Kind! nicht gebohren Kind/ doch schon der Welt Verlangen!

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Andreas Gryphius: Kind! nicht gebohren Kind/ doch schon der Welt Verlangen! Titel entspricht 1. Vers(1640)

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Kind! nicht gebohren Kind/ doch schon der Welt Verlangen!
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Kind das noch eh als Mensch der Menschen Tröster heist/
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Das dieses Kind besucht/ das voll von Flamm und Geist/
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Dich in der Mutter Leib mit Hüpffen hat empfangen!
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Schau Kind/ schau Freuden-Kind/ wie mit bethränten Wangen
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Ich in der Wehmuth schwimm/ in Wehmuth die mich beist/
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In Wehmuth/ die mein Hertz umschlossen hält/ und reist.
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Daß ich offt wünsch' ich wär in Mutterleib vergangen.
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O komm doch süsses Kind/ du kanst mich frölich machen!
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Komm/ komm/ mein Geist wird dir mit Lust entgegen gehn/
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Und ob er liegt/ durch dich in lauter Wonn auffstehn!
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Gleich wie Elisabeth fühlt ihre Frucht auffwachen/
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Wen du besuchst/ fühlt/ ob er schon nicht sieht/
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Dich Lebens-Krafft/ durch die das Leben blüht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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