ich fühlte ihre Pein, indem sich unter allen
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Ein gleicher Eifer wies,
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Doch keiner schien so zärtlich aus dieser ganzen Schaar,
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Ihm schenkte die Natur die Augen, und die Wangen,
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Die Grübchen, und den Reiz, den Weiber sonst empfangen.
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Den zarten feinen Körper, den sie zur Schau gemacht,
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Behing, ihn zu verschönern, der Reichthum noch mit Pracht.
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Die Locken, die so schön, wie
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Betrogen selbst den West, und reizten ihn, zu spielen.
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Er ahmete den Schönen ihr süßes Lächeln nach,
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Und selbst die schönen Fehler der Stimme, wenn er sprach.
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Auf diesen Vorzug stolz, erschien er oft
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Und hielt sich schön genug, ihr Herz mir zu entführen;
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Und ob sie sich beredet, ob er sie irgend fand,
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Vergebens wartete, die Schöne zu empfangen,
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Wie glücklich mag die Stunde für
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Zwar ich mistraue nicht der Tugend der
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Allein, dein Feind ist schön; und Schönheit kann verführen!
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Ihr Götter, welche Sprache! mein Blut erstarrte mir!
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Die mich hier warten läßt! – So soll der Hain mit Grauen,
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Der meinen Schimpf gesehn, auch meine Rache schauen!
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Verlaß mich, falsche Göttinn! ich will in meiner Wuth
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Nicht Liebe, Thränen will ich, und mehr als Thränen, Blut!
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Verhaßt ist mir dein Dienst; ich fluche den Altären,
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Mit Zittern sollst du mich den Weichling
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Dieß weibische Gesicht, im Staube zerren sehen!
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Und sprach: bey allen Göttern,
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Bey dem, was heilig ist, und kann dich Unschuld rühren,
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Ach! bey der Unschuld selbst der reizenden
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Bey ihrer ewgen Liebe, die für die Unschuld spricht!
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Verzeih ihr diesen Fehler,
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Sie dachte nicht an sich, und hielt mich fest umfangen,
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Und drückte mich ans Herz: indem wir also rangen,
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In ihrem blöden Auge, und schöne Aengstlichkeit.
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Sie fiel um meinen Hals, und bath mich, zu verzeihen:
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(so weit, ihr Götter, geht die Kunst der Ungetreuen!)
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Und redete von Liebe, allein, ich riß mich fort –
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Doch wie? du bist erzürnt, und kehrest deine Blicke,
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Die ich so sehr gesucht, so wild von mir zurücke!
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Was sagt mir diese Stirne? – Du frägst noch, sprach ich, was?
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Was deine Untreu werth ist, Verachtung Zorn, und Haß!
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Die Götter sehn dein Herz – verräthrische
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Die Thränen kosten nichts, nichts kosten dich die Schwüre!
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So weit der Himmel reichet, so weit von ihren Höhn,
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Verräther zu bemerken, der Götter Augen sehn,
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So weit die Sonne läuft, und ihre Strahlen scheinen,
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Gleicht an Treulosigkeit kein falsches Herz dem deinen!
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Umsonst wählst du den Schatten, die Untreu zu begehn,
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So lang aus ihrem Himmel die Götter niedersehn.
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Ich riß mich los von ihr; sie bat mich, anzuhören,
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Und seuzte voll von Angst, und schwamm in heißen Zähren;
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Sie rang die schönen Hände; Grausamer! höre mich,
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Verdien ich Haß damit? – du spottest meiner Zähren,
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Entfliehst, und raubest mir den Trost, mich anzuhören?
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Die Götter sind mir Zeugen, mein Herz schlug nur für dich:
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Grausamer, den ich liebe, geh nun, und hasse mich!
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Ich floh aus ihrem Arm, von Zorn dahin gerissen,
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Tief in des dichten Hains gramvolle Finsternissen,
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Und suchte dort die Ruhe; hier ließ ich erst mein Herz
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In seinem Kummer bluten, und reizte meinen Schmerz:
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So wie mit einem Pfeil der seine Brust verletzet
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Ein Hirsch durchs weite Thal in tiefe Wälder setzet,
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Dem Tode zu entfliehen, der ihm am Herzen steckt,
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Dann im Gebüsche sinket, und seine Wunde leckt.
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Ich sank, vom Zorn erschöpft, und voll Gedanken nieder;
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Und nach dem Sturm der Wuth kam schon die Liebe wieder.
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Und Thränen und die Wehmuth, in der sie vor mir stand:
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Wie pochte nicht mein Herz! dem Mitleid ganz gelassen,
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Seufzt ich: so liebst du sie? wie würdest du wohl hassen?
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Erröthe vor dem Laster? erröthe, Grausamer!
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Barbarisch bey der Angst, die sie um mich empfunden,
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Hab ich mich voller Trotz aus ihrem Arm gewunden!
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Wie zärtlich bat ihr Auge! wie rang sie! welch ein Schmerz!
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Und Thränen – ja die Thränen zerrissen mir das Herz! –
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So rang ich mit mir selbst, gefoltert von der Reue,
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Und sahe neben mir die schöne Ungetreue.
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Sie floh mir in die Arme; Grausamer! konntest du
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Mich so gelassen quälen? ich finde nirgend Ruh!
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Zu zärtlich lieb ich dich – kannst du
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Bey unsrer ersten Liebe, bey meinem tiefsten Schmerz,
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Bey allen diesen Thränen, entreiß mir nicht dein Herz!
