Mey-Liedchen

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Simon Dach: Mey-Liedchen (1632)

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Komm, Dorinde, lass vns eilen,
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Nimm der Zeiten Güt in acht,
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Angesehen, das verweilen
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Selten grossen Nutz gebracht,
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Aber weißlich fortgesetzt,
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Hat so manches Paar ergetzt.

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Wir sind in den Frülings Jahren,
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Lass vns die Gelegenheit
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Forn ergreiffen bey den Haaren,
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Sehn auff diese Meyen-Zeit,
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Da sich Himmel, See vnd Land
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Knüpffen in ein Heyraht-Band.

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Wenn sich die Natur verjünget,
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Liegt in Liebe kranck vnd wund,
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Alles sich zu nehmen zwinget,
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Thut sie frey dem Menschen kundt:
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Daß sich Er, die kleine Welt,
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Billich nach der grossen Helt.

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Still zu seyn von Feld vnd Püschen,
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Von dem leichten Heer der Lufft,
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Da sich jedes will vermischen,
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Jedes seines Gleichen rufft,
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Hört man in den Wäldern nicht,
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Wie sich Baum vnd Baum bespricht?

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An den Bircken, an den Linden,
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Vnd den Eichen nimbt man wahr,
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Wie sich Aest' in Aeste binden,
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Alles machet offenbahr
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Durch das Rauschen, so es übt,
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Daß es sey, wie wir, verliebt.

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Lust betrübt, die man verscheubet.
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Dieser Eyfer, dieser Brand,
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Diese Jugend, so vns treibet,
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Hat nicht ewig den Bestand,
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Zeigt sich Wind- vnd Vogel-leicht,
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Ist geflügelt, kömpt vnd weicht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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