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Untreue! kannst du dich noch auf die Hand besinnen,
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Die dieses Blat an dich, Meineidige gericht,
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Worauf der Thränen mehr, als Dintentropfen rinnen,
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So lies, und frage dich, was dein Gewissen spricht.
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Alphonsus schickt es dir, der ehmals dich erhoben,
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Nun aber statt des Danks mit Kummer und Verdruß
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Bey deiner tollen Wuth, bey Rasen, Fluchen, Toben,
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Auf einer Insel hier sein Elend bauen muß.
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Wie hätt ich armer doch wohl übler können wehlen,
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Als doch mein Aug auf dich, du Furie, verfiel?
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Warum gerieth es denn in des Avernus Hölen?
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Denn Pluto war gewiß als Henker mit im Spiel.
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Die Nachwelt wird es nicht, sie kann es auch nicht glauben
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Daß deine Geilheit mir durch Falschheit, Rank, und List,
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Kann Freyheit Kron und Trohn, wohl gar das Leben rauben,
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Mir, den du als Gemal, und König hast geküßt.
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Es sey der Scheidebrief, das Unglücksblat, verfluchet,
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Das du mir zu gestellt, und das dein Lästermund
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Durch Vorwand, Lug und Trug noch zu beschönen suchet!
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Dies macht das Reich empört, dies bricht den Eyd und Bund.
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Was zischest du dem Volck, dem häßlichen Geschmeisse,
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Für fabelhaftes Zeug, Betrügerinn ins Ohr?
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Wie stellst du, da ich doch die Unschuld selber heisse,
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Der Welt das Gegentheil von meiner Treue vor?
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Ists möglich, daß du kannst Algarbien belügen,
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Als ob sich überall die Ohnmacht bey mir wies,
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Nach der ich Lieblingen, um dich nur zu vergnügen,
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Zu deinem Schlafgemach den Schlüssel überließ.
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O Schandmaul! welcher Prinz läßt wohl mit eignem Winken
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Den Räuber, den er sieht, in seinen Garten ein?
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Wer läßt den Frevler wohl aus seinem Becher trinken?
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Des Throns und Lagers darf kein andrer theilhaft seyn.
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Dies sannst du listig aus, mich nur verhaßt zu machen,
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Und gabst dabey noch vor, als wenn noch immer dar,
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Worüber ich auch muß in meinem Elend lachen,
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Es sollte dich die Welt die andre Vesta nennen,
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Die vormals Lebenslang der Keuschheit sich verschrieb.
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Drum sah man dich verstellt nach einem Kloster rennen,
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Als ob in selbiges dich dein Gewissen trieb.
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Dies sollte, Heuchlerinn, dir eine Maske leihen,
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O ja! dies schickte sich zu deinem Fleisch und Blut
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Das du gewohnet warst der Wollust bloß zu weyhen,
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Und welche noch bey dir, bis itzo Wirkung thut.
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Mit was für frechem Sinn und bulerischer Stirne
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Suchst du die heiligen und stillen Mauren auf,
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Don Pedro war dir bloß, ich weis es, im Gehirne,
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So listig bahntest du dir deiner Liebe Lauf.
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Was hast du nicht daselbst, für Streiche ausgehecket,
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Wodurch du gegen mich mein treues Volk verhetzt!
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Was Aufruhr hast du nicht im ganzen Reich erwecket,
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Der deinen Buler nun auf meinen Thron gesetzt?
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So hat dein geiler Geist sich wider mich empöret,
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Mein Scepter, dessen Macht ich dir mit über gab,
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Verwandelt sich nunmehr, wie mich die Zeit gelehret,
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Durch deine Grausamkeit in einen Schlangenstab.
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Sag Mammeluckinn doch, was hat dich denn bewogen,
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Daß deine freche Faust mir, deinem Ehgemal,
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Den Königsmantel hat so schändlich abgezogen?
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Ich weis wer solches dir, Bundbrüchige, befahl.
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Du suchtst mit selbigem die Schande zu zu decken,
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Die mit Don Pedro dich die Geilheit treiben heißt.
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Des Bruders Lagerstadt so schändlich zu beflecken,
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Ist etwas das uns auch das Heydenthum nicht weist.
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An eurem Throne wird der Fluch bekleben bleiben,
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Mein Ach und Weh schleicht euch stets, geile Seelen, nach;
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Der Thränen Salz das ihr mir suchet auszutreiben,
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Und meiner Seufzer Kraft dringt in eur Schlafgemach.
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Armseliger Alphons! du bist nunmehr verwiesen;
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Dein falsches Ehgemal, der Bruder und das Reich
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Die deine Thaten sonst aufs trefflichste gepriesen,
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Die wüten allerseits nun wider dich zugleich.
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Statt meines Throns ist mir ein Kerker aufbehalten,
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Da stößt das Tygerthier, Maria, mich hinein,
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Doch muß ich mit Geduld den Himmel lassen walten,
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Der wird schon zwischen mir und dir ein Richter seyn.