30.

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Andreas Gryphius: 30. (1640)

1
Wenn dir die blinde Welt/ mit heiß entbrandtem Neid/
2
Mit überhäufftem Haß/ mit Mord vnd Schwerdt zusetzet.
3
So dencke daß sie hat den Herren gleich verletzet.
4
Man schenckts den Knechten nicht/ wenn auch der Meister leidt.
5
Wie wilst du ruhig seyn/ wo nichts als scharffer Streit?
6
Wenn Fleisch/ wenn Augenlust/ wenn Hoffart dich ergetzet/
7
So würde freilich wol dein Ansehn hoch geschätzet:
8
Nun bist du nur ihr Spiel/ vnd ihre Nichtigkeit/
9
Doch diß geht alles vor daß sie nicht Jesum kennt/
10
Vnd niemals kan verstehn/ das Jesus selig nennt/
11
Die hier ein Jammer-Spiel/ ein Fluch vnd Scheu-sall scheinen.
12
Die sind recht Jammers-wehrt/ dehn Christus ihre Noth/
13
Ihr blind/ ihr irrig seyn/ ihr freveln wieder Gott
14
So eigentlich entwirfft/ vnd doch sich selig meinen.

(Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich von Editura GmbH & Co. KG (Digitale Bibliothek) digitalisiert, vom TextGrid-Verbund erworben und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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