Da Churfürstl. Durchl. Hr. Georg Wilhelm in hoher Begleitung Chur-Printzl. Durchl. Herrn, Hn. Friedrich Wilhelm, beyder Marggraffen zu Brandenburg, in Preußen etc. etc. Hertzogen etc. etc. hieselbst in Königsberg den 23sten HerbstM. 1638. erfreulichst einkahm

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Simon Dach: Da Churfürstl. Durchl. Hr. Georg Wilhelm in hoher Begleitung Chur-Printzl. Durchl. Herrn, Hn. Friedrich Wilhelm, beyder Marggraffen zu Brandenburg, in Preußen etc. etc. Hertzogen etc. etc. hieselbst in Königsberg den 23sten HerbstM. 1638. erfreulichst einkahm (1632)

1
Der Himmel wil mir wol, ich kan von Glücke sagen,
2
Mars mag zufrieden seyn, daß Deutschland sich muß klagen,
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Sein Leid nicht ab kan sehn, mag stillen seinen Muth,
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Der unersättigt ist mit Raub' und MenschenBlut,
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Weil das Verhängnuß ja es anders nicht wil leiden.
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Hie gleichwol fählt es ihm, ich weiß mich zu bescheiden
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So einer Huld und Gunst, dergleichen man kaum hat,
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Wozu denn sonderlich Dein Glimpf und kluger Rhat
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Behülfflich wolte seyn, Du Held von dem Geblüte
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Der hohen Brennen, Du, den Tapfferkeit und Güte
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Weit über Fürsten hebt, Du dieser Zeiten Lust,
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Und Bild der Vorigen. Schaw was Du jetzund thust,
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Dich dünckt, es were nichts in Friede mich zu setzen,
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Wenn Deine Gegenwart mich auch nicht solt' ergetzen
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Und zeugen, das Dein Sinn die Treu auff mich gewandt
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Als je bißher ein Volck an Herren hat erkant,
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Die göttlich sind wie Du. Und wessen werd' ich innen?
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Dein Sohn, der Fürsten Preiß und Spiegel deiner Sinnen,
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Die Hoffnung aller Welt und meine Zuversicht,
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Kömpt auch und gönnt einmahl mir seines Glantzes Licht,
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Der wahren Liebe Pfandt. O eine grosse Gnade!
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Ein Zeugnus thewrer Huld und Freundligkeit! gerade
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Als in der Fewers-Brunst ein treuer Vater thut,
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Der zwar das eine Kind wil retten aus der Glut,
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Doch für das ander auch, so der Gefahr entgangen,
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Nicht minder Sorge trägt, indem es aus Verlangen
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Die Armlein nach ihm streckt und ohn auffhören klagt
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Auß Kummer, daß er sich hat in den Brand gewagt,
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So thut ihr gleichfals mir. Wie wil ich an Euch beyden
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Ergetzen Hertz und Sinn, wil Seel' und Augen weiden,
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Wil sagen ungeschewt und aller Frewden voll,
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Wie ich durch Euch erlangt das, was ich kan und sol.
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Nur zieht in Gnaden ein! Ihr seyd auch diesem Lande
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Der Trost, so ihm gehört, seyd mir auch mit dem Bande
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Der Liebe fest verknüpfft. Dieß edle Hertzogthum
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Heist Ewrentwegen so, Ihr Preussens höchster Ruhm,
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Zieht ein und nemet war, wie alles Euch zu Ehren,
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Die Lufft, das Haff, die See sich lesst mit Stürmen hören!
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Der Herbst thut was er sol, er giebt dennoch bescheidt
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So gut er kan und mag, daß Ihr zugegen seyd.
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Dies mercket Cynthia, drumb macht sie sich zur Stunde
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Zu ihrem Jäger-Volck, und nimpt die besten Hunde,
43
Hält fertig allen Zeug, schawt fleissig auff und wacht,
44
Ob etwan Euch geliebt den Ernst der Wilden Schlacht
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Mit einer freyen Lust des Jagens zu vertauschen.
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Man hört noch hie und da der Bäume Blätter rauschen,
47
Der Bäume, die ihr Laub nicht gäntzlich hingelegt,
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Es wird für Euch, Ihr auch der Wälder Pracht, gehegt.
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Nun kommt Ihr Helden? ja, ich aber muß gestehen,
50
Wie prächtig ich nun gleich Euch wolt' entgegen gehen,
51
Bezeugen meine Pflicht, mich schmücken umb und an,
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Daß aller Witz und Kunst nichts dessen finden kan,
53
Was Ewre Zier erheischt, Doch weil auch alle Gaben,
54
So dieses Leben führt, nicht das Vermögen haben,
