Martin Neuman und Maria Paschke

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Simon Dach: Martin Neuman und Maria Paschke (1632)

1
Das gewünschte Früelings-Liecht
2
Wird vns ja einmahl erfrewen,
3
Daß der Erden Angesicht
4
Sich sampt vnserm mag vernewen
5
Vnd ein warmer Sonnen-Schein
6
Vns vergönn' entpeltzt zu seyn.

7
Der noch kahlen Bäume Safft
8
Aengstigt fast sich in den Zweigen,
9
Sehnt sich mit belebter Krafft
10
Immer Gipffel-an zu steigen,
11
Ist gantz zur Geburt geschickt,
12
Wenn jhn Wärme nur erquickt.

13
Des sehr kalten Nordens Macht
14
Liegt den Bäumen vnd der Erden
15
Grawsam vor der Thür vnd wacht,
16
Daß nichts kan geöffnet werden.
17
Alles bräche stracks hervor,
18
Räumte dieser Feind das Thor.

19
Sonne, Printz vnd Mahß der Zeit,
20
Du Gebieter aller Stunden,
21
Bild der güldnen Ewigheit,
22
Laß erfrewlich seyn entbunden
23
Was die trübe Vorjahrs-Kält'
24
Hin vnd her bestricket hält.

25
Wirff die angenehme Strahlen
26
Durch der Erden weites Hauß,
27
Laß sie Thal vnd Berge mahlen,
28
Schmück Feld, Wald vnd Wiesen aus,
29
Gib durch einen warmen Ost
30
Vieh vnd Menschen Gnüg vnd Trost.

31
Zwar man hat der LerchenThon
32
Eine gutte Zeit vernommen,
33
Vnd der trewe Storch ist schon
34
Auff sein alttes Nest gekommen,
35
Haaff vnd Pregel rinnen klar,
36
Nur der Frost wehrt jmmerdar.

37
Was geht dieß den Bräutgam an?
38
Glück und Zeit giebt jhm gewonnen.
39
Was sein Hertz vernewen kan,
40
Ist nicht Lufft, nicht Glantz der Sonnen;
41
Seiner Liebsten Aügelein
42
Sind jhm Lufft vnd Sonnen-Schein.

43
Dieser keuschen Einfalt Muth,
44
Dieses lieben Frülings Gaben,
45
Diese Newheit, dieses Gut
46
Wil Herr Newman endlich haben:
47
Vnd wird gnugsam seyn erfrewt,
48
Nun er so sein Hertz vernewt.

49
Gottesfurcht, der Demut Kunst,
50
Trew vnd Fleiß in allen Sachen,
51
Vnd so hoher Leute Gunst
52
Wolten jhn vernewert machen,
53
Die ein grosses Gnaden-Pfandt
54
Ihm vom Fürsten zugewandt.

55
Dieß ist aber eigentlich
56
Seines Lebens Zweck gewesen,
57
Hie vernewt er erstlich sich,
58
Hiedurch kan er recht genesen,
59
Jetzt bekennt er allen frey,
60
Daß er recht ein New-Mann sey.

61
Lebt in vnbesorgter Rhue,
62
Was der Zeiten Wechsel mache,
63
Was der liebe Früling thue,
64
Ob er wein' vnd ob er lache,
65
Newerung ist was jhn kränckt,
66
Was er anhebt vnd gedenckt.

67
Last jhn, wie jhm nur bewust,
68
Sich vernewen vnd verjüngen,
69
Doch daß er nach aller Lust
70
Jährlich Neumans-Frucht mag bringen,
71
Vnd nicht zu versprechen new,
72
Aber alt zu liefern sey.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.