1
Beglückt, wer so, wie Ihr, in eignem Schatten lieget,
2
Die Schöpfung um sich sieht, und sich daran vergnüget;
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Wer in den dunklen Hainen, von reiner Luft gekühlt,
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Die Schauer der Entzückung tief in der Seele fühlt;
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Auf Fittigen der Ruh zum Schöpfer sich erhebet,
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Und, weisen Tiefsinns voll, empfindet, daß er lebet!
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Wer vom Geräusch der Städte, im Denken ungestört,
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Mit seines Hauses Göttern zur Einfalt wiederkehrt!
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Im mäßigen Bezirk von väterlichen Gründen
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Wird er dich, o Natur der Alten, wiederfinden,
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Ein freyer Erdenbürger, nicht Thoren ausgestellt,
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Und unter deinem Zepter Herr seiner kleinen Welt,
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Der hier auf eigner Flur, und dort auf eigner Weide,
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Die Heerden wimmeln sieht, und wallendes Getreide!
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Mit Euch hab ich mir öfters in Gängen voller Nacht,
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Oft in den Rosenthälern das Leben schön gemacht.
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Oft hörten wir entzückt, in Büschen an den Quellen,
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Das Lied der Nachtigall, und das Gespräch der Wellen,
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Die Harmonie der Thäler, der Wälder und der Flur,
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Die allgemeinen Hymnen der feyrenden Natur.
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Oft hat der frische West, der in die Blätter spielet,
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Und ihre Schatten wiegt, auch meine Stirn gekühlet:
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Oft, wo er seine Flügel in Frühlingsdüften taucht,
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Mich aus dem Blumenthale balsamisch angehaucht:
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Oft von dem See herauf, den leicht sein Fittig rühret,
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Hat er mir Harmonie und Stärkung zugeführet.
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Laßt mich noch einst, Ihr Brüder, den Schauplatz übersehn,
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Und irrend durch die Gegend mit meiner Muse gehn.
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Unsichtbar folg ich Euch, gefesselt in den Schranken,
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Die mir mein Schicksal setzt, zum mindsten in Gedanken.
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Du Aufenthalt des Friedens, geliebtes Schattendach,
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Wo ich oft in Gedanken, auf Moos gebettet, lag;
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Wo oft in Einsamkeit, vom leichten Schlaf begleitet,
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Die Stille über mir die Flügel ausgebreitet;
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Mein Tempe, sey gegrüßet! nimm, angenehmer Hain,
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In Lauben voll Gerüchen den stillen Dichter ein!
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Er geizt nicht nach dem Stolz von delphschen Lorbeerblättern:
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Mit Epheu, welche hier um deine Buchen klettern,
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Soll er den Schlaf beschatten; und muß er schöner seyn,
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So tragen jene Thäler noch Morgenrosen drein.
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Noch schlummert weit umher, in Gründen und auf Hügeln,
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Die schweigende Natur, verhüllt in ihren Flügeln.
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Noch hängt, im Morgentraume, von Thau und Schlummer schwer,
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Der todte Wald die Blätter, und alles um ihn her
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Sein taumelnd Haupt herab. In nebelichter Hülle
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Graut über ihm der Tag, und sichtbar ist die Stille.
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Der weite Tempel Gottes, Berg, Thal, und Hain und Flur,
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Raucht noch nicht von dem Weihrauch der opfernden Natur.
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Noch rührt ein schräger Strahl die blaue Atmosphäre,
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Bricht sich zum Theil herab, und fällt zum Theil ins Leere.
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Das dunklere Gewölbe erhellt sich nach und nach:
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Ein heitrer Kreis im Osten verkündigt ihm den Tag.
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Er dehnt sich prächtig aus, und überströmt vom Schimmer,
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Eröffnet sich der Tag Aurorens güldnes Zimmer.
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Der Sonnen halbe Scheibe schaut glüend in die Flur,
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Vergüldet ihre Hügel, und grüßet die Natur.
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Welch eine neue Welt, gekleidet in Vergnügen,
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Sieht ungesättiget mein wandernd Auge liegen!
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Die warme Luft entwickelt, in Wald, und Thal, und Flur,
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Die reifen Embrionen der schwangeren Natur.
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Das Leben strömt herab. Aus Feldern, die gebähren,
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Steigt hier ein düftend Kraut, und dort die Saat der Aehren.
