Ich hätte zwar der Tangen Rand

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Simon Dach: Ich hätte zwar der Tangen Rand Titel entspricht 1. Vers(1632)

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Ich hätte zwar der Tangen Rand
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Noch gern einmahl gegrüsset,
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Gern dich, mein liebes Vaterland,
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Zu guter letzt geküsset,

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Eh mich der Tod hätt auffgeleckt,
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Der mich verfolgt ohn Ende,
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Vnd stets nach mir hält außgestreckt
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Die abgefleischten Hände.

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Ich hätt' auff den Fall nicht allein
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Mich auffgemacht, die Schöne,
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Mein liebstes Hertz würd umb mich seyn,
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Sampt einem meiner Söhne.

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Wornach die meinen mich gefragt,
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Was längst die Zeit verlohren,
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Da- hätt ich -von Bescheid gesagt:
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Dieß Hauß hat mich gebohren,

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Seht, diesen Weg bin offtmals ich
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Das Schloß hinauffgegangen,
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Woselbst mein frommer Vater mich
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Mit aller Lieb empfangen,

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Mich auff dem Wall umbher geführt,
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Dort (sprach er) schaw doch, lieber,
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Ward vormals keine See gespürt,
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Der Sandberg gieng darüber,

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Jetzt kanst du sie und Segel sehn
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In jhren Wällen fahren,
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Dieß ist bey meiner Zeit geschehn
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Nur inner dreysig Jahren;

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Vnd so ist aller Ding ein Ziel.
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Hier (hätt' ich mehr gesprochen)
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Ward jährlich umb das Faßnacht-Spiel
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Geritten und gestochen.

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Viel Gärten sind zu jener Zeit
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Hie, düncket mich, gewesen,
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Mars hat dieß alles für den Streit
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Ihm nun zum Wall erlesen.

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Wie dort auch, wo die Pfarr-Gebäw
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Vnd Schule damals stunden,
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Jetzt, seht jhr, wird nur Wüsteney
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Vnd Erde da gefunden.

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Die Meinen wohnten letzlich dort,
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Wie hat es sich verkehret!
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Das Feuer, seh' ich, hat den Ort
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Biß auff den Grund verheret.

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Was Kurtzweil brachte der Ort mir
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Vnd meines gleichen Knaben!
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Die mich gebohren hat liegt hier,
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Mein Vater dort begraben.

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Dieß und dergleichen würde seyn
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Daselbst mein Zeit-Vertreiben,
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Ach mein Verhängniß saget: nein!
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Ich muß es lassen bleiben.

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Was ladet jhr doch, Herr Pretor,
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Mich ein zu ewrer Freude?
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Die Kräfft' hiezu hatt' ich zuvor,
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Die ich nun ewig meide.

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Habt Danck, empfindet Gnüg und Ruh
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An dieser schönen Liebe,
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Kein Leid komm' jhren Freuden zu,
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Vnd mach' jhr Wetter trübe.

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Erfahrt umb jede Jahres-Zeit,
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Daß sie sich fleissig bawe,
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Vnd nebenst guter Fruchtbarkeit
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Auch grosse Güter schawe.

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Ich stelle nunmehr Lust und Welt
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Fern ausser meinem Hertzen,
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So bald es meinem Gott gefält,
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Daß ich Ihm folg ohn Schmertzen.

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Ich bin auff andre Lust bedacht,
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Die Gott wird dort mir geben.
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Du wehrte Mümmel, gute Nacht,
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Du müssest glückhafft leben.

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Kein Vnmuht, kein Verlust, kein Leid
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Geb' Vrsach dir zu trawren,
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Empfinde Fried und gute Zeit
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Stets inner deinen Mawren.

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Gehabt euch wol, jhr Berg und Thal,
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Stein, Brunnen, Pusch und Awen,
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Wo ich geschertzt so manches mal,
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Ich werd' euch nicht mehr schawen.

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Wie auch jhr Freund, Herr Rodemann,
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Herr Friedrichsen imgleichen,
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Lebt wol, kein Vnglück komm euch an,
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Kein Leid müss' euch bestreichen!

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Kömpt euch zu Ohren ohngefehr,
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Ich sey nun hingenommen,
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So lasst aus ewren Hertzen her
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Nur einen Seufftzer kommen.

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Was wichtigers begehr' ich nicht,
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Mein Wehrt ist zu geringe,
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Es wäre, daß ich die Geticht'
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Erst her in Preussen bringe,

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Ich erst den deutschen Helicon
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Nach Königsberg versetzet,
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Ob dessen Danck ist oder Lohn,
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Mir wird es gleich geschätzet.

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Gnug, wo mein Reim das Glück nur hat
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Vnd wird nach mir gelesen,
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Daß dennoch meine Vater-Stad
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Die Mümmel ist gewesen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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