Bin ich dessen auch wol wehrt

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Simon Dach: Bin ich dessen auch wol wehrt Titel entspricht 1. Vers(1632)

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Bin ich dessen auch wol wehrt,
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Daß man meinen Reim begehrt
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Vmb der Spreen Rand zu lesen?
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Ich mag wehrt seyn oder nicht,
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Gnug, das jemals mein Geticht
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Ist so angenehm gewesen.

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Dieses ist was mir gefällt,
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Weil mein Reichthum nicht ist Geld,
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So am meisten itzt muß strahlen,
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Daß ich Freunden, welche mir
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Förderlich sind da und hier,
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Es mit Reimen kan bezahlen.

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Herr Matthias, welchen itzt
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Eine schöne Lieb erhitzt,
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Nimmermehr werd ich vergessen,
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Was des
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(o daß er uns längst entwandt!)
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Mir an Gutthat zugemessen.

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Damals hiesse dich Berlin
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Her zu uns in Preussen ziehn,
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Ich bekam von ihm ein Schreiben,
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Daß durch dich mir gutes Geld
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Solte werden zugestellt,
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Ich vermocht es kaum zu gläuben.

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Endlich zahltest du mich aus.
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O wie frölich war mein Haus!
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Nirgends kunt ich es verschweigen.

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Nun, er schläfft die lange Nacht,
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Vnd sein Geist ist loßgemacht
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Von den Banden dieser Erden,
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Ist in sein Gestirn gekehrt
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Höher als wo Titan fährt
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Mit des Tages schnellen Pferden.

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Vnd ich sterb in seiner Schuld,
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Edle Seele, nimm Gedult,
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Fleuch mich undanckbar zu schelten.
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Dein Vermögen war zu groß,
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Ich hergegen arm und bloß,
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Itzt wird dir es Gott vergelten.

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Gleichwol dieses, was ich weiß,
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Sey gewandt auf seinen Preiß,
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Welcher ewig nicht sol sterben:
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Deinen Namen breit ich aus,
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Daß er durch der Erden Haus
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Stets sol neue Krafft erwerben.

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Er und seine freye Hand
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Vnd sein liebreiches Gemühte,
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Daß so mancher in der Welt
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Itzt noch Ehr und Brodt erhält,
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Solches danckt Er seiner Güte.

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Aber, du Herr Bräutigam,
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Der mir auch zu statten kam,
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Daß ich damals ward erfreuet,
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Aber es noch nicht erkandt
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Bis auff deinen Heyrahts-stand,
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Dieses hat mich offt gereuet.

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Itzund bin ich hertzlich froh,
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Daß ich deiner keuschen Loh
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Ein danckbares Lied sol stellen,
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Hätt ich nur die Krafft darzu
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Vnd für meiner Kranckheit ruh,
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Die mit ernst mich sucht zu fällen.

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Wär ich, der ich vormals war,
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Trüge noch kein graues Haar,
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Herr, ich wolte zierlich singen,
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Wolte dich und deine Braut,
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So dir ehlich wird vertraut,
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Auf die späte Nachwelt bringen.

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Deine Still und Frömmigkeit
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Vnd die Vorsicht, die allzeit
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Mich sampt allen hat gefangen,
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Vnd was mehr von guter Kunst
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Dir erwirbt der Fürsten Gunst,
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Würd in meinen Liedern prangen.

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Deiner hohen Ehren Stand
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Würde schwer sein meiner Hand,
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Dennoch wolt ich ihn erheben,
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Deiner Liebsten Zucht und Zier
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Würde Fug und Anlaß mir
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Mich empor zu schwingen geben.

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Ihre Gottesfurcht voraus,
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Dann auch ihrer Eltern Haus,
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Ihres Vaters große Gaben,
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Die allein die Vrsach sind,
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Daß des Fürsten Gnaden-Wind
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Ihn zu diesem Glück erhaben.

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Endlich auch der Mutter Zier,
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Art und Leben, die Sie dir
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Hat gebildet und erzogen,
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Diese Sitten, diesen Pracht
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Vnd was dich verliebt gemacht
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Vnd sie bloß von ihr gesogen,

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Würd ich rühmen als ich weiß,
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Venus solte mir den Preiß
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Deß Poeten hiedurch geben.
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Aber ach! mein Feder-kiel
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Ist gantz unwehrt, und mein Spiel
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Hangt umwirckt mit Spinne-weben.

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Auch so halt ich euch bekandt
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Mehr als reichlich ohn die Hand
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Meiner oder sonst Poeten.
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Lobt man auch der Sonnen schein?
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Vnd ein unverfälschter Wein
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Hat des Krantzes nicht von nöhten.

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Eines füg ich nur darzu:
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Gott sey eure Gnüg und Ruh,
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Vnd gebiete seinem Segen,
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Daß Er sich, wie ihr begehrt,
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In die Wieg und auf den Heerd
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Allzeit reichlich möge legen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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