55
Wird Ewre Göttligkeit, Ihr meines Hertzens Schein,
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Daß mehr als gülden ist, gefällig lassen seyn.
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Dieß hat Prussilia mich newlich hören lassen,
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Auff die Art redte sie, so viel ich kunte fassen,
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Da dieses Helden-Paar auß Brennus grossem Stamm',
60
O Vaterland, bey dir hereingezogen kam
61
Und unsern Wunsch erfüllt. Als sie noch kaum geendet
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Die Worte, hat sie sich zum Nagot erst gewendet,
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Dann zu dem Pregel hin, sie rief der Alle zu,
64
Auch, Mümmel, dir und sprach: Seyd ihr bißher in Rhue
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Und stiller Sicherheit biß in die See geflossen?
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Habt durch die Wiesen euch mit stoltzer Flut ergossen?
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An beyden Ufern her der Nymphen Liedt gehört,
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Die Faunen lustig seyn? hat Phoebus euch geehrt?
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Wil sich Diane gern der Jagt und Müh entladen
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Mit ihren Najaden in ewren Strömen baden?
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Trägt ewer Rücken Goldt und unerschöpftes Gut?
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Schlägt alle Welt hier zu, sucht Nahrung, Schutz und Hut
73
Und findet was sie sol? besorgt sich keiner Waffen,
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Kan aller Sorgen frey jetzt wachen, jetzund schlaffen?
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Seht, Kinder, Dieses Haupt, das solche Rhue uns schenckt,
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Hat jetzt in Gnaden sich hieher zu uns gelenckt
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Und dieses Land erfrewt. Auff! uns wil jetzt gebühren,
78
So viel als möglich ist, Sie prächtig einzuführen
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Und den Gehorsam so zu geben an den Tag,
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Ein jedes schicke sich so gut es kan und mag,
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Und ziehe statlich auff, wer unter Euch wird siegen,
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Der sol zu Lohn mein Bild von klarem Bernstein kriegen.
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Sie wurden sämptlich fro und stelleten sich dar,
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Eins tritt dem andern vor, es scheint ihr Bart und Haar
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Nur Graß und Schilff zu seyn. Der Nagot wolte pralen
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Und hat ein schönes Schloß ihm künstlich lassen mahlen,
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Daneben auch wie ihn der Weichsel-Strom erzeugt
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Durch einer Nymphen Gunst, die jetzt ihm noch geneigt.
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Der Pregel aber wolt' hierinnen keinem weichen,
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Trug einen Lorber-Krantz, der Künste schönes Zeichen,
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Die er für andern nährt, auch Wahren allerhand
92
Und Güter, die dem West und Norden sind bekant.
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Ihm folgt der Mümmel-Strom gebraten von der Sonnen,
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Trägt reiches Korn und Flachs, und was er sonst gewonnen
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Durch seiner Russen fleiß, führt nach sich auff der Fahrt
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Die Dudey und Schalmey, und Bären vieler Art.
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Die All' hatt' ihren Schmuck, zu welchem du auch kamest,
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Du der Passargen-Fluß, drangst dich hinzu und nahmest
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Den letzten Platz nicht ein. Sie stehen allerseit
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Und führen, wie geschiht, des Vorzugs halben Streit,
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Als unverhofft ein Glantz und Leuchten sie umbgiebet.
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Da vormals Juppiter die Semelen geliebet,
103
Sol er in solchem Plitz und hellen Glantzes Schein
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In solchen Stralen nicht zu ihr gekommen seyn.
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Prussilia erschrickt. Hierauff hat man vernommen,
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Daß drey Göttinnen selbst ins Mittel seyn gekommen,
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Die Erste ward vorauß durch Trefligkeit und Pracht
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Für Juno angesehn, dann wie bey heller Nacht
109
Des Mondens Kertze gläntzt, so sahe man auch scheinen
110
Die Ihr am nächsten stundt, ich muste gäntzlich meinen,
111
Sie were Pallas gar, die Dritte, welcher Zier
112
Und Tugendt mich nicht treugt, gleich, edle Clio, dir.
113
Sie sind für allen frey hin zu den Fürsten gangen,
114
Und haben insgesampt Sie, unsern Schutz empfangen
115
Mit Reden, die ich nicht auß Schwachheit mercken kan,
116
Doch hub die Erste fast mit diesen Worten an,
117
Die sich auß Ihrem Mund als einem Quel ergossen
118
Und wie ein Honig-Seim und Nectar vor sich flossen:

119
Fürsten hält der Himmel Schutz
120
Mehr als sonst gemeinen Leuten,
121
Laß Bellonen Macht und Trutz
122
Noch so grimmig sie bestreiten,
123
Ihre starcke Gegenwehr
124
Ist der Himmel und sein Heer.

125
Held, den meine Seel erkiest,
126
Dessen Gegenwart mein Leben
127
Vnd mein höchster Wolstand ist,
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Nicht gedencke darumb eben,
129
Das, weil du gefochten hast,
130
Ich geschwebt in Ruh und Rast:

131
Hat Penthesileen Macht
132
Mich nicht an den Feind gehetzet,
133
Hab' ich nicht in wilder Schlacht
134
Spieß und Schwerdt wie sie genetzet,
135
Ey, so hab' ich doch gethan
136
Was ich nur thun sol und kan.

137
Fragstu was? mein Feld-Geschrey
138
War in hitzigen Gebeten,
139
Die ich hiesse stündlich frey
140
Vor den Thron des Höchsten treten,
141
Meiner Pfeile Krafft und Kunst
142
War der heissen Seufftzer Brunst.

143
Meiner Thränen strenge Fluth,
144
Die kein Augen-blick gehemmet,
145
Hat des Feindes Ubermuth
146
Mehr als einmal fortgeschwemmet,
147
Daß sein Fundt und schlawer Raht
148
Nie sein Ziel erreichet hat.

149
Also bin ich jederzeit
150
Thätig, Heldt, wie du gewesen,
151
Und hab' einig das Geleit
152
Dir zu geben mir erlesen,
153
Keiner Waffen wiederstandt
154
Hat mich von dir abgewandt.

155
Meiner Sorgen Müh und Fleiß
156
Folgte wo du bist geritten,
157
Wiederwillen, Staub und Schweiß
158
Hab' ich auch wie du erlitten,
159
Allen Kummer, Furcht und Pein
160
Macht ich mir von wegen dein.

161
Ich war fertig, allem Thun
162
Mit Gedancken vorzukommen,
163
Dieses, sagt' ich, hat er nun,
164
Nachmals das ihm vorgenommen,
165
Jetzt gebeut er seiner Schar,
166
Jetzt geräht er in Gefahr.

167
Dein behertzter Helden-Sinn
168
Und dein außgeübter Degen
169
Geht zwar frey und sicher hin
170
Und hat unten nie gelegen,
171
Aber darumb, O mein Liecht,
172
Bin ich frey von Furchten nicht.

173
Ithacus hat Sieg und Preiß
174
Wieder seinen Feind erhalten
175
Und sein Lieb muß wie ein Eiß
176
Uber Ihm daheim erkalten,
177
Auch Achilles sieget wol,
178
Noch ist Thetis ängsten vol.

179
Nun, der gern mich höret, Gott,
180
Den ich darumb stets gepriesen,
181
Hat mich jetzt auch nicht mit Spott'
182
Und Verachtung abgewiesen,
183
Schafft, daß ich auff diesen Tag
184
Dich, mein Leben, sprechen mag.

185
Der gehofften Sonnen Schein
186
Kan zur See nach rauhem wehen
187
Leuten so gewünscht nicht seyn,
188
Als, nachdem ich dich gesehen,
189
Mich auff mein gehabtes Leidt
190
Deine Gegenwart erfrewt.

191
Gott, der in uns nährt die Glut
192
Dieser heissen Liebes-Flammen,
193
Lasse ja durch seine Hut
194
Uns nach diesem nicht von sammen,
195
Keines Glückes wieder-Sinn
196
Nehme mir dein Beysein hin.

197
Aber du, mein thewres Pfandt,
198
Sohn, durch den Wir sind genesen,
199
Es ist einig Gott bekant,
200
Wie mir da zu Muth gewesen,
201
Als die siche Lager stat
202
Dich fast hingenommen hatt'?

