Der Frühling meiner Zeit und Anfang erster Tage

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Andreas Gryphius: Der Frühling meiner Zeit und Anfang erster Tage Titel entspricht 1. Vers(1640)

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Der Frühling meiner Zeit und Anfang erster Tage
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Verschwand in Angst und Ach und rauher Traurigkeit/
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Mein Weinen und Verstand bejammerte die Plage/
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Die mir auf dieser Welt die rauhe Noth bereit.
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So bald sich die Vernunft fand in ein besser Wesen/
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Und der gezierte Leib zu etwas Kräfften kam/
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Lernt ich der Menschen Leid aus fremden Unfall lesen/
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Aus dem ich eigne Furcht und Hoffnung an mich nahm/
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Bald brach der Jammer an mit ungeheurem Leiden/
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Das schnelle Wetter fiel auf mich noch zarte Blum/
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Man zwang von Grab und Haus der Eltern mich zu scheiden/
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Und gab in fremde Macht mein freyes Eigenthum.
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Da hab ich Welt und Tod bey zweyer Männer Leichen/
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Und in der Einsamkeit der Freunde Treu erkennt.
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Ach Menschen! eure Gunst stirbt eh als wir erbleichen/
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Gleich wie der Thau verraucht wenn nun der Mittag brennt.
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Der Schmertzen grimme Qual/ des Vaterlandes Aschen/
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Dieselbe raubten mir die treffliche Gestalt/
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Indem ich stets mich must aus heissen Thränen waschen/
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Verdorret ich und ward vor meinem Alter alt.
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Hier ruh ich dann die hier kaum eine Ruh genossen/
22
Und finde was umsonst die trübe Welt begehrt:
23
Das Leben hätt ich wohl noch viel zu früh beschlossen/
24
Wenn Gott ein bessers mir dort oben nicht beschert.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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