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Auf jener weiten Fläche, die Frucht für Arbeit gab,
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Wälzt sich mit grünen Wogen ein flüchtig Meer hinab;
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Ein Schatz, den jedes Feld dem frohen Landmann bringet,
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Das erst sein Pflug zerriß, und dann sein Schweiß gedünget.
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Nun stirbt die Winterflamme, die sonst mit Busch genährt,
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Die schwarze Tenn erleuchtet, auf dem verlaßnen Heerd;
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Es raucht sein hangend Dach, mit frischem Moos bedecket,
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Nur, wenn sich tief ins Feld sein langer Schatten strecket.
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Verödet liegt die Hütte, so lang er froh bemüht,
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Die Pflugschaar mit dem Stiere durch seine Felder zieht;
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So lange auf der Trift, wo er auf weiche Rasen
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Die müden Glieder streckt, die Heerden um ihn grasen.
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Doch, wenn der Abend kühlet, hält eine tiefe Ruh
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Ihm willig beyde Arme von seinem Lager zu.
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Auf stillen Fittigen, ihn wieder zu verjüngen,
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Wird sich dann über ihm ein Balsamschlummer schwingen.
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Kein schwarzer Traum des Neides, der sich zum Schatten härmt,
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Kein Schrecken wird ihn ängsten, das um den Hochmuth schwärmt.
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Gram, und die blasse Furcht, gefesselt an den Ketten,
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Worin das Laster geht, rast um entweihte Betten,
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Rauscht um die güldne Decke, worinn zur Mitternacht
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Die Schuld vor Teufel zittert, die sie des Tags verlacht,
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Schwärmt im gewölbten Saal, und führet die Gesichter
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Der Höllen vor dem Pfühl erhabner Bösewichter.
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Ihn wird nicht Kummer wecken, wenn Stolz und blasser Neid
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Von rothgeweinten Augen der Bürger Schlaf zerstreut,
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Noch Sorgen, die den Geiz, bey ungeschloßnen Augen,
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Von Blut bis auf die Haut, wie Igel, ledig saugen.
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Heil dir, beglückte Einfalt! du letzte, edle Spur
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Des ersten güldnen Alters, des Standes der Natur.
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Die Freude und die Ruh, verscheucht von güldnen Schwellen,
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Schwingt sich zu dir ins Thal, und ruht bey dir an Quellen.
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Die Hoffnung, minder prächtig, führt den gebückten Stier
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Durch väterliche Furchen, und sprosset hinter dir.
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Vom Dampf der Städte fort, gießt in die reinern Lüfte
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Gesundheit Balsam aus, der Frühling holdre Düfte.
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Der blasse Sybarite verachte deinen Pflug:
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Die Leiche seines Palasts, sich selbst nicht stark genug,
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Der, wenn dein fester Fuß sich frisch auf Blumen hebet,
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Durch güldne Zimmer schwankt, und durch die Kunst nur lebet.
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Die Ehre folgt der That, und ruht auf keinem Stande:
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Um Schlösser schwebt kein Ruhm, um Hütten keine Schande.
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Einst war die Arbeit herrlich.
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Die Krone um den Scheitel, und in der Hand den Pflug.
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O laßt mich meinem Trieb! folgt mir, mit einem Blicke,
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Ins Alter der Natur und Sparsamkeit zurücke.
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Laßt mich, Ihr wehrten Brüder, der Helden Asche weihn,
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Und eine Hand voll Blumen auf ihre Gräber streun.
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Dich sahn, o Curius, den Frieden zu erbitten,
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Am väterlichen Heerd erstaunende Samniten,
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Den Held, den durch die Thore der Siegeswagen trug,
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Nährt schlechte Kost der Felder, tränkt jetzt ein irdner Krug.
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Hört dort den Regulus, der Didons Volk geschlagen,
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Im Lorbeer des Triumphs um seine Pflugschaar klagen:
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Den Schutzgott der Quiriten beugt eines Diebes Hand,
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Die seines Hauses Nahrung mit seinem Pflug entwandt.
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So herrlich war der Stand, eh Stolz die Welt regierte,
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Daß eine Heldenhand ihn durch den Acker führte.
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Die Hand, die hier bekleidet mit königlicher Macht,
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Roms kleine Welt beherrschte, und dort das Glück der Schlacht,
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Verachtete die Ruh in weibischem Vergnügen,
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Und führte hier den Pflug, und dort das Schwerdt zu Siegen.
