Fürsten von gerechtem Muth

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Simon Dach: Fürsten von gerechtem Muth Titel entspricht 1. Vers(1632)

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Fürsten von gerechtem Muth
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Sind ein allgemeines Gut.
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Was von ihnen sey zu halten,
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Wird am meisten dar erkant,
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Wo man über Leut und Land
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Einen Wüttrich siehet walten,

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Dem die Herrschafft nur behagt,
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Der nach keiner Satzung fragt,
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Der nur wil gefürchtet werden,
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Und auff seinen Nutz nur schawt,
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Ja, der beydes Woll' und Haut
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Abzeucht seiner matten Herden.

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Wer hält seine Freyheit wehrt?
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Wer sein Leben? und begehrt
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Einen Phalaris zum Herren?
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O, was Elend muß es seyn,
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Wenn man wegen Furcht und Pein
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Sich für sich muß selbst versperren!

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Wüst' ich unter dir, Tiber,
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Auch Seianen Glück und Ehr
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Und ein Königreich zu haben
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Und daneben die Gefahr,
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So zu deinen Zeiten war,
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Wozu solten mir die Gaben?

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Kan auch jener frölich seyn
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Bey den Seiten, bey dem Wein,
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Bey den Königlichen Speisen,
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Wenn er fort und fort gedenckt,
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Daß man über ihn gehenckt
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An ein Har ein blanckes Eisen?

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Nein, mir gnüget Saltz und Brod,
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Hie wo ich der gleichen Noht
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Mehr als wol kan müßig gehen,
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Grosser ChurFürst, unter dir,
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Welcher gern in Blüt und Zier
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Siehet seine Völcker stehen.

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Darumb ist es wunder, Held,
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Daß man nicht auß aller Welt
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Vom verborgnen Nilus-Strande,
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Der die sieben Außfäll' hat,
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Von dem Ganges und Euphrat
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Sich begiebt in deine Lande.

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Und des schönen Tages Pracht,
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Welcher dich zur Welt gebracht,
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Sollt' uns unbegangen bleiben?
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Nein, der Himmel feyret ihn,
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Der mit Frost sich wil beziehn
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Und des Nebels Gifft vertreiben.

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Sey gegrüsst, O Tagelicht,
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Das uns newe Gunst verspricht.
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Des Gewölckes Wust geht über.
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Brachte der Tag Gnüg und Lust,
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Welcher Rom gebahr August,
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Du bist uns in Warheit lieber.

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Wein und Seiten-Spiel heran!
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Sorg' und was betrüben kan,
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Trollt euch auff die wüste Wellen!
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Redner und Poeten auff,
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Lasst der Musen Schar zu hauff
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Sich anjetzt zu euch gesellen!

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Was? Gebeht und Seufftzer her!
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Frewden-Thränen, macht ein Meer,
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Gott den Höchsten zu gewinnen,
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Alle Kirchen dancken Ihm
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Durch der Andacht Ungestüm
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Und in Lieb' erhitzte Sinnen.

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Der wird Ihn, sein wehrtes Theil,
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Unsrer aller Trost und Heil,
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Uns noch lange Zeit erhalten,
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Und in seiner Neffen Schaar
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(gott mach diese Weissag war!)
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Gleich dem Nestor lassen alten.

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Dieser so gewünschte Tag,
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Als die Sonn' ihn tragen mag,
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Wird uns manche Frewde geben.
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Wo wir ihn nicht weiter sehn,
77
(gott laß dieses nicht geschehn!)
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Wer wollt' einen Tag mehr leben!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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