Bey wolseeligem Hintrit der HochEdelgebohrnen Frawen Helenen von Pröhken, Seiner HochEdl. Gestr. Herrl. Herrn Ahasverus von Brandten, Churfl. Durchl. zu Brandenb. etc. Ober- vnd RegimentsRahts vnd Ober-Marschallen in Preussen etc. Hertzlich geliebten Gemahlin

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Simon Dach: Bey wolseeligem Hintrit der HochEdelgebohrnen Frawen Helenen von Pröhken, Seiner HochEdl. Gestr. Herrl. Herrn Ahasverus von Brandten, Churfl. Durchl. zu Brandenb. etc. Ober- vnd RegimentsRahts vnd Ober-Marschallen in Preussen etc. Hertzlich geliebten Gemahlin (1632)

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Halt aus mein Hertz, vnd sey bescheiden,
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Schilt auff die Zucht des Herren nicht,
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Der wahren Gottes Kinder Pflicht
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Ist alle Straff in Demuth leiden,
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Vnd wiss, daß Christus Schäfelein
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Blohs durch das Creutz gezeichnet seyn!

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Druckt dich des Alters Last ohn massen,
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Lässt Kranckheit niemals von dir ab,
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Eilt deiner Seelen Pfandt ins Grab,
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Du lebest einsam vnd verlassen
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Vnd wünschest dir in andrer Noht
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Vieleicht aus Vngedult den Tod:

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Gott züchtigt nicht, ohn nur zum gutten,
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Vnd die, so Ihm am liebsten sind;
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Ein frommer Vater hält sein Kind
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Am meisten unter scharffen Ruten,
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Ein FeldHerr unter hartem Streit
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Die er wil kröhnen mit der Zeit.

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Wer, Christo ähnlich, dort wil erben,
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Der thue es Ihm hie erstlich nach
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In aller Müh vnd Vngemach
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Vnd suche mit Ihm auch zu sterben;
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Noch keinem ist der Himmels-Standt
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Durch Schertz vnd Kurtzweil zuerkant.

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Was ist es doch hie Vnglück haben,
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Mit Creutz vnd Vnmuth seyn beschwehrt,
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So lang dies kurtze Leben wehrt,
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Vnd dafür dort sich ewig laben
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In solchen Frewden, die kein Mann,
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Wie tieff er sinnt, ersinnen kan?

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Vmb welcher willen viel in Säcken
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Für Fürst- vnd Königlichen Pracht
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Ihr gantzes Leben zugebracht,
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Geliebt für Schlösser wilde Hecken,
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Geschätzt Schwerdt, Marter, Strick vnd Glut
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Für dieses Lebens höchstes Gut.

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Wir sehen, was die Hand des Herren
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Für Wolthat täglich vns erzeigt,
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Ob dann vnd wann sich Creutz eräugt,
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Wer hat dawieder sich zu sperren?
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Voraus, weil der sehr übel steht
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Dem alles nur nach Wunsch ergeht.

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Halt aus mein Hertz, vnd sey bescheiden!
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Was kränckt dies Elend deinen Sinn?
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Schaw auff der zukunfft Gütter hin,
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Du wirdst es sehn, daß dieses Leiden
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Sey nimmer wehrt der Herrlicheit,
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Die GOTT vns schenckt nach dieser Zeit!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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