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Hebt nun von euren Feldern die fromme Hand empor;
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Die Saat ist ausgestreuet, die Hoffnung keimt hervor.
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Schau gnadenreich herab, Du, der das Jahr regieret,
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Der Zeiten Wechsel schuf, und um den Erdkreis führet!
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Erwärmt mit thaunden Flügeln, ihr Wind, ein schwangres Feld.
134
Ergießt euch, mildre Wolken, und seugt den Wunsch der Welt!
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O daß kein scharfer Nord dich, ruhigs Thal, zerrütte,
136
Und Mehlthau, oder Frost von kalten Flügeln schütte!
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Daß doch kein Sturm aus Rußland die blühende Natur
138
In eine Wüste stürme! Daß über dieser Flur
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Sein giftger Athen nie in spätem Hagel rase,
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Noch seine Legion von Ungeziefer blase!
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Zum mindsten muß er schadlos vor euch vorüber ziehn,
142
Unschuldige Gefilde, und still eur Lenz verblühn.
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Dann mag die Rache da Verderben um sich hauchen,
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Wo mit unschuldgem Blut gedüngte Länder rauchen;
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Auf Erndten, die der Eigner, den mächtig Unrecht schlug,
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In Aehren hinterlassen, beladen mit dem Fluch:
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Auf Thäler, die Gewalt der Armuth abgestritten,
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Mag sie zusammen ziehn, und allen Donner schütten!
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Ihr Saaten dieser Fluren, auf deren schwangrem Schooß
150
Nicht Blut noch Thränen flossen, wachst ihr in Frieden groß!
151
Dann, wenn, von schwerer Frucht, eur hangend Haupt sich krümmet,
152
Und gränzenloses Gold in diesen Flächen schwimmet,
153
Dann laßt mich, voll Gedanken, in euren Schatten gehn,
154
Und durch die weiten Fluren die Wellen laufen sehn,
155
Und, wenn ich dichtend geh, der fortgewälzten Aehren
156
Sanft rauschenden Gesang Entzückung lispeln hören!
157
An diesem Rosenbusche, den tiefe Still umfängt,
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Um den ein Kranz von Buchen die breiten Zweige hängt,
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Der hier Gerüche haucht, und von bemooßten Hügeln
160
Gebeugt den Teich beschaut, sein blühend Haupt zu spiegeln,
161
Will ich mich niederwerfen, den streitenden Tumult
162
Von Stimmen anzuhören: mit froher Ungeduld
163
Rauscht unstät um mich her des Busches frohe Menge,
164
Und jägt im Schatten sich, und schlägt, und lärmt Gesänge.
165
Hier braust ein Schwarm von Spreen, nicht furchtsam für Verrath,
166
Stürmt aus dem Erlenbusche, und stürzt sich auf die Saat.
167
Dort schlägt ein wilder Heer mit schwirrendem Gefieder
168
Die Luft, die um ihn rauscht, und fällt in Wolken nieder.
169
Hoch zieht dort über Wälder (kein Donner trifft da mehr)
170
Die Colonie der Enten in einer Reih einher,
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Schifft langsam um den Teich, und spähet sich im Fliegen
172
Im Schilf ein Lager aus, und senkt sich da zu liegen.
173
Dort am bemoosten Dache, worum ein Rauch sich zieht,
174
Schaut Progne aus der Hütte, und schwirrt ihr stammlend Lied.
175
Die Schwestern jagen sich, bald hoch, bald wieder tiefer,
176
Und taumeln in der Luft, und haschen Ungeziefer.
177
Hier schilt der bunte Täuber, und schwellt den weiten Kropf,
178
Und dreht sich um sich selber, und senkt und hebt den Kopf,
179
Bis sich die Taube naht; dann, stolz bey ihrer Bitte,
180
Bläht er sich prächtig auf, und trabt vor seiner Hütte.
181
Welch ein Tumult von Schwalben! Ihr ängstliches Geschrey
182
Verkündiget dem Thale, daß wo ein Räuber sey.
183
Lang schwärmen sie um ihn; gewarnt durch ihr Getümmel,
184
Wagt sich kein Vogel aus, und scheut den freyen Himmel.
185
Dort, nur ein Punkt dem Auge, dreht sich der Wüterich!
