Elias Geiseler und Elisabeth Scolius

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Simon Dach: Elias Geiseler und Elisabeth Scolius (1632)

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Mey, du Herr der Vorjahrs-Zeit,
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Vater aller Fruchtbarkeit,
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Du beblümest Thal und Felder
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Vnd belaubst Gepüsch und Wälder.

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Aller Erden Lust und Zier,
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Alle Liebe huldigt dir,
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Daß die Welt nicht muß vergehen,
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Scheint allein bey dir zu stehen.

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Schaw auch dieses liebe Paar,
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Das nimmt deiner Anmuth war
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Vnd trägt seiner Liebe Flammen
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Jetzt, weil du noch wehrst, zusammen.

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Halt dich wol, stimm ihnen ein
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Mit gewünschtem Sonnen-schein,
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Laß die Kält' einmal sich legen
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Vnd die warme Lufft sich regen.

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Sonderlich weh' ihnen Ruh,
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Anmuth und Begnügen zu,
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Daß sie allzeit dich erhalten
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Vnd in Liebe nie erkalten.

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Aber was ruff ich dich an?
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Gott der ist allein der Mann,
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Der im Himmel und auff Erden
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Muß umb Hülff ersuchet werden.

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Er hat erst der Sonnen Pracht,
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Sie hat nachmals dich gemacht.
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Er gebeut den Jahres-Zeiten,
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Daß sie nacheinander schreiten.

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Er verschaffet, daß die Welt
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Richtig ihren Wechsel hält
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Vnd ohn' Ende sich muß jagen
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Mit den Nächten und den Tagen.

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Der wohn' ewrer Liebe bey,
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Daß sie stets gesegnet sey
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Vnd ohn ablaß möge gläntzen
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Trotz dem Meyen oder Lentzen.

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Dieß zu thun ist seine Lust,
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Seine Trew ist euch bewust,
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Wenn jhr jhm nur hertzlich bleibet
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Stets in Furchten eingeleibet.

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Seht auff dieses Wetter nicht,
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Das zwar viel vom Friede spricht,
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Aber darzu umb und an
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Vns kein Mittel zeigen kan.

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Sondern seht in aller Noht
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Auff sein Wort und sein Geboht,
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Das wil euch mit Gnüg' und Segen,
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Wenn jhr jhm vertrawt, belegen.

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Ich, Herr Bräutgam, weis vorhin
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Gnug umb ewren gutten Sinn,
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Denn ich selbst hab' ewre Jugend
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Erst geführt auff Kunst und Tugend.

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Ewer ungezähmter Fleiß
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Kriegt' ohn untterlaß den Preiß,
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Der auch Roberthin getrieben,
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Daß er annahm euch zu lieben.

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Bleibt dabey, führt aus und ein
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Ewre wenig Schäffelein,
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Seht, daß keine böse Weyde
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Vnd kein Vnfall sie beleide.

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Flieht den Stoltz und Eigen Sinn,
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Strebt nicht ängstig nach Gewinn,
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Die der Geitz hat eingenommen
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Suchen nicht der Heerde Frommen.

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Ewer Vorfahr Scolius,
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Dessen Kind euch werden muß,
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War mit Jesaw wol zufrieden,
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Weit von Stoltz und Geitz geschieden.

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Eiffert seinem Leben nach,
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Gott wird ewer Vngemach
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Vnd das Wasser ewrer Zähren
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Stets in Freuden-Wein verkehren.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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