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Mit jeden Wort ward mir ein Schwert durchs Herz gerissen.
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Beschämt, mir selbst verhaßt, sank ich zu ihren Füssen,
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Und sprach: ich ward im Zorne ein Peiniger an dir:
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Ach! bitten wolltest du? mich, einen Undankbaren?
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Mich, deinen Peiniger? nein! strafe den Barbaren! –
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Doch kannst du mir verzeihen? –
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Geliebter, sprach die Falsche, ich lebe nur für dich.
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Freund, ich empfinde noch den Aufruhr meiner Triebe;
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Unendlich mehr, als je, entbrannte meine Liebe!
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– – So, wenn in Frühlingstagen, oft plötzlich eine Nacht,
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Vom Wind herauf gewälzet, den Schauplatz finster macht,
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Verläßt auf kurze Zeit die Stille Hain, und Felder,
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Der Sturm heult durch das Thal, und schüttelt laute Wälder;
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Bald aber theilt die Wolken ein froher Sonnenschein,
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Und Freude nimmt von neuem die stille Gegend ein.
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Doch eine kurze Ruh! mich tiefer zu betrüben;
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Mein Argwohn war geheilet; mein Nebenbuhler schien
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Doch, ob es Ahndung war, ob Furcht, sie zu verliehren,
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Mich fraß ein stiller Gram; ich seufzte bey
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Oft sagt ich ihr voll Wehmuth:
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Nimmt, zürnten auch die Götter, mein Herz von dir zurück;
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Voll Muth, und als ein Mann, will ich die Streich ertragen,
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Die stolze Tugenden so oft zu Boden schlagen;
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In deinen schönen Armen,
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Kein feindliches Verhängniß, mein sorgenloses Herz:
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Doch daß das Leben mir, wofern ich dich verliehre,
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Zur Strafe werden wird, das fühl ich schon,
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Ein süßes, zärtlichs Lächeln, ein Kuß war da mein Lohn!
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Wie hätt ich es gedacht! o, könnt ich es vergessen,
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Wie schön sie damals war, o könnt ich es vergessen!
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An einem schönen Morgen, als ich in jenem Thal,
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Kein Augenblick ist dein, man wird sie dir entführen!
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Ich stand betäubt, und sinnlos; so stehet unbewegt
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Der Wandrer, wenn ein Donner schnell vor ihm niederschlägt;
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Er ging in sich gekehrt, und warf den Blick zu Erden,
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Und sah nicht über sich den Himmel schwärzer werden:
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So stand ich unbeweglich; nach einem Augenblick
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Kam endlich mit dem Leben die Wuth in mich zurück;
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Ich floh dem Strande zu, und sah das Schiff verschwinden.
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Die Götter haßten mich, und mit beglückten Winden
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Befördert ihre Freude, mich nur gebeugt zu sehn,
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Das schändlichste Verbrechen des falschen
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Und ein verhaßter Wind noch mit Gewalt zurücke!
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So hab ich oft erzählet, eh ich das Meer durchlief,
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Ich folgte diesem Wink, und glaubte, daß Cythere,
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Nun, nach so vieler Treu mir wieder gnädig wäre.
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Voll Hoffnung kam ich wieder, die Liebe führte mich.
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Brauchts mehr, als dich nicht sehn, daß Gegenden der Erden,
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Worauf der Himmel ruht, ein Ort des Fluches werden?
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Mehr, als dein zärtlich Auge, von holder Liebe voll,
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Wenn aus dem Graun der Wüste der Himmel werden soll?
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Allein, ich kam umsonst; noch war nicht meine Stunde.
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Von neuem blutete die ungeheilte Wunde;
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Voll Kummer, ohne Hoffnung, verließ ich den Altar,
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Und kannte kaum die Gegend, die sonst so reizend war,
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Ich starrte um mich her, mit Augen voller Zähren:
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Sind diese Gegenden Gebiethe der
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Wie öd ist ihr Gebiethe! – wie sterbend dieß Revier!
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Die Königinn der Nacht, mit ihren Bundsgenossen,
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Hat in den todten Hain die Schrecken ausgegossen.
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Ach! dieser Hain von Buchen, der so gesellig war,
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Das Murmeln dieses Baches empört mir jetzt das Haar!
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Den heilgen Tempel selbst bewohnen Gram und Schrecken.
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So seufzt ich: meine Seele zerriß ein innrer Streit;
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Verhaßt war mir Gesellschaft, verhaßt die Einsamkeit;
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Mit blinder Eifersucht bestritt ich meine Triebe,
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Und kämpfte, doch umsonst; selbst meine Wuth war Liebe.
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Die Göttinn strafete mein eifersüchtig Herz,
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Zur Straf hat sie gewiß, wenn ich sie bat, zu hassen,
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Mich in der größten Wuth die Liebe fühlen lassen,
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Ich irrte unentschlossen, und fand in meiner Flucht
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Die Oerter todt, und traurig, die ich sonst gern gesucht.
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O! Göttinn, rief ich dann, vertilg in mir die Triebe,
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Und strafe meinen Feind,
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Gieß alle meine Flammen, gieß meinen ganzen Schmerz,
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Und alle meine Qualen, in sein treuloses Herz,
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Laß ihn vergebens flehn – nein! laß ihn glücklich brennen,