So wissen wir, daß denen, welche lieben

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Simon Dach: So wissen wir, daß denen, welche lieben Titel entspricht 1. Vers(1632)

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So wissen wir, daß denen, welche lieben
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Dich, lieber Gott, jhr Vnmuth vnd verdruß,
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Vnd was sie nur in Furcht vnd Glauben üben,
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Voraus jhr Todt zum besten dienen muß.
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Wol, allen wol die einig dich erkiesen
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Für jhren Freundt, du heltst beständig Fuß.

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Wenn sich das Glück nun zornig hat erwiesen,
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Vnd an vns setzt mit stürmender Gewalt,
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Gleich einer Fluth vnd einem starken Riesen,
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Wir arme sind zu beyden Füssen kalt
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Vnd wissen nicht wohin wir vns fast lencken,
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So leistest du vns Schutz vnd Auffenthalt.

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Das liebe Creutz wird keinem doch was schencken,
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Wer jrgends nur ein guter Christ wil seyn,
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Es stellt vns nach, vnd wil sich an vns hencken,
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Vnd setzet offt den frommen auch ein Bein,
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Die wahre Rhue wird doch nicht vmb mich schweben,
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Schenckt mir das Glück gleich vberflüssig ein.

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Wenn nichts gebricht, wenn Wolstandt, Ehr vnd Leben
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Vnd starker Leib bey mir in blühte sindt,
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So wird mir doch die Erb-Schuldt wiederstreben
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Vnd meiner Lust verkehren allen Windt.
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Der altte Mensch mus immer mich bekriegen,
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Der manchen Kampff mir offtmals abgewinnt.

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Auch Sathanas pflegt nicht gern still zu liegen,
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Er brüllt vmb mich gleich einem Löwen her,
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Für seinem Mord vnd grossen kräfften siegen
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Ist Fleisch vnd Blut zu sorglich vnd zu schwer,
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Die Helle sperrt-nach-mir-auff jhren Rachen,
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Mir drewet auch des Todes scharffes Speer.

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Was soll ich nun vor solchen Feinden machen,
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Wann Gott nicht ist mein Felß vnd Zuversicht?
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Ist er mit mir, so will ich aller lachen,
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Weil seine Handt leicht jhre Macht zerbricht,
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Je mehr sie sich viel wesens vnterwinden,
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Je mehr ist Er mein Hoffnung vnd mein Liecht.

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Ich weis, daß nichts verdammlichs sey zu finden
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An denen, so in Jesu Christo sindt.
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Der Glaube kan mich jhm so fest verbinden,
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Das seine Trew nie einen Riß gewinnt,
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Er lesst mich nicht, was je mich zu vmbgeben
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Der Hellen Reich durch wilden Zorn beginnt.

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Das ist gewis, daß weder Todt noch Leben,
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Nicht Fürstenthum nicht Engel noch Gewalt,
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Nichts tieffes noch was pfleget hoch zu schweben,
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Noch etwas sonst von Sachen mannigfalt
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Aus Christi Huld vnd Liebe mich mag heben,
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Er ist vnd bleibt mein süsser Auffenthalt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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