1
Dies ist der schöne Tag, da Seladon gebohren;
2
Tag, der zu meiner Lust vor andern auserkohren;
3
Tag, der mir in der Welt der allerliebste bleibt;
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Tag, den die Liebe selbst in mein Gedächtnis schreibt;
5
Tag, den ich nimmermehr kann hoch genug verehren;
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Tag, der die reine Gluth kann in der Brust vermehren;
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Tag, der den Geist besiegt, das Herz empfindlich macht;
8
Tag, der die Seele letzt, an dem mein Glücke lacht.
9
Du bleibst mein einig All, mein Paradies auf Erden!
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Und sollst deswegen auch mit Lust besungen werden.
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Auf Schäfer! kommt herbey, helft diesen Tag begehn!
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Laßt Mopsen unterdeß auf Huth und Wache stehn;
13
Legt euren Schäferschurz um die so schlanken Lenden;
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Ich will euch Huth und Strauß und allen Ausputz senden.
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Kommt, weil der Morgenthau noch auf den Matten ist,
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Weil sich das Flügelheer noch in den Nestern küßt.
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Pflückt Blum und Kräuter ab, brecht Blätter von den Zweigen,
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Denkt nur auf Scherz und Lust; kein einiges soll schweigen.
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Die Stöcke müssen frisch und wohl bebändert seyn,
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Die Becher ausgespühlt. Nun schenk sich jeder ein,
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Weil ich den schönsten Kranz mit eignen Händen winde,
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Vor meinen Seladon, zu seinem Angebinde.
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So sprach jüngst Sylvia: bald kam der ganze Chor,
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Und jeder pfiff ein Lied auf seinem Haberrohr;
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Da nahten sich zugleich die holden Schäferinnen,
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Es suchte jegliche was neues auszusinnen,
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Damit die Lust vermehrt, das Fest vollkommner ward.
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Nur fehlte Seladon mit seiner Gegenwart.
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Kaum, daß die Schäferzunft die Cythern angerühret,
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So ward schon ein Geräusch im nächsten Busch verspühret;
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Die muntre Nachtigall fiel in den Ton mit ein,
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Die wilde Wachtel kam, und wollte Zeuge seyn.
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Der Kukuck lies sich auch mit seiner Stimme hören;
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Er ließ sich weder Tanz, Gesang, noch Leyer stöhren;
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Die Schwalbe zwitscherte; der Bienen schwärmend Heer
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Verliessen ihr Gefach, und flogen hin und her;
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Die Taube sehnte sich nach ihrem frommen Gatten,
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Das Männchen kam zu ihr, sie setzten sich im Schatten;
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Die Schaafe zäckten sich; dort sprangen Zieg und Bock
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Den Hügel auf und ab, und über Berg und Stock;
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Das Vieh, so kreissend noch war in dem Stall geblieben,
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Das fühlte keinen Schmerz, es wuste nur vom Lieben;
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Das Lamm vergnügte sich an seiner Mutter Brust;
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Ja, Pan der Hirtengott empfande selbst die Lust,
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Er rief den Schäfern zu: kommt schneidet in die Linden
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Den Namen Seladons, desgleichen nicht zu finden
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An Werth und Trefflichkeit. Wenn ihr die Reyhen schließt,
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So wünschet, daß er uns bald in den Linden grüßt!
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Die Schäfer säumten nicht, den Namen einzuritzen;
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Nur Sylvia blieb itzt am Bach von weitem sitzen.
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Ihr Herze ward bekämpft von Unruh, Furcht und Streit,
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Doch endlich sang sie noch aus grosser Zärtlichkeit: