Gott woll' es ewig lohnen

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Simon Dach: Gott woll' es ewig lohnen Titel entspricht 1. Vers(1632)

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Gott woll' es ewig lohnen
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Des Kneiphoffs weisem Raht,
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Der mir allhie zu wohnen
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Geneigt erleubet hat,
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Wo nach des Thumes Brücken
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Der Pregel See-warts fährt,
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Vnd seinen krummen Rücken
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Stracks nach der Rechten kehrt.

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Gott, dem es vnverborgen,
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Was mir zu Tag vnd Nacht
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Die trüben Wohnungs-Sorgen
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Für Kümmernis gemacht!
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Die Schneck vnd Schildfrosch bringen
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Ihr' Hütten mit zur Welt,
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Der Mensch muß mühsam ringen
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Eh' er ein Hauß erhält.

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Nicht alle können erben,
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Nicht alle so geschwind
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Dieß Eigenthumb erwerben,
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Wie fleissig sie auch sind,
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Mein Heyraht-Gut kan geben
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Gewünschte Lieb vnd Pflicht
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Vnd alle Rhue im Leben,
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Ein eigen Hauß nur nicht.

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Nach eignem Grunde trachten
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Ist nicht Poeten Brauch,
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Wo dieses war zu achten
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So bin ich einer auch;
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Doch darumb auff der Gassen
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Den Himmel sich allein
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Erbärmlich decken lassen,
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Scheint menschlich nicht zu seyn.

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Wo in ein Faß auch kriechen
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Geht dieses Orts nicht an,
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Vor hat es bey den Griechen
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Diogenes gethan.
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Vnd könt ich so gleich leben,
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Die Welt, die hoch gesinnt,
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Großmühtig vberstreben,
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Wo lass' ich Weib vnd Kind?

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Auff hohen Zins wo bleiben
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Trägt mein Verdienst nicht aus,
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Wer lässt sich auch gern treiben
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Offt in ein ander Hauß?
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So gehts! an frembdem Strande
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Erhalt ich Lob vnd Ruhm,
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Vnd hie im Vatterlande
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Hab' ich kein Eigenthum.

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Homerus lag begraben,
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Vnd Colophon wolt' jhn
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Auch so zum Bürger haben,
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Zum Bürger Salamihn,
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Dieß sucht auch Smyrna eben.
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Hie ist die Kunst-luft kalt,
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Hie ist in meinem Leben
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Für mich kaum Auffenthalt.

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Ich weiß, ich bin bey weiten
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Homerus gleichen nicht,
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Ob darumb meinen Seiten
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Auch alles Lob gebricht?
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Für Marons Feld-Trompeten
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Schwieg Flaccus Leyer still,
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Vnd ist doch bey Poeten
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Noch ein berühmtes Spiell.

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Ich wil mich nicht vermässen,
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Doch hat des Höchsten Handt
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Auch meiner nicht vergessen,
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Erholt sich nur mein Standt,
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Kan ich nicht Maro heissen,
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Rhümt mich nicht alle Welt,
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So sing ich doch, was Preussen
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Zum minsten wolgefellt.

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Auch was ich schon geschrieben
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Lernt Kirch, Hauß, Land vnd Stadt,
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Vnd alles was belieben
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An Kunst vnd Andacht hat,
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Ich weiß mit guttem Grunde,
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Mein schlechtes Reimelein
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Werd in der letzten Stunde
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Noch manchem tröstlich seyn.

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Sol mich nun solcher massen
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Bey diesem trewen Sinn
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Mein Vaterland verlassen,
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Dem ich zu Diensten bin?
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Ich kan versichert leben,
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Daß, was mit lieber Handt
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Mir diesfals wird gegeben,
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Nicht schlimm sey angewandt.

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Man legt bey Eitelkeiten
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Offt dieß vnd jenes an,
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Das bey gelehrten Leuten
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Weit baß verfangen kan,
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Kein Mensch ist so sein eigen,
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Nur jhm vnd keinem reich,
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Vns Lieb vnd Gunst erzeigen
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Kriegt Nutz vnd Rhum zugleich.

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Ich werd, Hochweise Herren,
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Dir Ihr der Gutthat Thür
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Mir wisset auffzusperren,
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Ich werd' euch, gläubet mir,
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Für diese Gunst erweisen
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Des Hertzens tieffen Danck,
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Werd ewre Gutthat preisen
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Jetzt vnd mein lebenlang.

