Bittere Klage vber des weiland GrosAchtbaren, Hochgelarten vnd Weitberühmten H. Robert Roberthins, Churfl. Brandenb. Preussischen Ober- vnd Regiments-Secretary Meines, nechst Gott, hertzliebsten vnd getrewesten Freundes vnd hohen Gutthäters Vnverhofftem vnd recht hochbetrübtem aber seligem Hintritt aus dieser Welt, aus wehmütigem Hertzen vnd schuldigster Trew geführet von mir

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Simon Dach: Bittere Klage vber des weiland GrosAchtbaren, Hochgelarten vnd Weitberühmten H. Robert Roberthins, Churfl. Brandenb. Preussischen Ober- vnd Regiments-Secretary Meines, nechst Gott, hertzliebsten vnd getrewesten Freundes vnd hohen Gutthäters Vnverhofftem vnd recht hochbetrübtem aber seligem Hintritt aus dieser Welt, aus wehmütigem Hertzen vnd schuldigster Trew geführet von mir (1632)

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Andern hab ich bis anher
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Die sich fanden in Beschwer,
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Können Trost ertheilen,
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Wer wird mir in dieser Noht,
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Da mein liebster Freund mir todt,
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Meine Wunden heilen?

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O der Mann nach meinem Sinn
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Roberthin mein Trost ist hin,
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Der, in dessen Leben
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Meines sich befand, mein Raht,
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Meine Rhue vnd Zuflucht hat
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Gutte Nacht gegeben.

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Niemand fodder' itzt von mir
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Etwas von belebter Zier,
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Ach ich kan nicht geigen,
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Der mein Phoebus vormals war
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Liegt im Sarg und auff der Bahr,
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Vnd heisst nun mich schweigen.

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Allen Seiten bin ich feind
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Ohn die etwa mit mir weint,
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Was ich erst zu küssen
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Vnd sehr hoch zu halten pflag
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Was mir wie im Hertzen lag,
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Stohss' ich jetzt mit Füssen.

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Selbs mein grüner Helicon
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Ist mir jetzund Gram und Hohn,
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Wild von Dorn- vnd Hecken,
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Wird von Grauen stets bewahrt,
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Ist ein Platz da aller art
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Schlangen sich verstecken;

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Ist ein Ort den ich verflucht,
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Wer darinnen Quellen sucht,
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Suchet Milch zu saugen
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Aus dem Felsen und dem Stal,
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Ohn das Wasser, so für Qual
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Rinnt aus meinen Augen.

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Ist wer unter vns betrübt
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Vber dem, so er geliebt,
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Kommt ich helff euch weinen,
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Witwen, Waisen, und was mehr
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Klaget aus der massen sehr
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Den Verlust der Seinen.

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Sonderlich wo in der Welt
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Sich ein Theseus noch enthält
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Der sich zwar verschworen
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Dein zu seyn, Pirithous,
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Aber dein entrahten mus,
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Weil er dich verlohren.

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Komm du Pilades Geschlecht,
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Sag sind meine Thränen recht
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Trew und auserlesen?
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Giebt der Nachtwelt dan Bescheid,
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Daß ein Paar auch dieser Zeit
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Sey, was du, gewesen.

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O was heb ich immer an!
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Zwar ich sol dem thewren Mann
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Jetzt ein Denckmal stellen,
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Welches wan es vmb mich wer
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Hat verdient, so ist es Er,
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Vnd in tausent Fällen.

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Aber meine Krafft ist fort,
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Ich vermag schier nicht ein Wort,
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So was taug, zu fassen,
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Bin als dem Verstand gebricht,
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Was zu thun sey weis ich nicht,
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Noch was sey zu lassen.

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Sein Verdienst hergegen steht
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Vber MenschenWitz erhöht,
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Tullius mag sprechen
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Was selbst Rom bestürtzet macht,
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Hie wird es an Redens Pracht
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Warlich ihm gebrechen.

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Maro, Claudian, Papihn
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Werden hie den kürtzern ziehn.
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Würden sie nicht sagen,
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Lebten sie nur, ihre Zeit
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Hätt in solcher Fertigheit
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Keinen Mann getragen?

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Was für Leut ich je gekant,
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Welche Weisheit vnd Verstandt
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Billig mus erheben,
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War dem dieß, dem das allein,
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Keinem aber in gemein
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Alles fast gegeben.

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Der ist reich von Wissenschafft,
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Doch im Leben tadelhafft,
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Der wird feig befunden,
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Der hat keiner Sprachen Gunst,
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Hier nur hatte sich mit Kunst
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Alles schier verbunden.

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War sein Vrtheil oder Witz
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Nicht viel schneller als der Blitz,
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Den das Wetter schicket,
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Als der alles stracks begrieff,
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War es noch so schwer vnd tieff
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Was er nur erblicket.

