Alles läufft mit mir zum Ende

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Simon Dach: Alles läufft mit mir zum Ende Titel entspricht 1. Vers(1632)

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Alles läufft mit mir zum Ende:
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Meine Hände,
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Füß vnd Arme sind verdorrt,
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Auch die Fackel meiner Augen
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Wil nicht taugen,
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Geist vnd Leben eilen fort.

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Wo der Todt, die Pest der Erden,
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Recht kan werden
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Anzusehen abgemahlt,
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Müssen jhm die Arm vnd Beine
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Recht wie meine
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Vnd nicht anders sein gestalt.

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Meines edlen Geistes Kräffte,
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Die Geschäffte
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Meiner Sinnen nehmen ab,
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Nichts ist anders zu besorgen
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Als vor Morgen
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Noch zu scheiden in das Grab.

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Seele, wenn du nun diß Leben
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Hin solst geben,
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So entschlage dich der Noth,
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Dencke, daß du zu den Frommen
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Nicht kanst kommen
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Als nur einig durch den Todt.

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Laß dich seine finstre Hecken
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Nicht erschrecken,
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Süß vnd sanfft zwar thut er nicht,
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Aber eh wir es verstehen
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Wird auffgehen
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Des gewünschten Lebens Licht.

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Hie, von dannen wir abfahren
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Zu den Scharen
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Der verstorbnen, schmertzt es wol,
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Aber dort auff jener Seiten
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Ist kein streiten,
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Sondern alles Frewden voll.

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Da sind erst die rechte Hütten
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Wo kein Wüten
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Der verdamten Tyranney,
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Sondern das nur ist zu schawen
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Was wir Trawen,
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Daß es ewig vns erfrew'.

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Hülle dich in Christi Wunden,
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Der empfunden
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Was zu leiden dir gebührt,
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Laß dich dein bethört verüben
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Nicht betrüben,
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Er hat alles außgeführt.

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Gibt er nicht zu Gottes Rechten
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Den Geschlechten
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Der Erwehlten jhre Lust?
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Er wird, wann du kömpst gegangen,
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Dich vmbfangen,
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Vnd einschliessen seiner Brust.

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Wir sind alle durch sein Sterben
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Himmels Erben,
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Ja er wird des Todes Pein,
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Die du wirst empfinden müssen,
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Dir versüssen,
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Daß sie nur ein Schlaff wird seyn.

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Legt euch nun geruhig nieder,
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Meine Glieder,
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Eben wie jhr vmb die Nacht
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Euch die Kräffte zu erholen,
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Gott befohlen,
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Vnd zu Bett' offt habt gemacht.

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Ruhet frey von allem Jammer
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In der Kammer,
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Die Gott fest verriegeln wird,
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Vnd sie, wenn jhr solt erwachen,
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Auff erst machen,
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Selbst des Lebens Thür vnd Hirt.

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Alsdann solt jhr ewrer Seelen
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Auß der Hölen
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Anvertrawt den Herren sehn,
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Euch in seinen wahren Frewden
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Ewig weiden,
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Thun was hie nicht kan geschehn.

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Gute Nacht, o Welt, sambt allen
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Die noch wallen
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Hie auff deinem trüben Meer!
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Schaw, ich werd' jetzt auffgenommen
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Zu den Frommen
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Vnd dem grossen Himmels Heer!

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Welche mit mir hie begehren
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Einzukehren,
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Schawen, daß sie nur die Ruh,
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Christum, sich nicht mögen schämen
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Anzunehmen
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Vnd gehn auff jhr Stündlein zu.

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Die jhr Ende stets betrachten
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Vnd verachten
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Dieser Welt verkehrten Sinn,
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Jesum, biß sie gantz erkalten,
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Gläubig halten,
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Fahren sanfft vnd seelig hin.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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