Menschliche Schwachheit

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Barthold Heinrich Brockes: Menschliche Schwachheit (1736)

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Nachdem ich jüngst die Wunder-Pracht
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Der schönen Welt, wie sie so wunderschön,
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An einem heitern Tag’, im Sommer, angesehn;
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Folgt’ einem schönen Tag’ ein’ angenehme Nacht.
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Die stille Luft, die anfangs schwühl,
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Ward frisch und allgemählich kühl.
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Kaum daß der helle Glantz der Sonne sich verhüllte;
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Als der gekühlten Lüfte Reich,
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Aus Blumen, Laub’ und Kräutern, gleich
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Ein tausendfach-gemischter Duft erfüllte,
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Der, da er seine Kraft auf tausend Art vermischte,
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Den Geist, der es erwegt, auf tausend Art erfrischte.
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Der Dämmrung sanftes Licht, das allgemein,
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Und keine Schatten zeugt, nahm Feld und Garten ein;
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Biß bald hernach
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Ein bläuligtes Gewölck’, als wie ein Berg gestalt,
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Am Firmament sich sanft zerstückt’ und brach,
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Da alsobald
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Der volle Mond, mit röthlich-gelben Blitzen,
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Durch die gespaltnen duncklen Ritzen
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Mit schnellem Wandern strahlte,
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Und die bethaute Welt mit Licht und Schatten mahlte.
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Mein GOtt, wie rührte mich, zu deinem Preise,
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Der jetzt, auf eine neue Weise,
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Geschmückte Kreis der schönen Welt!
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Es war des Monden holder Schein
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Recht ausserordentlich entnebelt, hell und rein,
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Er war nicht blaß; ein röthlich-gelber Strahl
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Bedeckt’ und schmückte Wald und Feld,
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Befloß und zierte Berg und Thal.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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