Demüthigstes Geleit, da Se. Churfl. Durchl. auß dero Herzogthumb Preussen in die Marck Brandenburg zu reisen entschlossen

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Simon Dach: Demüthigstes Geleit, da Se. Churfl. Durchl. auß dero Herzogthumb Preussen in die Marck Brandenburg zu reisen entschlossen (1632)

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Können wir mit keinen Sachen,
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Held, Dir länger Seumnis machen?
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Muß dein Auffbruch dann geschehn?
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Ach was schaffstu uns für Schmertzen!
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Und mit was betrübtem Hertzen
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Zwingstu uns Dir nachzusehn!

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O das Helm, Geschoß und Degen
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Und was Deutschland aller wegen
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Auff den Grund verwüstet hat,
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Umbgeschmoltzen wehr' in Pflüge!
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O das Rhue für wilde Kriege
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Hielt' umbschlossen Dorff und Stadt!

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Preussen könt' jetzt Dich behalten,
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Dörffte tödtlich nicht erkalten,
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Nun dein Sinn dahin gedenckt,
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Wo-es-her Dich, sein Verlangen,
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Kurtz vor diesem hat empfangen
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Nur nicht auff den Todt gekränckt.

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Deutschland wird es mir verzeihen,
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Fridrich Wilhelmen jhm leihen
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Hat zu grosse Furcht und Pein.
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Brandenburg wird zweene melden
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So daselbst, O thewre Helden!
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Kurtz hievor verblichen seyn.

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Du auch kuntest, einer Leichen
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Schon gar ähnlich, kaum entweichen,
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Und man solte Furcht-lohß stehn,
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Nun wir Dich sehn von uns scheiden?
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Sehn Dich Sicherheit hie meiden,
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Dort in Schwerd und Flamme gehn?

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Nein, wir haben auff dein Leben
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Weit ein mehrers noch zu geben:
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Theseus war Athenen Zier,
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Hector noch zuletzt vorhanden,
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Worauff Trojen Reich bestanden,
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Wir bestehn auff Gott und Dir.

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Kan ich, bin ich recht bey Sinnen,
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Auch die Welt so lieb gewinnen,
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Daß ich sollt' auf Deinen Todt
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(den Gott ja nicht müss' erleuben)
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Länger wollen übrig bleiben,
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Nur zu Hertzeleid' und Noht?

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Aber Lieb' und das Geblüte
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Reisst nur von uns Dein Gemüte,
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Deine Marck hat Dich besiegt,
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Die von Leid' und Angst durchfahren
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Blutig und mit freyen Haren
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Dir zu sehr für Augen liegt.

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Die zu Tag und Nacht mit Thränen
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Nur nach Dir sich weiß zu sehnen,
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Spricht: Wie lang doch, O mein Liecht,
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Suchstu noch mich außzuschliessen?
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Sol ich ewig dann nicht wissen,
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Ob ich Dein sey, oder nicht?

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Zehl die Unzahl meiner Wunden,
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So ich diese Jahr empfunden,
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So wirst Du des Meeres Sand
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Leicht auch überschlagen lernen,
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Ja die grosse Zahl der Sternen
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Wird dir nicht seyn unbekant.

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Wenn hat mich nicht Glut verzehret?
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Wenn nicht Pest und Schwerd verheeret?
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Wenn nicht Rauben und Gefahr
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Mir auff Marck und Bein getroffen?
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Wer hat nicht mein Blut gesoffen,
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Daß ich nicht bin die ich war?

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Gleichwol hab' ich alle Plagen
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Immer mit Gedult ertragen,
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Nur des grimmen Todes Macht,
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Die Drey Fürsten mir genommen
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Eh drey Jahr herumb seyn kommen,
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Hat mich gantz von mir gebracht.

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Nun bin ich erst allermassen,
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Hoch betrübt und gantz verlassen,
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Wann ich dir auch frembde bin;
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Sag, was ist doch mein Gebrechen?
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Warumb muß dein Zorn sich rechen
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Und lenckt von mir Deinen Sinn?

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Bin ich nicht für Gott mit Behten
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Umb Dein Wolergehn getretten,
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So kömpt recht mir diese Pein.
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Ja ich wil auff aller Erden
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Ein Geläch' und Schawspiel werden,
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Und der Völcker Mährlein seyn.