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Was ich mit meinen Reimen
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Nicht gnug erheben kan,
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Mir niemals lassen träumen,
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Das habt jhr mir gethan.
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Ich hab an Ewre Güte
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Zwar offt vnd viel gedacht,
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Jedoch von dem Gemüte
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Mir Hoffnung nie gemacht.

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Ihr wolt nicht nur verhengen,
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Daß niemand, wer er sey,
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Mich nach der Zeit sol drengen,
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Ihr habt mich auch dabey
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An solchen Ort gesetzet,
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Der, was in dieser Stadt
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Mich inniglich ergetzet,
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Volauff zu reichen hat.

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Hie fleusst der linde Pregel,
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Dort seh ich Wiesen stehn,
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Die schnelle Flucht der Segel
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Muß hier fürüber gehn.
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Vmbher biß nach der Heyden
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Hat mein Gesicht genies,
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Stracks hinter diesen Weiden
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Liegt Ewer Gut Schönfließ.

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Rahts-Hoff ist mir zugegen,
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Das Ewre Lust enthelt,
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Zur Lincken ist gelegen
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Das Kirchdorff Seelgenfeld,
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Vnd Aweiden zur Rechten,
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Von mehrerm schweig ich still,
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Das sich in Reime flechten
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Nicht füglich lassen will.

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Sol mich die Lufft begnügen?
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Hie ist sie frisch vnd rein.
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Sucht ich auch Liecht zu kriegen?
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Hie wohnt der Sonnen-Schein.
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Wil ich nach Rhue auch stehen?
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Die Stille herbergt hier.
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Ein wenig mich ergehen?
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Das Thor ist vor der Thür.

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Hie werd ich erst recht tichten.
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Der Pregel-Strom wird frey
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Mich lehren, vnd selbs richten
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Was gut vnd nicht gut sey.
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Vnd Echo wird erklingen
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Fern durch die freye Lufft,
151
Die lieblich, was wir singen,
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Vns hier entgegen rufft.

153
Es mag sich prächtig zieren
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Was jrgends weiß vnd kan,
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Sucht Häuser auffzuführen
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Vnd bawet Himmel-an
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Ich werd Euch gar nicht neiden,
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Nun ich nur Freyheit voll
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Allhie ohn alles leiden
160
Mein Leben enden soll.

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Hie wird mein Sitz sich gründen,
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Hie bleib ich fort vnd fort,
163
Hie bin ich nur zu finden,
164
Kömpt wer aus frembdem Ort
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Vnd hat nach mir zu fragen,
166
Der spreche hier mir zu.
167
Von hier sol man mich tragen
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Zu meiner langen Rhue.

169
Ich hett', jhr Kneiphoffs-Väter,
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Des gröbsten Lasters Schuld,
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Vnd wer ein Vbelthäter,
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Im fall ich diese Huld
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Nicht suchte zu erkennen,
174
Im fall mein Hertz dabey
175
Nicht jmmer solte brennen
176
Für danckbarlicher Trew.

177
Was weis ich Euch zu bringen
178
Ohn blohß des Danckes Ehr'?
179
O könt' ich doch erzwingen
180
Von mir noch etwas mehr
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Als inniglich ermässen
182
Die grosse Gutthat! nein:
183
Der Höchste wolle dessen
184
Selbs ein Vergelter seyn.

185
Der wird Euch nimmer lassen,
186
Euch vnd was ewer ist
187
In seine Gnade fassen
188
Zuwieder aller List.
189
Er wird Euch benedeyen,
190
Euch stets erfrewten Muth
191
Vnd klugen Raht verleihen
192
In allem was Ihr thut.

193
Der Stadt wird nicht entgehen
194
Was Ihr auff mich gewandt,
195
Sie wird im Segen stehen,
196
Erfahren bessern Standt.
197
Die schwere Zeit wird schwinden,
198
Die werthe Bürgerschafft
199
Sol vnter Euch empfinden
200
Der Nahrung newe Krafft.

201
Gott laß Euch ewren Nahmen
202
In vnverwelckter Blüet
203
Vnd segn' Euch ewren Samen
204
Ins hundert-fache Glied!
205
Er wol jhm Häuser geben
206
Theils hie in dieser Zeit,
207
Vnd theils nach diesem Leben
208
Das Hauß der Ewigheit.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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