Himmels-Spiegel

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Barthold Heinrich Brockes: Himmels-Spiegel (1736)

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In einer stillen Nacht, als, leer von Dunst und Duft,
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Die duncklen zwar doch klaren Schatten
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Den obern Theil der Welt und untern Theil der Lust
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Erfüllet und verhüllet hatten,
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Befand ich mich, an sanfter Anmuth reich,
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An einem grossen Garten-Teich.
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Desselben Fluth,
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Die, durch der Winde Ruh, in sanfter Stille ruht,
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War einem glatten Spiegel gleich.
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Man kunte sie zwar selbst, für Dunckelheit, nicht sehn;
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Allein,
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Man sahe wunderschön
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Das blaue Firmament voll Sterne, sonder Zahl,
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Jm Wiederschein,
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Und zwar so hell, so rein, so klar,
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Daß zwischen der Copie und dem Original
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Fast gar kein Unterscheid, an Glantz und Schimmer, war.
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Es kam mir vor (da wir sonst insgemein
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So wol mit Blick, als Geist, nicht weiter gehn
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Und nur den halben Theil des hohen Himmels sehn,
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Indem wir von der dichten Erden,
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Den Himmel überall zu sehn, behindert werden)
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Als wenn ich hier des Himmels gantze Ründe
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Mir deutlich vorgestellet fünde.
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Mich deucht, ich seh’ in ungemessner Ferne,
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So über mir, als unter mir,
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In funckelnder und Flammen-reicher Zier,
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Ein’ ungezehlte Anzahl Sterne.
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Jrrt nun mein Auge gleich; so irren die Gedancken
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Jedoch deswegen nicht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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