Auff Sr. Churfl. Durchl. hochheiliges Symbolum

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Simon Dach: Auff Sr. Churfl. Durchl. hochheiliges Symbolum (1632)

1
Herr der liechten Seraphinen!
2
Dem die Cronen aller Welt,
3
Alle Scepter müssen dienen,
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Deiner starcken Helden Held!
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Gnädig, Ewig, prächtig,
6
Allweiß, heilig, mächtig,
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Der Ihm stracks zu einem Heer
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Auffbringt Himmel, Erd' und Meer!

9
Was ich hab an Macht auff Erden,
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Gott, ist deine Gnad allein,
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Denn du lässest deiner Herden
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Mich nur einen Hirten seyn,
13
Laß mich bester massen
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Sie in Auffsicht fassen,
15
Und in stets genawe Hutt
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Eines jeden Gutt und Blutt.

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Thue mir kundt den Weg für allen,
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Den ich allzeit wandlen sol,
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Laß mein Leben dir gefallen,
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Mach mich deines Geistes voll,
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Leucht' in meinem Hertzen
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Durch der Weißheit Kertzen,
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Denn ohn deines Wordtes Licht
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Find ich deinen Richt-steig nicht.

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Sathan suchet mich zu blenden,
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Meinen Sinn, Verstandt und Wahn
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Einig von dir abzuwenden,
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Daß ich fehle deiner Bahn,
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Mich in mich verwirre,
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Und gefährlich irre,
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Wie ein Schiff, das weder Raht,
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Noch Compas, noch Ruder hat,

33
Hie legt Zorn mir tausend Netze
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Da Gewalt und Eigen-Sinn,
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Der ihm selber stelt Gesetze,
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Und wirfft deine Satzung hin;
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Da wil Wollust leiten
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Mich auff böse Seiten;
39
Und was tückisch auff mich hält,
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Ist vorauß die böse Welt.

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Aller Weg geht in die Helle,
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Den Gefahr und Todt bewacht:
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Sey mein trewer Spieß-Geselle,
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Führ mich durch die finstre Nacht,
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Laß mich nichts bewegen
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Weder Sturm, noch Regen,
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Sey mein Leit-Stern, sey mein Gang,
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Meiner Schritt und Tritte Zwang.

49
Jesu! der du mich wol kennest,
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Und dich selbst in deinem Wort
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Warheit, Weg und Leben nennest,
52
Hilff mir armen Pilgrim fort,
53
Mach mein gantzes Leben
54
Deinem Wandel eben,
55
Daß ich bleibe für und für
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In dem rechten Wege, dir.

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Laß mich seyn, wie du, bescheiden,
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Heilig, fromm, gerecht und still,
59
Freudig Noht und Todt zu leiden,
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Wollen was dein Vater will,
61
Daß mein Untersassen
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Mich zum Spiegel fassen,
63
Und ich sie lieb alß selbst mich,
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Und für Erd und Himmel Dich.

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Daß man mich in dir stets spüre
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Und ich meist ein Hertzog sey,
67
Der durch dich zum Leben führe
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Die du trawest meiner Trew,
69
Und mir jenes Leben
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Zeugnüß könne geben,
71
Daß ein Unglimpff meiner Hand
72
Keinen deines Volcks entwand.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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