203
Ich entbrandte vor Begier
204
Dich in gegenwart zu schawen,
205
Doch du warest fern von hier,
206
Keiner Botschafft wolt' ich trawen,
207
Anders wolte mir nichts ein,
208
Als du würdest todt schon seyn.

209
Möcht ich, hub ich an, mein Kind,
210
Dich zu guter letzt noch küssen,
211
Jetzt, da wir geschieden sind,
212
Kan ich dich nicht einmal grüssen,
213
Weiß nicht, wo durch meine Trew
214
Etwa dir zu rathen sey.

215
Ach! wie sehnlich wirstu nun
216
Ein Verlangen nach mir tragen,
217
Wilt, ich sol dir Rettung thun,
218
Hast mir dieß und das zu sagen,
219
Ruffst mir, biß dir Krafft gebricht,
220
Aber Ach! ich hör' es nicht.

221
Doch thut hie auch Gottes Hand
222
Was ich mir gewünscht, mein Flehen
223
Hat er also umbgewandt,
224
Daß ich dich, mein Schatz, kan sehen,
225
Dich, und unsre höchste Rhue,
226
Deinen Vater, auch dazu.

227
O der hoch erfrewten Zeit!
228
Der uns so fern wil ergetzen
229
Woll' auch, was Euch beyderseit
230
Noch gebricht, gewünscht ersetzen,
231
Wie Ihr mich in Rhue gestelt,
232
Wunsch des Höchsten, Trost der Welt.

233
Die Rede hatte mir die Sinne so benommen,
234
Daß ich fast zu mir selbst nicht wieder kunte kommen,
235
Zuletzt besann' ich mich und sagte: Daß must Du,
236
O thewre Heldinn seyn, Du unsers Fürsten Rhue,
237
Charlotta, durch die Gunst des Himmels Ihm gegeben
238
Zu seyn Sein höchster Trost, Sein Auffenthalt und Leben,
239
Was aber hat man Dich für Juno angesehn?
240
Verzeyh', O unser Liecht, was dießfals ist geschehn.
241
Dein Ansehn, so an Dir nur himmlisch sich eräuget,
242
Ist dieses Irrthums Schuldt. Zwar Juno hat gezeuget
243
Den grimmen Bluthundt Mars, Du bringst an dieses Liecht
244
Den Herren, der uns Huld und Freundligkeit verspricht,
245
Die Du Ihm angeerbt, Du hast bey dem Geblüte
246
Und hohen Ankunfft auch Dein Fürstliches Gemüte,
247
Die Gaben Ihm ertheilt. Durch Haß und wilden Brandt
248
Hat Juno, wie man weiß, viel Länder umbgewandt
249
Und auff den Grundt zerstört, durch Langmuth Deiner Sinnen
250
Und grosse Liebe wird viel feindliches Beginnen,
251
O Fürstinn, eingestellt, Dein Wunsch ist fort und fort
252
Nur Glück und guter Standt, Du bist ein süsser Port
253
Dem, der bedrenget ist. Wer weis sich wol der Armen
254
Und Widwen so wie Du, O Mutter, zu erbarmen?
255
Dieß ist Dein eigen Lob, man tritt kaum vor Dich hin,
256
So wallt Dir schon das Hertz, und treibet Deinen Sinn
257
Zu sehn nach Hülff und Rhat, bey aller Noht der Deinen,
258
Ob schon die Augen nicht, so muß Dein Hertz doch weinen
259
Auß Wehmut, welche Dich für allen in der Welt
260
Dem Höchsten, der Dich liebt, zum nächsten hat gestellt
261
Und durch kein Glück und Fall wird folgends von ihm trennen,
262
Weil Du sehr eiffrig must nach seiner Liebe brennen.
263
Das zeugt die Gottes-Furcht, mit der Du Tag und Nacht
264
Die wehrte Zeit verbringst, die Deine beste Macht
265
Für alles Unglück ist. Was aber wil mein Segel
266
Auff dieses weite Meer? Ich bleib' im stillen Pregel
267
Und lasse nicht mein Boht in solche Wellen ein.
268
Wer solche Trefligkeit und dieser Gaben Schein
269
Zu singen ihm getrawt, muß so gebückt nicht gehen,
270
Nicht irrdisch seyn wie ich, muß können sich erhöhen
271
Durch Lufft und Himmel weg. Auch Opitz würde fast
272
Hierinnen furchtsam seyn und schewen diese Last,
273
Ob seines Geistes Krafft schon viel bißher getragen
274
Und sich an manches Lob mit Rhum hat thüren wagen,
275
Wozu ich gantz nicht taug. Sey glückhafft umb und an
276
Und habe, was Dein Hertz ihm wünschen sol und kan,
277
Du Spiegel dieser Zeit! Ich aber wil mich wenden
278
Zu meinen Seiten hin, wiewol mit schwachen Händen,
279
Wil singen, was darauff die Andre hat begunt,
280
Von der ich dieses nur auß Schwachheit fassen kunt:

