Mein Apollo giebt mir nicht

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Simon Dach: Mein Apollo giebt mir nicht Titel entspricht 1. Vers(1632)

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Mein Apollo giebt mir nicht
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Allzeit gleiche Lust zu singen:
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Offtmals fleuget mein Geticht,
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Daß die Ader mir wil springen,
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Offtmals fühl' ich gar kein Blut
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Vnd zu reimen keinen Muht.

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Wie auch jetzund mir geschieht
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Da mir Geist und Sinnen liegen,
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Daß du auch kein Hochzeit-Lied
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Schier, Herr Bräutgam, soltest kriegen,
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Dem ich doch mein Säiten-Spiel
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Schuldig halten muß und wil.

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Vnd was läg' auch wol daran,
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Ließ' ich gleich mich itzt nicht hören,
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Weil zu deiner Hochzeit Pan
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Selber kömpt mit seinen Röhren,
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Vnd Naturen gantzer Pracht
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Dir ein schönes Braut-Lied macht.

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Wie bedient das Taglicht dich?
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Lufft und Himmel müssen glentzen,
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Vnd die Sonne mahlet sich
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Auch nicht schöner in dem Lentzen,
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Mehr die Nacht schenckt ihre Zier
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Mit ergäntztem Monde dir.

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Aber schläfft der Herbst hierbey?
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Der wil gleichfals dir erweisen
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Vnd für andern seine Trew
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Mit den reiff-gewachsnen Speisen,
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Denen Schmack und Anmuht schafft
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Ceres und Lyeen Safft.

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Werden diß nicht Zeichen seyn,
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Daß euch krönen wird der Segen?
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Vnd daß keines Mangels Pein
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Sich umb ewer Hauß wird regen,
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Sondern Gnüg' und Fruchtbarkeit
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Euch umbfassen allezeit?

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Solches schreibst du billich zu
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Deines Vatters schönem Leben,
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Welcher war der Musen Ruh,
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Die noch jetzund ihn erheben
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Vnd gestehn, daß seinem Fleiß
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Mancher alles schuldig weis.

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Hiezu kömpt auch dein Verstand
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Vnd die Vnschuld deiner Jugend,
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Die du einig hast gewandt
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Auff die Wissenschaft und Tugend,
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Dieß gestehen willig dir
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Gleich wie Deutschland also wir.

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Vnd wo bleibt die wehrte Braut?
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Der sich Zucht sampt andern Gaben
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Also reichlich anvertrawt
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Als sie Frawen können haben,
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Das von ihr der Löbenicht
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Als ein wahres Zeugniß spricht?

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O der angenehmen Glut,
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Die entbrennt in ewren Hertzen
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Vnd euch rührt das frische Blut!
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Lebt, empfindet nirgends Schmertzen,
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Auch die Kriegs-Noht halte Ruh
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Vnd sag' ewre Liebe zu.

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Mars räum' endlich unser Feld,
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Endlich müß' er sich bedencken
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Vnd sein blutiges Gezelt
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Zu den Garamanten lencken
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Oder wider den Euphrat,
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Wir sind seiner mehr als satt.

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Komm, du süsses Himmel-Kind,
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Güldner Friede, laß dich schawen,
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Seit daß wir dir frembde sind,
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Was betritt uns Noht und Grawen,
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Komm, wend ab das Hertzeleid,
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Welches uns der Winter dreut.

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Mitler weil, ihr süsses Paar,
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Lebt gewünscht und fern von Leiden,
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Werdet nicht der Angst gewahr
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Für den süssen Liebes-Freuden,
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Heyraht ist für alles gut,
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Ja auch für die Krieges-Glut.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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