Uber die darauff den 29sten Tag geregten Monats erfolgende H. Tauff-Feyer des Durchl. Churfürstl. Printzen Hn. Hn. Friedrichen, Marggraffen zu Brandenburg in Preussen etc. Hertzogen etc

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Simon Dach: Uber die darauff den 29sten Tag geregten Monats erfolgende H. Tauff-Feyer des Durchl. Churfürstl. Printzen Hn. Hn. Friedrichen, Marggraffen zu Brandenburg in Preussen etc. Hertzogen etc (1632)

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Kind, nur neulich erst gebohren,
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Neulich an das Licht gebracht
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Und zu herrschen schon erkohren,
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Ja mit Hoheit schon bedacht,
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Als du noch warst derer Last,
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Die du jetzt erfrewet hast:

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Damals hab' ich Dich gesungen,
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Daß von meiner Seiten Werck,
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Wie gesagt wird, wiederklungen
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Alle Hügel Königsberg,
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Und selbst Echo ohne Ziel
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Sich ergetzt an meinem Spiel.

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Aber jetzund leg' ich nieder
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Alles was mein Sinn vermag,
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Nun die Engel ihre Lieder
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Hören lassen diesen Tag,
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Da der Himmel dich geehrt,
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Daß du ihre Zahl vermehrt,

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Bist in ihre Zunfft gekommen.
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Heut' hat Christus Dich, sein Pfand,
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Erst erfreulich angenommen,
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Für den Seinen Dich erkant,
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Und schreibt deinen Nahmen heut
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In das Buch der Seeligkeit.

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Höher kanst du nun nicht steigen,
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Denn nun wird der Himmel dein,
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Ja Gott selber ist dein eigen,
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Der mit dir vermählt wil seyn,
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Und Du wirst als seine Braut
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Ihm im Glauben zugetraut.

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Groß zwar ist es, hier auff Erden
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Herrschen über Land und Meer,
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Immer angebehtet werden,
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Aber höher noch ist der,
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Welcher Macht und Ehren voll
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Stets mit Christo leben soll,

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Sein erwehlter Reichs-Geselle,
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Durch ein kräfftiges Geboht
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Herrschen über Sünd' und Helle,
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Über Leben, über Tod,
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Ewig ohn' Gebrechen seyn,
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Reich, verkläret, heilig, rein.

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Hierumb muß der Himmel schallen
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Und erfrewt seyn über Dir,
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Drumb auch wir hienieden wallen
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Voll von brünstiger Begier,
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Wol zu geben an den Tag
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Was das Hertz' in uns vermag.

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Unsre Chör' und Kirchen singen,
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Unsre Stimmen müssen jetzt
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Sampt der Orgeln heller klingen,
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Aller Seelen sind erhitzt
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Gott zu geben Danck und Preiß,
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Der uns zu erfrewen weiß.

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In was Furcht sind wir gestanden,
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In was Schmertzen vor der Zeit,
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Ja was Zweiffel war vorhanden,
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Ob dein Hauß durch Fruchtbarkeit
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Würd' in Blühte wieder stehn
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Oder eilends untergehn.

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Jetzund zeigte sich ein Segen,
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Jetzund war er wieder aus,
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Biß sich Gott noch lässt bewegen
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Und gedencket an dieß Hauß
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Und verheisset ihm Bestand
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Durch ein zweener Zweige-Pfand.

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Denen giebt er Blüt' und Blätter.
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Schreckt, ihr Wälle, Lufft und Stad
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Durch der groben Stücke Wetter,
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Förtre, Pregel, deinen Pfad,
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Welcher billig solte Wein,
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Honig, Milch und Öle seyn.

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Trinckt Gesundheit hin und wieder,
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Weil Apollo, meine Zier,
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Auch lässt hören seine Lieder
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Und die Musen auch allhier
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Singen wie es jede kan.
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Sonderlich hebt Clio an:

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Wachs', O Sohn, weil deinem Leben
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Stern' und Himmel günstig sind
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Und im Zwist dich zu erheben.
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Werd' ein Fried- und Freuden-Kind,
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Mach die Menschen reich und froh
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Wie vor Zeiten Salomo.

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David auch must' immer streiten,
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Aber er, sein weiser Sohn,
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Hatte Rhu zu seinen Zeiten,
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Lust und Gnüge war sein Thron,
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Also, hat dein Vater Krieg,
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Du hab' allzeit Rhu und Glück.

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Wachst, ihr Fürsten, umb die Wette,
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Wie dein Bruder, also Du!
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O wann ich die Vollmacht hätte
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Und sagt Atropos mir zu,
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Ich schlüg' ewren Lebens-Lauff
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Euch aus ihren Büchern auff,

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Wolt' Euch nach der Ordnung weisen
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Ewre Tugend, ewren Pfad,
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Ewre Künst' und ewre Reisen,
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Ewre Ritterliche That,
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Ewre Lieb' und ihre Frucht
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Die durch Heyraht wird gesucht.

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Gleichwol bleibt Euch unverholen
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Was ich ihr nur ohngefehr
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Und gantz heimlich weggestolen,
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Reckt mir nur die Ohren her.
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Darauff sang sie, biß die Nacht
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Und der späte Mond erwacht.

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Was es war, ist meiner Geigen
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Nach zu singen nicht vergunt,
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Darumb muß ich es verschweigen,
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Jahr' und Tage thun es kunt.
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Aber trifft die That nun ein,
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Werd' ich schon entschlaffen seyn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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