281
Ob ich mich bethört entzünde
282
Mit vergebner Fröligkeit,
283
Oder in der That empfinde,
284
Wessen sich mein Hertz erfrewt?
285
Seyd Ihr kommen oder nicht,
286
Ihr, O unsre Zuversicht?

287
Die in Furcht und Hoffnung hangen,
288
Sind zu zweiffeln angewehnt,
289
Gläuben nicht, wann sie erlangen
290
Daß, wornach sie sich gesehnt.
291
Was man hofft ohn Angst und Pein,
292
Geht gantz ungezweiffelt ein.

293
Nein, ich seh', es kan nicht triegen,
294
Meine Frewd ist küntlich war,
295
Ihr, mein hertzliches Begnügen,
296
Macht es alles Sonnenklar,
297
Ewer Glantz nimpt meinem Sinn
298
Allen Traum und Irrthum hin.

299
Ich bin von Euch überführet
300
Ewer süssen Gegenwart,
301
Ob mir nicht zu thun gebühret,
302
Was die Zeit her ist erspart?
303
Wend' ich jetzt nicht mein Gemüt'
304
Auff ein süsses Frewden-Liedt?

305
Ja! was aber wollt, ihr Thränen?
306
Weinen ist zu zeiten gut,
307
Jetzundt must ihr Euch entwehnen,
308
Meine Augen, ewrer Flut,
309
Warumb ihr geflossen seydt,
310
Hat mich numehr hoch erfrewt.

311
Gläubet diesen trewen Zeugen,
312
Mein Herr Vater, und auch du,
313
Süsser Bruder, ich wil schweigen,
314
Mein Gesicht helt doch nicht Rhue,
315
Zeigt durch stumme Redner an,
316
Wie mein Hertz nach Euch gethan.

317
Hat so frü' der Sonnen Wagen
318
Je auch auff zu seyn begehrt,
319
Daß ich über seinen Tagen
320
Mich zum höchsten nicht beschwert
321
Und gefleht umb diesen Tag,
322
Dar- ich Euch-an-sprechen mag?

323
Keine Ruh hat mich umbfangen,
324
Und so still war keine Nacht,
325
Welche nicht durch mein Verlangen
326
Trüb' und schlaffloß ward gemacht,
327
Mond' und Sterne wusten schon
328
Meinen Leid- und Klage-Thon.

329
Nichts wolt' einen Muth mir geben,
330
Wo man aller Lust vergist
331
Und nur Leidt trägt, war mein Leben,
332
Wo mir das ein Leben ist,
333
Mein Gebet ohn Ruh und Rast
334
War bey Gott nur nicht verhast.

335
Numehr habt Ihr zu ermessen,
336
Wie mir wol zu muthe sey,
337
Aller Müh ist nun vergessen,
338
Mein Gemüth' ist loß und frey,
339
Schickt der Sorgen Ach und Weh
340
Auff die Wellen und die See.

341
Meine Stimme muß sich schwingen
342
Durch der Wolcken blawes Dach,
343
Aber was ich weiß zu singen,
344
Was ich treibe vor und nach
345
Ist: mein' Hoffnung, Trost und Zier
346
Lebt, Gott Lob, und ist schon hier!

347
Wer könte nicht hierauß Dich, O Louyse, kennen?
348
Und wolte man dich gleich, Princessin, Pallas nennen,
349
Was wär' es groß gefehlt? Du bist mit dem begabt
350
Das, wie man sagen wil, Minerve hat gehabt,
351
Die Weißheit, den Verstand: Du bist ein Bild der Jugend,
352
Der Deinen Pracht und Licht, der Zucht geehrte Tugend
353
Wohnt dir so sehr im Sinn und in Geberden bey,
354
Als ob sie nirgends sonst denn hie zu finden sey.
355
Die letzte schiene mir sehr frewdig vorzukommen,
356
Von Der ich, ist mir recht, in Einfalt dieß vernommen:

357
Gnug geklaget, gnug geweint!
358
Kummer, ärgster Lebens-Feind,
359
Geh und trolle dich von hinnen!
360
Zweyer Liebsten Ankunfft macht,
361
Daß ich singe gute Nacht
362
Trawrigkeit, du Pest der Sinnen!