186
Tritt hier in diese Schatten, o Freund, und rüste dich,
187
Indem er hoch herab ein zitternd Opfer findet,
188
Und aus den Wolken sich gemächlich niederwindet!
189
Und wenn er, zum Triumphe, mit träger Majestät
190
Im weiten Kreis sich langsam um seine Beute dreht;
191
So laß ihn aus der Luft, gerührt vom Donner, fallen,
192
Und im Triumph umher die Gegend wiederschallen. –
193
Er fällt – die Thäler jauchzen – er fällt, und spornt voll Wut
194
Den Boden mit den Flügeln, und flattert noch im Blut.
195
O Freund, an jenem Thor verbreitet aufgehangen,
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Soll der Tirann der Luft, dein Siegeszeichen, prangen.
197
Dort, wo im Duft der Linde, die, von der Kunst gebeugt,
198
Die blätterreichen Arme um ihre Schatten beugt,
199
Der leichte Zephir hüpft, und von dem Teich her kühlet,
200
Der an den grünen Strand die Silberwellen spielet,
201
Dort hebt der Lenz vom Grünen sein blühend Haupt heraus,
202
Und haucht in Balsamdüften umher Erquickung aus.
203
Schau, wie die Blumen hier, zum Theil voll ausgegangen,
204
Wie tief gefallner Schnee, dick um die Zweige hangen;
205
Indem die Apfelblüte in Schaalen unmuthsvoll
206
Erröthet, daß ihr Schmuck sich so spät entfalten soll.
207
Der angenehme Hauch der Weste schmeichelt ihnen,
208
Und rund um saust zum Schlaf Hybläens Schwarm von Bienen.
209
Hier laß uns in Gerüchen die Wollust der Natur
210
Mit allen Sinnen schöpfen. An dieser Blumenflur
211
Laß uns tief Athem ziehn, die Düfte zu verschlingen,
212
Die sich zum Schöpfer auf, wie stiller Weihrauch, schwingen.
213
Hier laß uns, ganz Empfindung beredt im Schweigen gehn,
214
Und Hand in Hand verbunden, satt hören, satt uns sehn.
215
Doch welch ein kühler Wind regt plötzlich seine Flügel?
216
Was trübt den nahen Teich, und schwärzt des Himmels Spiegel?
217
Schnell stößt der Sturm von Bäumen ein Regenschaur von Schnee;
218
Jägt Staub und Blatt im Wirbel, und bläst es in die Höh.
219
Der Buchwald schüttelt sich, und rauscht, und regnet Blätter;
220
Die Schwalbe streichet tief, und prophezeyt ein Wetter.
221
Dort in der Mittagsgegend birgt sich Gewölke auf,
222
Versammlet seine Donner, und wälzt sich schwarz herauf.
223
Nun ruht der Wirbelwind: die Biene eilt zu Hause;
224
Die Espe bebt nicht mehr: in allgemeiner Pause
225
Hält die Natur den Athem; der Puls er Schöpfung steht,
226
Die alle Hände faltet, da Gott in Wolken geht.
227
Auf schwarzen Fittigen des Windes fortgetragen,
228
Rollt langsam am Olymp der Donner ehrner Wagen,
229
Und unter ihm erbebet ein breiter Erdenstrich;
230
Der Weltgeist deckt verbreitet die Flügel über sich.
231
Im Thal, und auf der Flur, und unter todten Zweigen,
232
Herrscht weit und breit umher ein feyerliches Schweigen.
233
Nun traurt der ganze Himmel;
234
Der schwangern tiefen Wolke ein schimmernd Feuer los,
235
Ein Donner schlägt ihm nach, und wälzt sich mit Getümmel
236
Von Pol zu Pol hinab, und wandelt durch den Himmel.
237
Die schwere Wolke träufelt; gerader Regen fällt
238
In langen schweren Tropfen, und düngt mit Salz das Feld.
239
Von neuem regt der Wind sein kühlendes Gefieder,
240
Zerreißt die Wasserlast, und jägt den Regen nieder.
247
Nach Norden wälzt der Sturm das fliegende Gewitter,
248
Und reißt den schwarzen Vorhang vom Süderhimmel fort;
249
Dreyfache Finsternissen verhüllen jetzt den Nord.
250
Dort spielt der helle Blitz im Wiederschein der Hügel;
251
Indeß verbreitet hier die Stille ihre Flügel.
