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Der Sonnen strahlend Licht brach durch die reine Luft,
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Kein schwebendes Gewölck, kein Nebel, Dunst,
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Verhüllte die Sapphirne Tieffe;
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Als eine längst vorher beschriebne Finsterniß
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Den sonst gewöhnlichen Geschäften mich entriß,
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Und nebst noch andern mich auf eine Höhe rieffe,
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Die Bayer, dem davor kein schlechter Danck gebührt,
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So nütz-als künstlich aufgeführt,
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Woselbst bald durch ein Glas, so durch den Dampf vom
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Geschwärtzet; bald durch eins, so blau war, mein Gesicht
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Gestärckt, und ich dadurch im Stande war,
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Die Glut der Sonnen ungeblendet,
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Mit scharfen Blicken, anzusehn.
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Kaum hatte die Minute sich geendet,
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Die ausgerechnet war, als wir,
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Bewundrungs-voll, auf dem Papier,
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Worauf der Sonnen Bild durch künstliche Christallen
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Jm dunckeln Zimmer man bewundernd sahe fallen,
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Schon von der Finsterniß die erste Spur entstehn,
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Den Rand sich schwärtzen sah’n; worauf der Schatten sich
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Vermehrt’ und mercklich wuchs, biß daß wir die Figur
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Des runden Mondes sah’n, der, da er schwartz und dicht,
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Der Sonnen strahlend Licht,
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Doch nur auf kurtze Zeit, entzog;
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Das denn auf zweyerley zu dencken mich bewog.
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Da so viel tausend Jahr so grosse Cörper sich,
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Ohn im geringsten je zu fehlen,
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In solcher steten Ordnung lencken;
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Wie mächtig, weise, groß und unveränderlich
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Muß der, durch dessen weisen Willen,
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Sie ihren festen Lauf so ungehemmt erfüllen,
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Der sie aus Nichts allein erschuf, der sie allein
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Blos durch sein Wort erhält, der ew’ge Schöpfer, seyn!
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Es fiel zugleich mir dieses ein:
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Ist etwas auf der Welt, so uns von unserm Geist
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Was grössers, und was GOtt für Fähigkeit ihm schencket,
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Als eine Finsterniß uns weis’t?
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Da er, fast auf ein Haar, wie ein Gestirn sich lencket,
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Auf hundert Jahre schon vorher sieht und gedencket.
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Heißt alles dieses nichts, von solchen Finsternissen,
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Von der Planeten Lauf, Bewegungen und Drehn
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Die stete Richtigkeit so gar genau zu wissen,
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Auf einen Augenblick vorher zu sehn?
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Auf so viel hundert Jahr,
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Ja noch auf längere Zeit,
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Ohn daß wir im geringsten fehlen?
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Wo hierinn keine Treflichkeit,
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Kraft, Feur, und Vorzug unsrer Seelen
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Vor allen andern Thieren
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Unwiedersprechlich zu verspühren;
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So weiß ich nicht auf welche Weise man
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Sich einigen Begrif von Wahrheit machen kann?
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Durch die Betrachtung froh, und recht aufs neu gestärckt,
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Verjag ich nicht allein
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Die eitele Furcht, wodurch bey Finsternissen,
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Durch Aberglauben tumm, sich viele qvälen müssen,
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Und blos aus Einfalt bange seyn:
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Es steckt zu gleich solch’ eine Dunckelheit
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Ein helles Licht in meiner Seelen an,
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Daß ich nicht nur von meinem eignen Wesen
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Was grosses mehr, als sonst, kann lesen;
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Sie zeiget mir zugleich noch eine grosse Lehre,
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Zu aller Ding’ und meines Schöpfers Ehre,
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Und mach’ ich mir hieraus die ewig-wahren Schlüsse,
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Daß GOtt der Sonnen, Mond und Welt regirt und
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Und der zugleich auch uns solch einen Geist geschenckt,
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Worin nur er allein der Weisheit Schatz gesenckt,
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Allein gelobt, geliebt, verehret werden müsse.