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Merckstu aber auff mein Flehen,
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Warumb muß ich Dich nicht sehen?
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Ist nur Preussen die Du liebst?
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Wormit hat sie Dich berücket,
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Daß Du, gantz in jhr verstricket,
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Nichts auff mich, Dein Erbtheil, giebst?

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Ach vielleicht empfindstu Grawen
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Mich die heßlich' anzuschawen,
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Weil ich bin so wüst und leer?
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Keiner weich' ich leicht an Gaben,
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Kan ich dich nur umb mich haben,
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Komm, mit Dir kömpt alles her!

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Herr, die Asche Deiner Ahnen,
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So die trewsten Unterthanen
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Bey mir fanden jederzeit,
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Sol ein Zeugnuß mir ablegen,
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Ob du mich des Jammers wegen
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Billich setzest an die Seit'.

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Hat Dich sonst wer auffgenommen,
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Als Du an dieß' Liecht bist kommen?
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Wer? Hab ich es nicht gethan?
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Daß Du nach der Zeit dein Leben
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Hie schier hättest auffgegeben,
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Bin ich da wo schuldig an?

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Wer warff deinen Vater nieder?
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Preussen gebe mir Ihn wieder,
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Mir steht auch mein Urtheil frey.
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Was der Schluß des Himmels schaffet,
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Der uns Häupter giebt und raffet,
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Misst man uns mit Unrecht bey.

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Ich bin nicht die ich gewesen,
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Doch kömpst Du, ich wil genesen,
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Komm, weil noch ein Geist in mir!
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Kömpstu nicht, ich sterb' indessen,
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Wem doch hastu zu-zu-mässen
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Meinen Untergang als Dir?

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Herr, der ist von Stahl' und Steinen,
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Welcher diese Klag' und Weinen
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Hört mit unbewegtem Muth':
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Und Du solt Bedencken tragen,
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Nach derselben Noht zu fragen,
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Die so sehnlich nach Dir thut?

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Es ist war, die lieben Leute
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Sind zu lang des Krieges Beute,
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Sind zu lang ohn Glück und Rhue,
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Wolten gern sich wieder bawen,
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Wo sie einig noch auff schawen,
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Sind nur unser Gott und Du.

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Darumb bistu nicht zu hindern,
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Nichts muß deinen Vorsatz mindern.
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Du gestehst uns kaum ein Wort.
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Deine Wagen-Rosse schreyen,
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Dein Geleit, die Preussschen Freyen
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Sampt der Leib-Hut ist schon fort.

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Was hör ich für Leid und Heulen?
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Mustu denn so von uns eilen?
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Spricht die Mütterliche Trew.
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Und man weiß für Weh und Klagen
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Dir kaum gutte Nacht zu sagen,
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Alles führet nur Geschrey.

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Deine Schwestern, die Göttinnen,
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Können sich nicht eins besinnen,
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Was mit Ihnen jetzt geschieht:
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Die Fraw Mutter kan bey weiten
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Dich für Wehmut nicht geleiten,
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So man umb und an Ihr sieht.

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Aber alles Ach und Flehen
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Ungehört, unangesehen,
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Thustu was Dein Schluß bestimmt,
154
Wie, wann Mast und Ruder krachen,
155
Aeolus für Sturm-erwachen
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Gäntzlich kein Gebeht vernimmt.

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Also wer in frembden Landen
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Ist verknüpfft in Liebes Banden,
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Wenn die Braut Ihn kommen heisst,
160
Wird Ihn nichts zu halten wissen,
161
Biß Er sich der Freunde Küssen
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Endlich mit Gewalt entreisst.

163
Nun wir lassen Dich schon fahren,
164
Aber alle Himmels-Scharen
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Nehmen Dich in trewe Hut,
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Müssen auß und ein Dich führen!
167
Dessen nichts kan Götter rühren,
168
Was uns Menschen Schaden thut.

169
Mars müss' allen Grimm und Waffen,
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Wenn Du kömpst, bey Seite schaffen,
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Müss', in deine Huld verliebt,
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In ein Lachen stracks verkehren
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Aller Länder Müh und Zehren,
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Die Er jetzt noch sehr betrübt!

175
Bring auff Aller Leid und Klagen,
176
Held, mit Dir hinauß getragen
177
Wolstand, Gnüg und güldne Rast!
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Thue, was Dich die Sterne heissen,
179
Wiss' nur, daß Du auch in Preussen
180
Viel von Deinem Hertzen hast!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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