252
Der Süderhimmel lächelt im frohen Sonnenschein,
253
Und Ruhe nimmt von neuem die frischen Thäler ein.
254
Sieh, wie der Sprößling steigt, wie, neu erweckt ins Leben,
255
Die Blumen auf der Flur ihr Haupt zur Sonne heben:
256
Wie hier die Veilche düftet, wie dort die Rose schwitzt,
257
Die sich voll Perlen öffnet, und an der Sonne blitzt!
258
Der Büsche frohes Volk sucht schon den Himmel wieder;
259
Dort schlägt die Nachtigall, und seufzt verliebte Lieder.
260
Hör, wie die Zauberkehle die Silbertöne wälzt,
261
Bald schmachtend, bald in Fugen, das Herz bestürmt und schmelzt!
262
Dies Thal, im frischen Grün von neuem aufgegangen,
263
Blitzt von den Tropfen Thau, die an den Kräutern hangen.
264
Dort wimmelt eine Wolke von Lämmern in der Flur,
265
Und mäht geschäfftig Kräuter vom Tische der Natur.
266
Hier geht ein Rinderheer gebückt im tiefen Grase,
267
Frißt rauschend um sich her, und scheert die Blumenrase.
268
Ein Paar von Stieren ruft sich voll Brunst zum Treffen aus,
269
Und schielt sich an, und hänget mit Drohn die Stirn voraus:
270
Und dreht sich um sich selbst, und spornt den Grund im Dampfe,
271
Und wetzet Horn an Horn; der Schwächre weicht vom Kampfe,
272
Irrt brüllend durch die Furchen, voll Wuth, daß er verlor,
273
Und bort die Stirn im Sande, und tobt den Staub empor.
274
Dort streicht ein flüchtig Roß mit aufgelösten Mähnen,
275
Und wiehrt, und schlägt den Grund, daß Thal und Wald ertönen.
276
Du aber rund in Schatten verschlossenes Revier,
277
Einsames Thal in Büschen, geheiligt sey du mir!
278
Gieß, du ehrwürdger Hain, zum Schutz der Sonnenhitze,
279
Entzückung um mich aus, wenn ich hier dichtend sitze.
280
Hier, wo ein Baum den Schatten des grünen Nachbars flieht,
281
Durch deren Raum mein Auge die Wellen blinken sieht,
282
Sonst rund umher beschränkt, soll mein Gesang oft schallen,
283
Und was ich singen will, soll Enkeln noch gefallen.
284
Hier führt der Gang der Hecke, durch deren helles Grün
285
Die zähen Brombeerstauden die dunklern Schatten ziehn,
286
In ein thessalisch Thal, wo in des Sees Spiegel
287
Sich hier die Wälder sehn, und dort besäte Hügel.
288
Hier, wo in Flur und Walde, und Fluth und Thal vereint,
289
In ihrer Pracht die Schöpfung sich zu erheben scheint,
290
War einst der Nymphen Sitz, die von es Ufers Rasen
291
Zu Kränzen um ihr Haar sich Schilf und Veilchen lasen.
292
Hier ruhte sich Auone: (vergessen vom Ovid,
293
Sey sie des Liedes Inhalt, und lebe durch mein Lied!)
294
Nur durch den halben Mond,
295
Bemerkte sich vor ihr die Tochter der Latone.
296
Nicht Ehrsucht, zu gefallen, beschäfftigt ihre Hand;
297
Ihr Kleid hielt nur ein Gürtel, ihr Haar ein fliegend Band.
298
Ein flatterndes Gewand floß um die zarten Glieder,
299
Und auf den Schultern klang ein bunter Köcher wieder.
300
Eins, als sie aus den Gränzen, jenseits der grünen Nacht,
301
Ein fliehend Thier verfolgte, erpicht auf ihre Jagd,
302
Sah Pan, und liebte sie: begierig zum Besitze,
303
Verfolgt er ihre Flucht;
304
So flieht kein zitternd Täubchen, vom Adler übereilt,
305
Der über seinem Haupte die heitre Luft zertheilt;
306
So schnell bewegt kein Flug, und die Begier zum Raube,
307
Den Adler durch die Luft, und jägt die scheue Taube,
308
Als sich die Nymphe flüchtig dem rauhen Gott entzog,
309
Als hinter dieser Nymphe der Gott durch Thäler flog.
