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Sey willkommen, liebste Blume,
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Die du, deinem Herrn zum Ruhme,
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Lieblich riechst, und zierlich blühest;
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Die du, durch der Farben Pracht,
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Den, der alle Dinge macht,
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Fast zu zeigen dich bemühest;
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Ja, die du in bunten Schätzen,
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Wenn wir uns daran ergetzen,
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Unsre Seelen zu ihm ziehest.
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Denn ist in so vielen Wercken,
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Die so herrlich und so schön,
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Keine Weisheit zu bemercken?
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Keine GOttes-Kraft zu sehn?
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Was um schöne Blumen schwebet
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Und sich stets daraus erhebet
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Wär und blieb’ uns unbekannt;
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Wenn sich nicht der holde Duft,
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Durch das Dehnen unsrer Lungen,
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Von dem schnellen Druck der Luft
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In das Trichter-Paar gedrungen,
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Das wir in der Nasen sehn
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Wunderbar formiret stehn;
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Wo sich in den beyden Gängen
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Die sich zu dem Zweck verengen,
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Die vorhin zertheilte Kraft
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Neu-vereinigt sucht zu drengen,
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Wodurch denn der trockne Saft,
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Wenn er, dergestalt gepreßt,
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Stärcker sich empfinden läßt
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Und der Blumen Kraft erwege,
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Fällt mir ziemlich glaublich bey,
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Wie vielleicht noch vielerley,
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So zur Lust, als Artzeney,
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In denselbigen verstecket,
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Und uns noch verborgen sey.
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Hätt’ uns nicht die Bien’ entdecket,
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Daß des Honigs Süßigkeit
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In der Blumen Art vorhanden;
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Welcher hätt sich unterstanden,
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In der Blätter bunten Gründen
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Jemahls die Beschaffenheit
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Solches süssen Safts zu finden?
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Alles menschliche Bemühn,
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Alle Kunst zu sublimiren,
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Aufzulösen, distilliren,
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Um den Saft heraus zu ziehn
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Hätt’, um ihn davon zu trennen,
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Keinen Nutzen haben können.
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Könnt’ es denn nicht möglich seyn,
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Daß nicht diese Kräft’ allein,
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Sondern annoch andre Säfte,
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Andre Geister, andre Kräfte
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In den Blumen sich befinden;
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Wenn wir solches nur verstünden?
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Denn daß Menschen es nicht fassen,
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Daraus wird die Möglichkeit
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Mehrerley Beschaffenheit
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Sich nicht wiedersprechen lassen.
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Sonderlich, da solche Lehren
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Von der schönen Blumen Heer
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Unsers grossen Schöpfers Ehr’
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Nicht vermindern, eh vermehren.