Hertzliches Bethlied, umb fernern Auffwachs des HochFürstl. Hauses zu Brandenburg, und sonderlich umb beständiges Wolergehen unsers gnädigsten Chur-Fürstens und Herrens, als der noch einigen Seulen unsers lieben Vaterlandes; Allen getrewen Einwohnern dieses Hertzogthumb zu flehen, und in der Weise wie nach einer Wasserquelle zu singen

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Simon Dach: Hertzliches Bethlied, umb fernern Auffwachs des HochFürstl. Hauses zu Brandenburg, und sonderlich umb beständiges Wolergehen unsers gnädigsten Chur-Fürstens und Herrens, als der noch einigen Seulen unsers lieben Vaterlandes; Allen getrewen Einwohnern dieses Hertzogthumb zu flehen, und in der Weise wie nach einer Wasserquelle zu singen (1632)

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Gott, du Ertz-Hirt deiner Herden,
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Vater aller guten Zeit,
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Du bestellst den Kreyß der Erden
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Mit gewünschter Obrigkeit,
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Unter Brandenburgk hast Du
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Preussenland durch güldne Rhue
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Nun in mehr dann hundert Jahren
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Wollen gnädiglich bewahren.

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Hast durch frommer Herrschaft Güte
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Uns umbschantzt mit Lieb und Trew,
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Daß jhr Holdseelig Gemüte
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Nichts gewust von Tyranney,
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Hast uns freundlich angeblickt,
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Und zu aller Zeit erquickt
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Unsern Leib durch Most und Öle,
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Durch dein reines Wort die Seele.

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Aber jetzt, Herr, wollstu eilen
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Uns zu retten, dieses Hauß
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Rhuht nur noch auff einer Seulen,
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Hilff, sonst ist es mit uns auß.
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Laß uns dieses Liechtes Schein
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Ja nicht außgeloschen seyn!
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Uns möcht' eine Nacht anbrechen,
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Die nicht stehet auß-zu-sprechen.

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Herr, umb deines Sohnes willen,
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Welcher durch sein thewres Blut
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Allen deinen Zorn kan stillen,
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Nicht führ so ergrimmten Muth!
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Nimm dieß unser Haupt in Schutz
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Wider aller Feinde Trutz,
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Schaw, wir fallen dir zu Fusse
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Ach mit ungefärbter Busse.

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Schaff, damit Er sey umbgeben
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Stets von deinen Engelein,
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Die Ihn tragen, die Ihn heben,
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Mit Ihm gehen auß und ein.
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Laß des Glückes Ungestüm
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Stets gefernet seyn von Ihm,
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Keiner Kranckheit Stoß, kein Wüten
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Nahe sich zu seiner Hüten.

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Laß auch bald zu deinen Ehren
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Diesen Chur- und Fürsten-Zweig
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Sich durch Edle Sprossen mehren!
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Herr, erhör' uns, und erzeig
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Ja auch die Barmhertzigkeit!
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Gieb, daß Er in kurtzer Zeit
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Sich mit frischen fruchtbarn Ästen
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Breit' in Nord-Süd-Ost- und Westen!

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Derer Schatten uns vergönne
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Zuflucht, Sicherheit und Raht,
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Da man sich erquicken könne,
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Wenn das Leid die Herrschaft hat.
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Unter derer Schirm dein Wort
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Lauff' und grüne fort und fort,
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Und dein Reich auff aller Erden
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Außgebreitet möge werden.

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Laß, die allen Wolstandt suchen
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Unsers Haupts, gesegnet seyn,
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Und fluch denen, die Ihm fluchen,
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Gieb Ihm Raht und Weißheit ein,
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Bald zu mercken dessen List,
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Der nicht trewlich umb Ihn ist,
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Daß sich Boßheit, Trug und Neiden
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Fern von seinem Hofe scheiden.

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Dann Herr, wollen wir dich singen,
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Unser Fürst wird fornen stehn,
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Wir sind eiffrig nachzudringen,
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Und auff deinen Rhum zu gehn,
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Daß die Erd erschallen soll,
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Wenn wir singen sämptlich, voll
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Andacht fewriger Geberden:
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Gott, du Ertz-Hirt deiner Herden!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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