311
Nun hört sie hinter sich das Rauschen seiner Tritte;
312
Und nun erreicht sein Schatten die Nymph, indem sie flog,
313
(sein Schatten, den vom Abend die Sonne länger zog)
314
Und nun, so oft er keicht, empfindet sie erschrocken
315
Im Nacken heisse Luft, geathmet in die Locken.
316
Umsonst ruft sie um Hülfe den Gott der Wellen an,
317
Umsonst wünscht sie zu fliehen, da sie nicht weiter kann.
318
Ermattet, Athemlos, fleht sie mit stiller Thräne
319
Also die Göttinn an, die Göttinn hört die Schöne:
320
»o Tochter der Latone – obgleich verbannt von dir,
321
Verbannt vom Chor der Nymphen – o gönne, gönne mir
322
Mein grünes Vaterland – laß mich in kühlen Hainen
323
Die Schatten wieder sehn – dort murmeln, und dort weinen!«
324
Sie sagts: und als in Thränen die blasse Nymphe lag,
325
Zerfloß sie aufgelöset in einen Silberbach.
326
Zum See durch Schatten rollt der Silberbach der Thränen,
327
Und weint, und murmelt fort, kalt, wie das Herz der Schönen;
328
Behält noch halb den Namen, durch Mundart nur verletzt,
329
Und badet jetzt die Buchen, die sie vordem gesetzt.
330
Die Göttinn steigt noch oft ins Bad der reinen Quellen,
331
Weint Götterthränen drein, und mehret ihre Wellen.
332
Der Hirt schaut hier im Spiegel die eigene Gestalt
333
Im Himmel niederhängen, und umgekehrt den Wald,
334
Die grüne Wasserlandschaft, vom leichten West erschüttert,
335
Und hängendes Gebüsch, das auf der Fläche zittert.
336
Die Heerde vom Gefilde wirft ihr Gemäld auf ihn,
337
Und schwimmendes Gewälde malt seine Wellen grün.
338
O daß ich, tief verhüllt, in diese Schatten sünke,
339
Daß hier mein Wissensdurst der Weisheit Ströme trünke!
340
Daß der Natur im Arme, in süßer Harmonie
341
Mein Leben hier verflösse, so angenehm, wie sie!
342
Hier in dem Rosenbusch, in dieser Nacht der Schatten,
343
Wo ihre Nymphen mir oft nachgesungen hatten,
344
Hier sollte meine Asche die Gegend um sich her
345
Zu stiller Ehrfurcht weihen; hier sollten Wanderer,
346
Voll Freundschaft, auf mein Haupt beblümte Rasen bringen,
347
Und mein beschattet Grab mit mancher Thräne düngen!
354
Dort stößt der Kahn vom Strand, die Wasserflur zu theilen,
355
Zieht Wunden in den See, die plötzlich wieder heilen.
356
Und gleitend malt sein Schatten sich in den Wellen ab,
357
Der eine stehet aufrecht, der andre hängt hinab.
358
Schaut, wie sich wechselsweis das Ruder hebt, und sinket,
359
Und nun die Fläche schlägt, nun an der Sonne blinket!
360
Hört, wie von unserm Donner die Wasserwelt erschrickt,
361
Und ihn von Hain zu Haine rund um die Gegend schickt!
362
Hier laßt im Schatten fort, den Wälder niederbreiten,
363
An diesem Schilf, den Kahn still auf der Ebne gleiten!
364
Hier lagert sich die Ente – dort, Freunde, rauscht die See,
365
Die dichten Binsen schüttern – dort braust sie in die Höh.
366
Umsonst; der Donner trifft. Sie fällt, und läßt ihr Leben
367
Im Dampf der Luft zurück, und Wald, und Thal erbeben.
368
Kommt nun mit eurer Beute: der Rauch steigt schon ums Dach,
369
Der Stier schleicht matt zu Hause, und schleppt die Pflugschaar nach.
370
Ein langer Schatten fällt ins Thal von seinen Hügeln;
371
Bald wird auf diesem See, ihr Silberlicht zu spiegeln,
372
Die stille Phöbe hangen. Bald singt, vom Sumpf empor,
373
Ein ander Volk der Gegend sein lermend Schlaflied vor.
374
Der Tag sinkt roth hinab;
375
Mit schärfern Athem an vom Strand der Abenderde!