363
O Herr Vater, süsses Heil,
364
Und mein Bruder, bestes Theil
365
Dieser Seelen, so dich liebet,
366
Kompt! dem Höchsten ist bekandt,
367
Wie nach Euch sich dieses Landt
368
Hat gesehnet und betrübet.

369
Kompt! mit Euch kömpt Frewd' und Glück,
370
Dieser helle Gnaden-Blick
371
Ist an stat der güldnen Sonnen,
372
Die sich umb dieß gantze Feldt
373
Weit und breit verborgen helt,
374
Weil es ewren Glantz gewonnen.

375
Auff, Thalia, meine Zier,
376
Komm und singe neben mir,
377
Schlag auff den berühmten Seiten!
378
Netze, Herbst, nicht als du thust,
379
Kehre dich in Vorjahrs Lust,
380
Last, ihr Winde, lasst das Streiten!

381
Komm geflügelt, sanffter Ost,
382
Bring durch deiner Stimme Trost
383
Tulpen, Rosen und Violen!
384
Lachst du meiner Bitte gar?
385
Dencke nach, zu wessen Haar
386
Ich mir jetzt wil Blumen holen.

387
Vater, nimm was dir gebührt,
388
Den Gehorsam, welcher rührt
389
Aus des Hertzens tieffen Hölen,
390
Schaw auff meinen trewen Sinn,
391
Weissest du nicht wer ich bin?
392
Ich, die Funcke deiner Seelen.

393
Hertzer Bruder, mich verdreusst,
394
Daß ich meiner Liebe Geist
395
Nicht so mercklich kunt kan geben:
396
Meiner Zungen Krafft gebricht,
397
Etwas anders weiß ich nicht;
398
Kurtz, ich liebe dich, mein Leben!

399
Speis' und Tranck und alle Welt
400
Ward mir auß dem Sinn gestelt,
401
Meine Grabschafft woltt' ich wissen,
402
Als das Fieber, und zuletzt
403
Auch der Todt schon an dich setzt'
404
Und dein Leben wolte schliessen.

405
Seyt, Ihr Parcen, ja so wildt,
406
Sagt ich, daß ihr ihn, mein Bildt
407
Mir nicht länger hie wolt lassen,
408
Thut nur dieses, und verleiht,
409
Daß wir uns erst beyderseit
410
Recht gesegnen und umbfassen.

411
Nun, des Höchsten Vater-Trew
412
Hat mein sehnliches Geschrey
413
Lassen statt vor ihm gewinnen:
414
Gott und Himmel sind dir hold,
415
Dein Verhängnus muß nur Gold
416
Dir zu deinem Leben spinnen.

417
Wol uns allen, wol auch dir!
418
Was man denckt und sagt allhier,
419
Ist von ewrem Wolergehen,
420
Aber niemand wird geschawt,
421
Der sich neben mir getrawt,
422
Was das Hertz belangt, zu stehen.