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Worauff mancher sich bedenckt
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Vnd in tausent wegen kränckt,
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Kuntt er stracks ergründen,
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Vnd in Sachen, wie sie seyn,
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Stracks ohn Arbeit, Sorg vnd Pein
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Einen Ausschlag finden.

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Welches Buch war jhm nicht kunt
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Durch vnd durch bis auff den Grundt?
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Was ich möchte lesen,
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Was ich nachschlug mit Begier,
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Merckt' ich daß er längst vor mir
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War daselbst gewesen

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Vnd in allen Künsten zwar,
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Darumb wir zu jhm auch gar
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Als zur Schulen kamen,
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Vnd in der vnd jener Sach,
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Als uns Wissenschafft gebrach,
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Lehre von ihm nahmen.

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Darumb führt umb Ihn Geschrey
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Musica, Poëterey,
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Redkunst vnd dergleichen,
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Ja es trägt ohn Vnterscheid
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Auch das Handwerk vmb Ihn Leid
120
Daß er mus verbleichen.

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Bleibt der Herr- und Fürsten-Standt
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Hie auch billig unbenant,
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Welchem er für allen
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Wegen seiner Gaben Schar,
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Die nicht aus zu sprechen war,
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Allzeit wollgefallen?

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Das Hoch Edle Hof-Gericht
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Schweiget, weis ich, seiner nicht,
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Wird jhn hoch beklagen,
130
Vnd der Fürstlich Ober-Rath
131
Der jhn wol geprüfet hat,
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Selbs Leid umb Ihn tragen.

133
Ja der Graff von Schwartzenbergk
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Hat an seiner Tugend-Werck'
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Offtmals sich ergetzet,
136
Was? selbs vnser Haupt vnd Liecht,
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Friedrich Wilhelm, hat Ihn nicht
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Für gemein geschätzet.

139
Vnd wo bleibt so mancher Mann
140
Den ich jetzt nicht nennen kan
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Hier im gantzen Lande?
142
Denn wer jrgends von Ihm wust'
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Hatte zu Ihm Lieb vnd Lust,
144
Auch aus jedem Stande.

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Sol ich Deutschland lassen stehn?
146
Engelland fürüber gehn?
147
Nichts von Frankreich melden?
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Nichts von Welschland, da die Kunst
149
Ihn verknüpfft durch Lieb vnd Gunst
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Manchem wehrten Helden?

151
Dennemarck und Schweden nährt
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Leute die Ihn hoh und wehrt
153
Vnd erkohren halten,
154
Vnd ohn zweiffel vberall,
155
Wenn si hören diesen Fall,
156
Schreckens-voll erkalten.

157
Denn nicht aus zu sagen ist,
158
Wie er eilends ward erkiest
159
Wenn man Ihn nur hörte,
160
Stracks gewann er aller Hertz,
161
Massen er durch Ernst und Schertz
162
Allzeit etwas lehrte.

163
O wie war doch seine Lust
164
Zu beförtern, wie er wust,
165
Alle Kunst vnd Tugend,
166
Trew vnd fleiß ward nicht gespart,
167
Merckt er was von gutter Art
168
In der lieben Jugend.

169
Mit was tieffer Niedrigheit
170
Pflag er Gottes jederzeit
171
Bey mir zu erwehnen,
172
Da es jhm im Hertzen nicht
173
Hat an Andacht, im Gesicht
174
Nicht gefehlt an Thränen.

175
Sonst kam List und Heucheley
176
Gantz nicht seinem Hertzen bey,
177
Das nur Warheit liebte,
178
Vnd mit wolbedachtem Rath
179
Alle Sachen die er that
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Frey vnd frewdig übte.

181
Soll ich seine reiche Handt
182
Die er hat an mich gewandt
183
Auch denn nicht erzehlen?
184
Nein, ich sorg', es werde mir
185
An vermögen, zeit, Papier
186
Vnd an Worten fehlen.

187
Vnd wer weis vorhin nicht schon
188
Auch im gantzen Land' hievon?
189
Von so vielen Jahren
190
Hatt es wol, nach meinem Wahn,
191
Was er stets bey mir gethan,
192
Auch ein Kind erfahren.

193
Vber das so häufft die Zahl
194
Seiner Gutthat meine Qual,
195
Nichts kan ich ermässen,
196
Stracks fällt sein Gesicht mir ein,
197
Stehend pflag er so zu seyn,
198
So ist er gesessen.

199
Fraw, du sonst ein Tugend-Schild,
200
Jetzt ein wahres Trübniß-Bild,
201
Groß ist zwar dein Leiden,
202
Aber heisch nicht Trost von mir,
203
Denn ich weis mich selber hier
204
Mein nicht zu bescheiden.

205
Halt es diesmal mir zu gut.
206
Schaw wie meiner Thränen Flut,
207
So ich allzeit treibe,
208
Mit der Tinten sich vermischt,
209
Vnd mir von der Taffel wischt
210
Alles was ich schreibe.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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