Sustinet inconcussa minas sapientia sortis

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Simon Dach: Sustinet inconcussa minas sapientia sortis (1632)

1
Wil sich das Glück denn stets nur weiden,
2
Nie sättigen an meiner Pein?
3
Wo wird doch endlich meinem Leiden
4
Das Ziel vnd Maaß gestecket seyn?
5
Lesst auff den Hagel vnd das Wehen
6
Sich nicht einmal der Himmel sehen
7
Mit vnbewölcktem Sonnenschein?

8
Nachdem das Glück zu tausent malen
9
Bißher sich wider mich gelegt,
10
Gleich wie der Plitz mit Donnerstrahlen
11
Am meisten in die Eichen schlägt;
12
Auch wie der Feind mit wildem Hauffen
13
Ein festes Thor pflegt an-zulauffen
14
Das seines Landes Schlüssel trägt,

15
Nachdem es nie mir hold ist worden,
16
Geräth es noch auff solche List,
17
Vnd nimpt auß vnsrer Zahl vnd Orden
18
Den, der mein Hertz vnd Leben ist;
19
Für den ich zwey-mal wolte sterben,
20
Wenn ich Ihn wieder zu erwerben
21
Vnd lebendig zu machen wüst'.

22
Ach, ich vermag kein Wort zu sprechen!
23
Ich bin mir frembd vnd vnbekant,
24
Das Hertz im Leibe wil mir brechen,
25
Der Geist ist fern vnd abgewandt
26
Von allem, was ich thue vnd übe,
27
Gedenck' ich an die Trew vnd Liebe,
28
Die meine Seel' in seiner fandt.

29
Wolan, das Glück ist hoch gestiegen,
30
Doch kan es nun auch weiter nicht.
31
Sol ich hierunter gantz erliegen?
32
O nein! verzeih' es mir, mein Licht,
33
Ich wil mit kläglich-thun vnd weinen
34
Zwar deiner Aschen vnd Gebeinen
35
Erweisen meiner Dienste Pflicht:

36
Doch wil ich nie dem Glücke flehen;
37
Es mag mit höchster Tyranney
38
Sich trotzig wider mich auffblehen,
39
Sein wüten ist mir Wind vnd Sprey:
40
Vermag ich dieß Leid zu verschmertzen,
41
So trag' ich jetzt in meinem Hertzen
42
Auch für dem Tode selbst nicht schew.

43
Ich hoff', es sol mir noch gelingen,
44
Daß, wann ich schon lieg' eingehüllt,
45
Man rühmlich von mir werde singen
46
Die Reime, meiner Tugend Schild:
47
Wer ist der Feind, so noht gelitten?
48
Das stoltze Glück. Wer hat gestritten
49
Vnd obgesiegt? Ein Frawen-Bild.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.