69.

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Andreas Gryphius: 69. (1640)

1
Sie dennoch sie/ mein Licht/ sie wil beständig seyn/
2
Ob die Zeit sich gleich verändert und die Sonne sich versteckt/
3
Und die wüsten Felder trauren/ und das Feld mit Schnee bedeckt/
4
Sie dennoch (wie sie schreibt) geht kein Verändern ein
5
Die Bäume sind entblöst/ das Wasser hart als Stein/
6
Der Palläste göldne Spitzen sind mit grauen Reiff befleckt/
7
Aller Blumen welcke Blätter die durchbeiste Kält erschreckt.
8
Nur ihre Rose steht in frischem Glantz allein/
9
Warum doch wil ich hier verziehen?
10
Wo nichts denn Unlust ist und kalte Winter-Lufft/
11
Weil sie mir noch/ mein Licht/ zu ihren Rosen rufft.
12
Ade ich muß von hinnen fliehen!
13
Wer länger schmachten wil in scharffer Frostes-Pein/
14
Wenn ihm der Frühling rufft/ muß es nicht würdig seyn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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