68.

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Andreas Gryphius: 68. (1640)

1
Ich finde mich allein und leb in Einsamkeit/
2
Ob ich schon nicht versteckt in ungeheure Wüsten/
3
In welchen Tygerthier und wilde Vögel nisten.
4
Ich finde mich allein vertiefft in herbes Leid/
5
Auch mitten unter Volck/ das ob der neuen Zeit
6
Des Friedens sich ergetzt in Jauchzen-vollen Lüsten/
7
Find ich mich doch allein. Wir/ die einander küßten
8
In unverfälschter Gunst/ sind leider nur zu weit.
9
Ich finde mich allein/ und einsam/ und betrübet;
10
Weil Sie so fern von mir mein Alles und mein Ich/
11
Ohn die mir auf dem Kreyß der Erden nichts beliebet/
12
Doch tritt ihr werthes Bild mir stündlich vor Gesichte/
13
Solt ich denn einsam seyn? Ihr Bild begleitet mich.
14
Was kan sie? wenn ihr Bild mein Trauren macht zunichte.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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