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Auf einem sichern Schif, worauf ich mich befinde,
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Betracht’ ich jetzt die, durch die wilden Winde,
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Starck aufgebrachte Fluth, die sich gewaltig bäumet,
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Entsetzlich wallet, braus’t, und schäumet.
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Die Wellen drohen sich einander zu verschlingen;
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Die suchet jene zu bezwingen;
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Dort sieht man Berge schnell sich neigen,
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Dort tieffe Thäler plötzlich steigen.
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Es wüthet, wühlt und wallt die Fluth. So weit wir sehn
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Sucht alles sich zu sencken, zu erhöhn.
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Hier siehet man von unten dicke Wellen
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Sich auf einmahl erheben, bäumen, schwellen.
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Wenn nun in ihrer Fahrt ein’ ander’ ihr begegnet,
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Sieht man sie sich so heftig drengen,
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Daß sie, beschäumt, als wenn es regnet,
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Rings um sich grosse Tropfen sprengen.
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Hier wölben sich die regen Wogen,
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Formiren umgekehrte Bogen;
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Dann steigen graue Berg’ allmählig in die Höh,
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Mit weissen Schaum bedeckt, als wie mit Schnee.
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Oft sincken sie, zerborsten, plötzlich nieder,
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Oft heben sie sich schnell und steigen plötzlich wieder.
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Indem ich meine Blicke nun
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Auf diesem Platz der Unruh liesse ruhn;
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Entstunden bey der Wellen Wancken
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Bey mir die folgenden Gedancken:
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Wann aus der tieffen Fluth sich eine Well’ erhebt,
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Sich abgesondert, hoch zu steigen,
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Vor andern schwülstig sich zu zeigen
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Oft sanft, oft ungestüm bestrebt,
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Doch plötzlich sinckt, vergehet und verschwindet
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Und mit derselben Fluth, aus welcher sie entsprungen,
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So bald sie von ihr eingeschlungen,
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Sich wieder, wie zuvor, vermischt befindet;
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So kommt solch eine Welle mir
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Als wie ein Bild von unserm Leben für.
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Indem wir mit den Stoff der Erden,
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Aus welchem wir entstehen und bestehn,
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Nachdem man uns hier kurtze Zeit gesehn,
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Jm Grabe wiederum vermischet werden.
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Noch dacht ich bey der Fluth und dem erblickten
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Bestehet nicht das feste Land
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Aus lauter kleinen Körnchen Sand?
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So wie das tieff’ und weite Meer
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Aus einem grossen Tropfen-Heer?
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Mir fällt bey diesem Dencken bey:
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Ob nicht vor GOtt die gantze Erde
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Zum Sand-Korn, und das Meer zu einem Tropfen
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Ob beides, gegen GOtt, wol mehr zu rechnen sey?