J rdisches V ergnügen in GOTT . F ünfter T heil

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Barthold Heinrich Brockes: J rdisches V ergnügen in GOTT . F ünfter T heil (1736)

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Erwegen, daß die Gegenwart so kurtz, und fast be-
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ständig fliehe,
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Daß sie, beständig fortgezogen, das künft’ge stetig zu
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sich ziehe,
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So daß, in ihrer steten Flucht, sie fast nur scheint,
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als wenn sie wär;
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Denn halb ist sie noch nicht erschienen, und halb ist
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sie bereits nicht mehr:
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So sag ich, finden wir kein Mittel, uns auf der Erde zu
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vergnügen,
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Als wenn wir ein vernünftges Dencken zum flücht’gen Ge-
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genwärt'gen fügen.
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Auf diese Weise blos allein hält man der Zeiten schnellen
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Lauf,
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Wenn man, was man besitzt, erweget, durch frohes Den-
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cken gleichsam auf;
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Man macht sie dadurch gleichsam fest, ja eignet sie sich gleich-
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sam zu,
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(zumahl da ein stets kommend Künftig der Gegenwart
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Verlust ersetzt,
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Daß man es nicht vergangen fühlet) und alles scheint in
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steter Ruh.
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Es hat, bey unsrer kurtzen Dauer und Flüchtigkeit von un-
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serm Leben,
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Der mächtig-gut-und weise Schöpfer zwey Mittel uns zum
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Trost gegeben,
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Die kurtze Lust uns zu verlängern; er hat sie in uns selbst
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gesenckt;
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Er legt die Fähigkeit in uns, wenn man nur ordentlich
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gedenckt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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