423
Wie, wann zur See Neptun vom Vater Ocean
424
Beräuscht nach Hause fährt durch seine nasse Bahn,
425
Und etwan Triton lesst die See-Trompet erschallen,
426
Der Doris sonderlich zu günstigem Gefallen,
427
Die aus den Wellen schawt, die Faunen ohn gefehr
428
Als wildes tummes Volck sich umb das Ufer her
429
Versamlen, und den Thon bestürtzt und Sinnloß hören,
430
So kam es uns auch vor, was Hedwig da zu ehren
431
Den grossen Fürsten sang, denn Hedwich must' es seyn,
432
So viel die Rede Gab, die durch der Jugend Schein
433
Und göttliche Gestalt für Clio ward geschätzet.
434
Wir hatten allerseit uns über dem entsetzet
435
Was vorgelauffen war, und niemand wuste da
436
Was weiter sey zu thun, so das Prussilia,
437
Die kurtz zuvor viel Dienst und Pflicht auff sich genommen,
438
Und jederman hiedurch gemeinet vorzukommen,
439
Den Muht gantz sincken ließ, sprach ihre Völcker an:
440
Ihr Kinder, hört und seht, daß mein Thun gar nicht kan
441
Gerahten als es sol, was wir im Sinne hatten,
442
Wird gegen diesem Licht zur Nacht, zu finsterm Schatten.
443
Wer sich mit etwas sonst hierauff hervorthun wil
444
Wird wieder allen Danck zu einem Affen-Spiel
445
Und muß verlachet seyn. Doch wollen wir gedencken,
446
Es werden sich auch noch zu unsrer Einfalt lencken
447
Die Helden beyderseit, und zeugen durch den Schein
448
Der Gnaden über uns, das Sie auch Götter seyn,
449
Die auff den Willen sehn und nach dem Hertzen fragen,
450
Daß offt bey ihnen wol so viel pflegt zu verschlagen
451
Als sonst ein feistes Rind, als hundert Lämmer Blut
452
Und was der Gottes-Dienst zum Opffer mehr abthut.
453
Damit wir aber so nicht von einander giengen,
454
Trug sie mir auff zuletzt ein Liedchen noch zu singen
455
Auff solchen Frewden-Tag, zwar anfangs thurst ich nicht,
456
Doch sagt' ich endlich selbst: Gehorsam, Dienst und Pflicht
457
Muß seyn so gut es kan, den Willen zu bezeugen
458
Erheischt nicht allzeit Kunst. An diesem Tage schweigen,
459
Da alles singt und lacht, kriegt eines Undancks Lohn,
460
Drum fasst' ich einen Muht und sang auff diesen Thon:

461
Schallt, ihr helle Feldt-Trompeten!
462
Blitzt und klinget, ihr Mußqueten,
463
Lasst den wilden Drommel-Schlag
464
Uns Gehör und Sinn betäuben!
465
Dieses Wesen sol man treiben
466
Fort und fort den gantzen Tag!

467
Ihr Carthaunen und Geschütze,
468
Wozu seydt ihr hie sonst nütze?
469
Lasset ewren Donner auß!
470
Lasst das Erdreich sich erschüttern,
471
See und Haff und Pregel zittern,
472
Und erschreckt der Sternen Hauß!

473
Brandenburg, die Zucht der Helden,
474
Kan Georg und Fridrich melden,
475
Jenen, Vater, diesen, Sohn,
476
Fürsten, die durch thewre Gaben
477
Alles überstiegen haben,
478
Auch der hohen Sonnen Thron.

479
Diese wil das Land empfangen,
480
Unsers Hertzogthums Verlangen,
481
Solche Herren, welcher Preiß
482
Auch der Alten Lob bezwinget
483
Und mit hellen Stralen dringet
484
Durch der weiten Erden Kreyß.

485
Lasst uns keiner Frewde sparen!
486
Die ihr geht mit greisen Haren,
487
Die ihr an den Brüsten seyt,
488
Mütter, Jüngling' und Jungfrawen,
489
Arm und Reich, ihr müsset schawen,
490
Nach gewünschter Fröligkeit.

491
Lasst der Kurtzweil Zaum und Zügel,
492
Zwingt den Zorn, und schiebt den Riegel
493
Allen bleichen Sorgen vor,
494
Ladet ein gewünschte Sachen,
495
Sperret auff für Schertz und Lachen
496
Hin und wieder Thür und Thor.

497
Euch, Ihr Helden, bloß zu ehren,
498
Euch lesst Jung und Alt sich hören,
499
Euch wird keiner Lust gespart:
500
Was in Häusern jetzt geschiehet,
501
Was man auff den Straßen siehet,
502
Kömpt von Ewrer Gegenwart.

503
Was, Ihr Lichter, werdet spüren
504
In den Fenstern, vor den Thüren,
505
Nimpt Euch sämptlich frölich an,
506
Kompt, O Hoffnung, wird gesungen
507
Mit der Kehlen, mit der Zungen,
508
Mit dem Hertzen wie man kan.

509
Dieser Reuterey Gepränge,
510
Dieses Wesen, das Gedränge
511
Scheinet etwas zwar zu seyn,
512
Aber dieses geht vor allen,
513
Das man hört einhellig schallen:
514
Unsre Häupter ziehen ein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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